Basel
Zwei neue Passerellen am Bahnhof SBB
Von Peter Schenk. Aktualisiert am 21.01.2011 37 Kommentare
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Die SBB planen zwei zusätzliche Unter- oder Überführungen am Bahnhof SBB. Damit soll die bestehende Passerelle entlastet werden. Braucht es die Querungen?
Ja
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932 Stimmen
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Die Aufgabe ist ganz neu. Am 4. Januar dieses Jahres erhielt Urs-Martin Koch, zuständig für die SBB Infrastruktur in der Nordwestschweiz, den Studienauftrag zu untersuchen, wie zwei weitere Verknüpfungen zwischen dem Gundeldinger Quartier und dem Bahnhofsgebäude auf der Seite des Centralbahnplatzes aussehen könnten. Ziel ist es, «die Problematik der Personenflüsse im Bahnhof SBB nachhaltig zu lösen», wie es im Auftrag heisst. «Es ist ein schönes Problem, wenn die Passerelle schon nach knapp zehn Jahren Probleme mit der Kapazität hat», sagte Koch.
Die Ergebnisse der voraussichtlich SBB-intern zu erstellenden Studie erwartet Koch für Mitte 2012. Er äusserte sich am Mittwochabend beim öffentlichen Teil der Mitgliederversammlung der Gruppe Bahnhof, die dem Thema Projekte im Umfeld des Bahnhof SBB gewidmet war. Koch soll unter anderem klären, wie gross die neuen Passerellen sein werden, wo sie liegen, wie sie mit der Stadt verknüpft und wie sie kommerziell genutzt werden könnten.
Eine der neuen Passerellen würde zwischen dem westlichen Bahnhofsgebäude, in der Nähe des heutigen Elsässer Bahnhofs, und dem Meret-Oppenheim-Platz entstehen, bei dem auch ein neues, 70 Meter hohes Hochhaus geplant ist – wie der Südpark ein Projekt von Herzog & de Meuron und ihrem Partner Robert Hösl. Die Überprüfung verschiedener Überbauungsvarianten wurde Ende 2010 abgeschlossen. Gemäss SBB-Mediensprecher Roman Marti wollen die SBB im Sommer dieses Jahres mit den Planungsarbeiten für ein Vorprojekt beginnen.
Markthalle
Koch betonte, dass die Planungen für die neue westliche Passerelle gut mit denen für das Hochhaus abgestimmt werden müssten. Auf der anderen Seite des Bahnhofs schiele er zur Entwicklung bei der Markthalle. Das ist sinnvoll, denn diese wird vom Bahnhof SBB her öffentlich zugänglich sein und mit einer Kaskadentreppe Richtung Heuwaage weitere Anbindungen zur Stadt schaffen. Ausserdem soll die Markthalle vom Steinentorberg erschlossen werden, wie Architekt Christian Blaser ausführte, der wie Koch und Robert Hösl als Referent bei der Veranstaltung der Gruppe Bahnhof auftrat. Blaser ist für den Umbau der Markthalle verantwortlich, die 2012 eröffnet werden soll.
Robert Hösl sah in der westlichen Passerelle eine Chance, den derzeit noch oft verlassenen Meret-Oppenheim-Platz zum Leben zu erwecken. «Es ist ein guter Ort und hier könnten die Personenströme konzentriert werden. Für das Gundeldinger Quartier liegt hier ein grosses Potenzial», sagte der Architekt.
In der Halle
Wie Koch ausführte, sieht der Studienauftrag der SBB vor, neben der westlichen Verknüpfung auch eine weitere östliche Querung zu untersuchen. Sie müsste innerhalb der Bahnhofshalle noch vor der bestehenden schmalen Verbindung beim Postgebäude zur Solothurner- und Hochstrasse entstehen.
Bei beiden Passerellen-Projekten ist offen, ob sie über- oder unterirdisch verlaufen sollen. «Das muss die Studie zeigen», sagte der SBB-Infrastrukturchef. Eine Verbreiterung der bestehenden Passerelle, wie sie auf der Veranstaltung der Gruppe Bahnhof angesprochen wurde, hielt er nicht für möglich, weil sie während des Umbaus nicht genutzt werden könnte. Eine wichtige Rolle bei der Studie zu den neuen Passerellen spielt der Rahmenplan für die Verkehrsinfrastruktur in den nächsten Jahrzehnten. Er soll bis Ende 2011 vorliegen.
Zugänge
Wenig begeistert zeigte sich der SBB-Manager von der auch vom Kanton propagierten Idee, von der Margarethenbrücke Zugänge auf die Geleise 11 bis 17 zu schaffen. Er begründete dies mit der Angst, so könnten neue Engpässe entstehen. Koch schloss aber nicht aus, dass die SBB eines Tages einen Grossversuch für diese Zugänge organisieren könnten.
Als weiteres Projekt steht der Bau von vier zusätzlichen Geleisen parallel zur Meret-Oppenheim-Strasse auf der Südseite des Bahnhofs an. Koch kündigte an, dass dann auch das Problem von 600 Veloabstellplätzen, die wegfallen würden, gelöst werden müsste. (Basler Zeitung)
Erstellt: 21.01.2011, 06:34 Uhr
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37 Kommentare
Da staune ich aber gewaltig - ein neues Problem? Opfer ihres Erfolgs? Ich bin mir ziemlich sicher, vor 8 Jahren mit Sicherheit eine Mehrheit bereits moniert, dass die Passarelle mit den Aufgängen viel zu klein dimensioniert sei und die Diskussion war immer vorhaden. Der Autor und vor allem die SBB müssen ja gewaltige Gedächtnislücken besitzen. Das Konzept ist ein einziger Mega-Fehler für Reisende. Antworten
Bei der Eröffnung vor acht Jahren getraute ich mich beim höchsten Kreis der SBB u.Stadt Basel zu sagen,dieses neue Objekt sei mind.eine Nummer zu klein geraten. Wurde allerseits milde belächelt-von den Auswärtigen war ich einer der ganz "Wenigen" die wie seit altersher per Zug ankamen.Hoffentlich arbeiten und ent- scheiden heute Leute mit Visionen -und spazieren nicht allein mit ihrem Titel ! Antworten
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