Basel
Zum Jubiläum eine Portion Heimatgefühl
Von Nicole Stocker. Aktualisiert am 19.07.2010 19 Kommentare
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Die ersten Formationen stehen reglos im Hof der Kaserne – eine fast schon gespenstische Stille macht sich breit. Plötzlich durchbrechen Fanfarenklänge die Stille: Die musikalische Weltreise durch vier Kontinente hat begonnen. Langsam öffnet sich das grosse Holztor der Kaserne und aus einem in violettes Licht getauchten Nebelmeer treten die Massed Pipes and Drums in die Arena. In ihren bunten Schottenröcken marschieren die Trommler und Dudelsackspieler über den Hof und formieren sich zu Ehren des Tattoo-Jubiläums zur Zahl 5.
Es ist der Auftakt zu einer Show, die ein buntes Potpourri aus besinnlichen Momenten und ausgelassener Stimmung, geordnetem Chaos und militärischer Präzision, Exotik und Heimatgefühl bietet. So mahnt der Auftritt der heissblütigen Mexikaner an ein ausgelassenes, exotisches Guggenkonzert, während das norwegische Drill Platoon der His Majesty Kings Guard das Publikum mit seiner unglaublichen Präzision in den Bann zieht. Wenn die Mitglieder der Königsgarde sich stocksteif zu immer neuen Figuren auffächern, in rasendem Tempo der Reihe nach ihre Gewehre – mit offenem Bajonett notabene – auf den Boden stellen oder sie rücklings durch die Luft werfen, stockt den Zuschauern der Atem.
Kühe und Schweizer Hits
Etwas gemächlicher geht es im ersten der beiden historischen Akte zu und her. 14 Fribourger Kühe spazieren gemütlich in die Arena und verwandeln sie mit ihren prächtigen Tannbaumspitzen, dem Blumenschmuck und ihren Glocken in eine urchige Alpenwelt, in der auch die fröhlich in die Runde winkenden Sennen nicht fehlen dürfen. Gemeinsam inszenieren sie den Alpaufzug – begleitet von den Klängen des «Ranz des Vaches». Und obwohl sie nicht viel mehr tun, als winkend dazustehen und wieder aus der Arena zu ziehen, begeistern die Fribourger das Publikum mit ihrem Brauch.
Während die nächsten Militärmusiken auftreten, beginnt die Uhr der Kaserne verrückt zu spielen. Plötzlich zeigt sie vier Uhr an und 240 Fasnächtler mit Kostümen, Larven und Kopfladäärnli zaubern mitten im Sommer einen prächtigen Morgestraich in die Arena. Vor dem grossen Finale zeigt die britische Band of HM Royal Marines mit ihren wunderschönen Arrangements, weshalb sie punkto Militärmusik weltweit als Massstab gilt. Dann marschieren die 1300 Mitwirkenden des Jubiläums-Tattoo ein letztes Mal in die Arena.
Ein Hauch Patriotismus kommt auf, als sich das Publikum zur Nationalhymne erhebt und lautstark mitsingt. Als letztes Glanzlicht verzaubert die stimmgewaltige Corinne Gfeller das Publikum – begleitet von den Massed Pipes and Drums sowie den Militärmusiken singt sie die Schweizer Hits «Träne» und «Ewigi Liäbi». Dann steht der Lone Piper traditionell auf dem linken Kasernenturm und legt einen letzten Tattoo-Zauber über die Arena. (Basler Zeitung)
Erstellt: 19.07.2010, 07:49 Uhr
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19 Kommentare
Nur mal ganz kurz als kleine Info am Rande: das Basel Tattoo ist ein Military-Tattoo. Da ist klar, dass es auch etwa militärisch zu und her geht. - Und für alle die es immer noch nicht wissen: Die Basler Fasnacht hat einen militärischen Hintergrund, und kann also ganz gut auch an einem Military-Tattoo gezeigt werden. - Mir als eine der 240 Fasnächtler am Tattoo macht es auf jeden Fall viel spass. Antworten
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