Basel

Werbung für Hundezone

Von Patrick Künzle. Aktualisiert am 02.10.2010 22 Kommentare

Eine Podiumsdiskussion im Café Spitz zeigte: Hundebesitzer fordern mehr Freiräume für sich und ihre Tiere.

Hunde brauchen in Basel mehr Auslauf – dies finden zumindest einige Hundebesitzer.

Hunde brauchen in Basel mehr Auslauf – dies finden zumindest einige Hundebesitzer.

Umfrage

An einer Podiumsdiskussion standen unter anderem Hundezonen zur Debatte. Das sind Freiflächen innerhalb von Grünanlagen, die den Hunden und ihren Besitzern vorbehalten bleiben. Braucht es solche Hundezonen?

Ja

 
58.1%

Nein

 
41.9%

537 Stimmen


Auf der einen Seite sind Leute wie René Rosenberg. Der Designer erzählte im Rahmen des 47. Kleinbasler Stammtisches im Café Spitz, wie er als Hundebesitzer von den Behörden eingeschränkt werde. Neulich habe er bei einem Spaziergang im St.- Johanns-Park die Hundeverbots- und die Leinenzwangschilder gezählt. «Es waren 21 Tafeln.» Er ist dezidiert der Meinung: «In Basel ist alles verboten, aber die Stadt bietet nichts Vernünftiges für Hunde und Hundebesitzer.»

Auf der anderen Seite gibt es Leute wie Katharina Rürup. Sie präsidiert den Elternverein des Quartiertreffpunkts Makly. Sie erzählte davon, dass es für Eltern mit Kleinkindern nicht immer angenehm sei, in den Langen Erlen spazieren zu gehen oder sich dort zum Picknick zu treffen. Der Grund: Es gebe sehr viele Hunde und da komme es schon mal vor, dass sich ein kleines Kind von mehreren Tieren umzingelt sehe, Angst bekomme und sich möglicherweise falsch verhalte. «Für einige Eltern sind die Lange Erlen eine No-go-Area.»

Die zwei Beispiele zeigen: Der öffentliche Raum ist in Basel ein rares Gut, auf den viele verschiedene Akteure Anspruch erheben. Deshalb kommt es immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten bei der Frage, wessen Anspruch denn besonders berechtigt sei. Die Podiumsdiskussion vom Donnerstagabend, die von Radio-Basel-Redaktorin Martina Rutschmann geleitet wurde, war ein Spiegelbild davon.

Aufteilung der Ufer

Der Konflikt kam beispielsweise zum Ausdruck, als Katharina Rürup die Idee in die Runde warf, dass es Hundebesitzern künftig nur noch erlaubt werden soll, auf dem Wieseufer nahe der deutschen Grenze spazieren zu gehen, sodass auf der anderen Flussseite die Spaziergänger, Jogger und Familien mit kleinen Kindern besser auf ihre Kosten kommen. Roland Wieland, Basler Polizist und Hundebesitzer, wehrte sich gegen diese Idee. «Es gibt schon genügend Verbote.» Auch Kantonstierarzt Markus Spichtig sagte deutlich: «Ich halte es nicht für sinnvoll, noch mehr zu regulieren.» Zumal bereits heute gesetzlich klar festgehalten sei, dass der Hundebesitzer für sein Tier verantwortlich sei und bei Fehlverhalten – etwa beim Verzicht aufs Anleinen – gebüsst werden könne.

Besonders intensiv diskutiert wurde die Idee von Hundezonen. Gemeint sind Freiflächen innerhalb von Grünanlagen, die den Hunden und ihren Besitzern vorbehalten bleiben. Theres Wernli, Leiterin des Stadtteilsekretariats Kleinbasel, fand: «Solche Hundezonen könnten eine sozial wichtige Funktion ausüben und die Menschen zusammenbringen.» Sie hofft, dass im Horburgpark ein Pilotprojekt für eine Hundezone gestartet werden kann. Zurückhaltend äusserte sich der Basler Stadtgärtner Emanuel Trueb zur Idee. «Ich kann keine konkrete Antwort geben, ob wir Hundezonen in Betracht ziehen.» Eine gewisse Skepsis verbarg Trueb jedoch nicht, indem er sagte: «Die Ansprüche an den öffentlichen Raum sind immer grösser als die verfügbare Fläche.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 02.10.2010, 08:46 Uhr

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22 Kommentare

Madeleine Seiler

09.10.2010, 19:53 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Herr Hunziger - es ist einfach nicht wahr, dass das Mit-und Nebeneinander in den langen Erlen nicht geht, ich treffe mit meinem Hund viele Familien und spielende Kinder - ohne Probleme! Wenn sie aber schon die Hunde als "Viecher" bezeichnen, erkenne ich ihre abschäzende EInstellung den Hunden gegenüber. Parkanlagen und Spielplätze gibt es genug für Kinder, für Hunde ist der Auslauf sehr beschränkt Antworten


Gisela Nowak

02.10.2010, 10:07 Uhr
Melden

Spezielle Hundezonen in öffentlichen Parks sind eine sinnvolle und unterstützenswerte Idee. In vielen Ländern klappt das sehr gut. Gemäss Tierschutzgesetz sind Hundehalter dazu verpflichtet, ihrem Hund täglich Freilauf zu ermöglichen. Auf Grünflächen, die für Alle zugänglich sind, sind Konflikte zwischen verschiedenen Interessensgruppen vorprogrammiert. Hundezonen würden das Problem entschärfen. Antworten



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