Basel

Wirte wollen Happy Hours beibehalten

Von Lukas Meili. Aktualisiert am 14.08.2010 16 Kommentare

Die Fachstelle Sucht Info Schweiz will die Verbilligung von Bier und Wein verbieten. In der Region Basel stösst dies bei Wirteverbänden und Lokalbetreibern auf Unmut.

«Unhappy Hour»: Verbilligtes Bier und Wein in Lokalen und Shops vermiesen Jugendschützern die Stimmung.

«Unhappy Hour»: Verbilligtes Bier und Wein in Lokalen und Shops vermiesen Jugendschützern die Stimmung.
Bild: Keystone

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Eine Suchtfachstelle will verbilligte Bier- und Weinpreise verbieten – sehr zum Unmut der Wirteverbände. Was meinen Sie: Sollen Happy Hours verboten werden?

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«Diese Forderung ist einmal mehr praxis- und weltfremd», wettert Maurus Ebneter, Präsident des Wirteverbands Basel-Stadt. Grund seines Unmuts ist das Ansinnen der Fachstelle Sucht Info Schweiz, die den Verkauf von verbilligtem Alkohol – etwa in sogenannten Happy Hours, wo zwei Getränke zum Preis von einem verkauft werden – verbieten will. Neu soll das Verbot auch auf Wein und Bier ausgedehnt werden, und nicht wie bisher nur auf Spirituosen beschränkt bleiben. Und es soll während der ganzen Woche gelten, und nicht nur am Wochenende.

Die Fachstelle reagiert damit auf das vom Bundesrat in die Vernehmlassung geschickte totalrevidierte Alkoholgesetz. Ihre Forderung geschehe zum Schutz der Jugendlichen, die «besonders preissensibel» reagieren würden, wie Monique Helfer, Pressesprecherin von Sucht Info Schweiz, sagt. «Wenn es Vergünstigungen gibt, animiert das viele Jugendliche zu einem Mehrkonsum.»

«Wir sehen den Nutzen darin nicht», sagt hingegen Maurus Ebneter. Es existiere bereits eine Regelung, dass Betrunkenen kein Alkohol ausgeschenkt werden dürfe. Harter Alkohol dürfe sowieso nicht verbilligt abgegeben werden. Und schliesslich würden sich viele Jugendliche ohnehin nicht in Lokalen betrinken, sondern auf der Allmend, mit Alkohol aus Shops. «Wirklich billig sind alkoholische Getränke im Restaurant oder in der Bar nämlich trotzdem nicht», sagt er.

Detailhandel mit einschliessen

Auch Markus Thommen, Präsident von Gastro Baselland, ist entschiedener Gegner der Forderungen der Fachstelle. Die Baselbieter Wirte seien sehr zuverlässig, führten sehr oft Alterskontrollen durch und füllten ganz sicher keine Jugendlichen ab. «Weshalb ihnen nun im Namen des Jugendschutzes eine weitere Einnahmequelle entzogen werden soll, ist mir schleierhaft.» Seiner Erfahrung nach handelt es sich bei den exzessiven Trinkern um einen verschwindend kleinen Teil. «Der Grossteil hat sich doch im Griff – selbst wenn der eine oder andere Jugendliche mal über die Stränge haut.»

Das Verkaufsverbot von vergünstigten Bieren und Weinen soll sich laut Sucht Info Schweiz derweil nicht nur auf das Gastgewerbe beschränken, sondern auch den Detailhandel mit einschliessen. «Wir sehen einen klaren Zusammenhang zwischen Happy Hours und Jugendalkoholismus, aber natürlich ist nie nur ein Grund ausschlaggebend, dass es schliesslich zum Rauschtrinken kommt», sagt Monique Helfer.

Keine exzessiven Trinker

Kritisch steht der Forderung von Sucht Info Schweiz auch Thomas Merian gegenüber, der Initiant des Basler Citybeach. Dort erhält man von Montag bis Freitag zwischen 17 und 19 Uhr jeweils zwei Bier oder Cüpli zum Preis von einem. Jugendliche, die sich hemmungslos betrinken, hat aber er noch nie gesehen. «Wir hätten lieber, wenn man es uns überlässt, was wir unseren Gästen bieten», sagt er.

Philip Getty, Inhaber der Redrocks-Bar bei der Heuwaage und Ex-Polizist aus England, kann die Argumente der Jugendschützer zwar verstehen. «Wir haben eine Verantwortung gegenüber Jugendlichen, die noch nicht wissen, wie sie mit Alkohol umgehen sollen.» Andererseits wolle man der Kundschaft mit der Happy Hour etwas zurückgeben. Zum exzessiv Trinken komme niemand. «Wir haben nicht die Erfahrung gemacht, dass Leute nur für die Happy Hour zu uns kommen und dann wieder gehen», sagt Getty. (Basler Zeitung)

Erstellt: 14.08.2010, 08:07 Uhr

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16 Kommentare

Werner Schweizer

14.08.2010, 08:25 Uhr
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Immer wird der Jugendschutz in den Vordergrund gestellt. Wenn die Jugendlichen durch die Erzieher richtig auf das Leben eingestellt werden braucht es solche Verbote nicht. Die Wirte sind auch Unternehmer und schon sollen diese, nach dem Rauchverbot, in ihrer Wirtschaftstätigkeit wieder eingeschränkt werden. Antworten


peter meier

14.08.2010, 09:20 Uhr
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Rauchverbot, Happy Hours-Verbot.....dafür Drogen legalisieren...das Gastgewerbe lässt danken....vielleicht sollte man sich mal überlegen diese "Fachstellen" zu verbieten.....sind eh unnötig....und die lassen sich ihre unsinnigen Ansichten noch von Steuergelder bezahlen... Antworten



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