Basel
«Wir lassen uns nicht abservieren»
Von Patrick Künzle. Aktualisiert am 08.02.2011 12 Kommentare
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«Fast Food ist schnell serviert, wir lassen uns jedoch nicht so schnell abservieren.» Dieser Satz steht auf einer Petition, den die Mitarbeiter von «Cindy’s Diner» gestern lanciert haben. Sie sammeln Unterschriften, um auf ihre schwierige Situation aufmerksam zu machen – und um Druck auf ihren Arbeitgeber zu erzeugen.
Rückblende: Am 12. Januar erfuhren die 21 Angestellten von «Cindy’s Diner» aus der BaZ, dass ihr Restaurant in der Steinenvorstadt Ende März schliessen wird. Erst nach der Publikation des Zeitungsartikels informierte die zur Mövenpick-Gruppe gehörende Marché International ihre Mitarbeiter über die Schliessung. Wie es das Obligationenrecht bei einer Massenentlassung vorschreibt, leitete Marché International anschliessend ein Konsultationsverfahren ein. Damit erhalten die Betroffenen die Möglichkeit, Vorschläge zu unterbreiten, wie die Kündigungen vermieden oder deren Zahl beschränkt sowie ihre Folgen gemildert werden können. Das Gesetz lässt offen, wie lange ein solches Verfahren zu dauern hat. Im Falle von «Cindy’s Diner» wurden sieben Tage offeriert. «Diese Frist ist zu kurz», findet Roman Künzler, Sekretär der Gewerkschaft Unia. «Nach Schweizer Rechtsprechung sind zwei Wochen ein Mindestmass.»
Soziale Verantwortung
Gekündigt wurde den Mitarbeitern schliesslich auf Ende März. Ein Sozialplan wurde ihnen nicht angeboten. Gegen dieses Vorgehen macht nun der Grossteil der «Cindy’s»-Belegschaft mobil. Neben der Unterschriftensammlung für einen Sozialplan haben die Angestellten eine Facebook-Gruppe gegründet, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Sie wollen im Fast-Food-Restaurant Plakate aufhängen. Zudem haben die Angestellten gestern gemeinsam mit der Gewerkschaft Unia einen Brief an die Geschäftsleitung von Marché International geschickt, in dem sie konkrete Vorstellungen formuliert haben, wie der geforderte Sozialplan ausgestaltet werden sollte. «Wir wollen ein Zeichen setzen», sagt Mitarbeiterin Hülya Caliskan. «Ein solch grosses Unternehmen muss soziale Verantwortung zeigen.»
Gewerkschaftssekretär Künzler sagt: «Ich finde es beschämend, dass sich eine noble Konzerngruppe wie Mövenpick mit Jahresumsätzen von über 1,3 Milliarden Franken alles andere als nobel zu ihren Angestellten verhält.»
Vor-Ort-Hilfe
Hart treffe die Entlassung vor allem langjährige Angestellte, die teilweise nicht gut Deutsch sprechen und entsprechend schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, sagen die vier «Cindy’s»-Mitarbeiter, mit denen die BaZ gesprochen hat. Sie zeigen sich enttäuscht darüber, dass sie seit der Kündigung nichts mehr vom Unternehmen gehört haben. «Dabei hat man uns doch Unterstützung versprochen», sagt eine Angestellte. Damit bezieht sie sich auf ein Versprechen, das Marché International Mitte Januar in der BaZ abgegeben hat. Damals hiess es: Das Unternehmen versuche, die entlassenen Mitarbeiter «so weit als möglich» in anderen Restaurants der Mövenpick-Gruppe zu beschäftigen.
Das Angebot gelte weiterhin, betonte eine Sprecherin von Marché International gestern gegenüber der BaZ. «Wir schauen, wo wir die Mitarbeiter intern unterbringen können», sagt sie. Zudem werde Marché International in den kommenden Wochen den Basler Mitarbeitern «Vor-Ort-Hilfe» anbieten. Ob das Unternehmen mit den «Cindy’s»-Angestellten noch über einen Sozialplan verhandelt, vermochte die Firmensprecherin nicht zu sagen. (Basler Zeitung)
Erstellt: 08.02.2011, 16:51 Uhr
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12 Kommentare
Ich unterstütze die Cindy Mitarbeiter folgendermassen: Statt in Zukunft in einem Marché zu essen, was ich bisher ab und zu machte, teile ich jeweils der Konzernzentrale mit, dass ich aufgrund der Behandlung der der Mitarbeiter in einer anderen Beiz in der Umgebung essen ging, jeweils mit einer Kopie der Quittung, damit sie ausrechnen können wie viel sie verloren haben. Bitte schliesst Euch an! Antworten
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