Wie weiter mit den Wagenleuten?

Heute sitzen Kantonsvertreter und die Unterstützer der Wagenleute am Runden Tisch. Nicht gefragt ist hingegen die Anwesenheit des betroffenen Landbesitzers.

Unterstützung bei ihrem Kampf um Frei- und Wohnraum erhalten die Wagenburger am Verhandlungstisch aus dem linken politischen Lager.

Unterstützung bei ihrem Kampf um Frei- und Wohnraum erhalten die Wagenburger am Verhandlungstisch aus dem linken politischen Lager. Bild: Maria Stratmann

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Fertig Nt-Areal. Dies heisst es voraussichtlich am kommenden Wochenende für zahlreiche Leute, die seit ein paar Monaten in einer Ecke des Erlenmatt-Areals in ihren Wohnwagen leben. Das bis anhin bewohnte Stück Erde müssen sie verlassen, weil es sich dabei um eine Naturschutzzone handelt. Wie es weitergeht, ob sie freiwillig weiterziehen und wo sie sich eventuell niederlassen können, das soll sich heute an einem Runden Tisch entscheiden. Dieser Tisch steht in den Räumlichkeiten der Stadtentwicklung des Kantons Basel-Stadt am Marktplatz.

Verschiedene Parteien werden an dem Gespräch zwischen 15 und 17 Uhr teilnehmen. Einerseits die Vertreter des Kantons: Da hat mit Thomas Kessler der Leiter der Stadtentwicklung Einsitz und mit Olivier Wyss der Projektleiter der Stadtentwicklung, der von Behördenseite bis anhin Ansprechsperson für die Wagenleute war. Ihre Haltung ist klar. Sie müssen schauen, dass der gesetzliche Rahmen strikte eingehalten wird: «Auf grosse Diskussionen können wir uns deshalb nicht einlassen. Der Spielraum bezüglich Freiflächen in der Stadt ist eng», sagt Wyss. Die meisten Flächen seien verpachtet und bräuchten für eine Nutzung die Zustimmung der Pächter.

Landbesitzer ist nicht dabei

Unterstützung bei ihrem Kampf um Frei- und Wohnraum erhalten die Wagenburger am Verhandlungstisch aus dem linken politischen Lager. Denn da sitzen mit Kerstin Wenk und Ruth Widmer Graff zwei SP-Grossrätinnen. Die beiden Frauen sind der Meinung, dass es in Basel zu wenig Freiraum gibt für alternative Lebensweisen. So brauche es in der Stadt Orte, wo Leute auch mit kleinem Einkommen leben können. Die schwierige gesetzliche Lage ist ihnen bekannt. «Dennoch wäre es schön, wenn wir die straffen Regelungen bezüglich Freiraum etwas aufweichen könnten», sagt Wenk. Dieser Ansicht ist auch Teilnehmer Michel Steiner vom Verein Schwarzer Peter. Er ist mit den Wagenleuten in Kontakt, seit sie an der Uferstrasse im vergangenen Sommer aufgetaucht sind.

Abwesend sein wird der Landbesitzer der aktuell benutzten Parzelle, Daniel Fluri, von der Immobilienfirma Bricks AG. Seine Worte seien am Tisch nicht gefragt, da seine Haltung klar sei: «Die Wagenleute müssen den Platz verlassen.» Am Tisch fehlt auch ein richtiger Hardliner in der Sache, wie beispielsweise LDP-Grossrat André Auderset. Dieser hat Anfang der Woche eine Interpellation zu diesem Thema an die Regierung gerichtet. Auderset hat kein Verständnis dafür, dass die Regierung das Ultimatum trotz des «illegalen Zustands» verlängert hatte. (Basler Zeitung)

(Erstellt: 08.03.2012, 12:01 Uhr)

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