Basel
«Wir haben verloren, das ist so»
Von Joel Gernet. Aktualisiert am 23.10.2011 1 Kommentar
Was SP-Grossrat Tobit Schäfer kurz nach der Bekanntgabe der schriftlichen Auszählung zu den Verlusten bei der SP sagte.
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Nach Auszählung der brieflich abgegebenen Stimmen gehört die Basler SP mit einem Stimmenrückgang von minus 6,6 Prozent zu den grössten Verliererinnen der Nationalratswahlen. «Wir haben verloren, das ist so», sagt Martin Lüchinger, Präsident der SP Basel-Stadt. Natürlich sei er über das negative Resultat enttäuscht, allerdings müsse er zugeben, dass dieses Resultat für ihn nicht ganz unerwartet komme in Anbetracht der neu formierten Mitte um CVP, BDP, EVP und glp.
«Ich nehme an, dass grüne Stimmen rüber gewandert sind». Noch wichtiger sei aber laut Lüchinger, dass man einen Generationenwechsel in der Liste gehabt habe. Hervorgerufen etwa durch den Rücktritt bewährter Kräfte. «Ein Ruedi Rechtsteiner hat gefehlt bei uns», meint Lüchinger mit Blick auf den profilierten Ex-Nationalrat aus den eigenen Reihen. Und als hätte dieser Lüchigers Worten gelauscht, fragt sich Rechtsteiner fast zeitgleich auf Telebasel, ob er vielleicht doch zu früh zurückgetreten ist.
Anerkennung für Malama
So wie es derzeit aussieht, muss Lüchinger allerdings trotz Verlusten nicht um die zwei Nationalratssitze seiner Partei bangen. Ganz im Gegensatz zu Anita Lachenmeier vom Grünen Bündnis, welche ihren Sitz in der grossen Kammer wohl für CVP-Kandidaten Lehmann räumen muss. «Es tut mir sehr leid, dass sie wohl nicht mehr nach Bern gehen darf», meint Lüchinger zu Lachenmeiers Situation. Dass nun doch die Mitte um CVP und glp reüssiert habe, überrasche ihn. Ebenso das gute Abschneiden der Basler FDP, welche – entgegen dem nationalen Trend – keine Stimmen eingebüsst hat. «Da haben die Köpfe sicher eine Rolle gespielt, dass muss man neidlos anerkennen an Peter Malama», sagt Lüchinger.
Im Nationalrat wird die SP ihre beiden Sitze also wohl halten können. Hinsichtlich der politischen Kräfteverhältnisse in Basel-Stadt sei man nun aber natürlich gefordert, den Wähleranteil wieder aufzufangen, beziehungsweise zu steigern, meint Lüchinger zur Zukunft seiner Partei. «Wir betreiben unsere Politik weiter zusammen mit dem Grünen Bündnis.» Zudem müsse man sagen, dass die Mitte teilweise sehr rechts sei. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 23.10.2011, 18:01 Uhr
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