Aus der Reha Chrischona könnte ein Hospiz werden

Das Palliativzentrum Hildegard sucht einen geeigneten Standort für das geplante Drei-Generationen-Haus.

Eine Klinik im Grünen. Das Bürgerspital Basel plant, die Reha Chrischona in Bettingen per Ende April 2019 zu schliessen.

Eine Klinik im Grünen. Das Bürgerspital Basel plant, die Reha Chrischona in Bettingen per Ende April 2019 zu schliessen. Bild: Dominik Plüss

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Im vergangenen Herbst wurde bekannt, dass die Reha Chrischona in Bettingen per Ende April 2019 geschlossen werden soll. Und obwohl der Bürgergemeinderat erst im Juni darüber entscheiden wird, ist die geplante Überführung der Reha ins Felix-Platter-Spital in Basel bereits in vollem Gange: Nach der Bekanntgabe der Schliessung kam es bei der Höhenklinik zu mehreren Abgängen. Die Vakanzen wurden bereits oder werden noch durch Felix-Platter-Personal ersetzt.

Auch über die Nachnutzung der Institution macht man sich intensiv Gedanken. Wie Bürgerspital-Direktor Beat Ammann Anfang Februar in der BaZ ausführte, sammelt eine Projektgruppe bereits Ideen. Gegen Ende Jahr und nach Absprache mit den Gemeinden Riehen und Bettingen soll über ein konkretes Angebot informiert werden.

Eine Idee scheint derzeit besonders im Vordergrund zu stehen: Auf der Chrischona könnte nach der Stilllegung der Reha in Zusammenarbeit mit dem Palliativzentrum Hildegard in Basel ein Hospiz entstehen. «Der Vorschlag kam von den Angestellten der Reha, unmittelbar nachdem bekannt geworden war, dass das Hildegard-Zentrum einen Standort für ein Kinder-Palliativzentrum sucht», bestätigt Eva Biland Recherchen der BaZ. Sie ist Ärztin in der Chrischona-Klinik und Gemeinderätin in Bettingen. An einer Vollversammlung im Januar bat Bürgerspitalleiter Beat Ammann das Personal, sich Gedanken zur Umnutzung der Klinik im Grünen zu machen.

Ein Angebot auch für Kinder

Mehr als ein Kinder-Hospiz schwebt Hildegard-Direktor Henri Gassler ein Drei-Generationen-Haus vor. Ein Haus, in dem Palliative Care für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Betagte angeboten wird. «Wir sind immer noch auf der Suche nach dem geeigneten Standort», sagt Gassler auf Anfrage. In diesem Zusammenhang sei die Idee der Chrischona an ihn herangetragen worden. Es habe sich hierbei nicht um eine offizielle Anfrage gehandelt, sondern vielmehr um ein informelles Gespräch über die Möglichkeit, dieses Projekt in der Liegenschaft der jetzigen Reha zu verwirklichen. Der Vorschlag sei durchaus interessant, sagt Gassler. «St. Chrischona ist ein wunderschöner Ort. Wir prüfen gerade verschiedene, auch stadtnähere Möglichkeiten und werden wieder kommunizieren, wenn wir ein konkretes Projekt präsentieren können.»

Sollte die Chrischona-Klinik tatsächlich für das Hildegard-Vorhaben infrage kommen, würde Patrick Hafner dies sehr begrüssen. Der Statthalter des Basler Bürgerrats und SVP-Grossrat war zusammen mit der Leitung des Bürgerspitals federführend beim Entscheid, die Reha zu verlegen und unter der Leitung des Felix-Platter-Spitals in einer zentrumsnahen Infrastruktur weiterzuführen. «Ich würde mich freuen, wenn ein neues, gutes Konzept in den schön gelegenen Räumlichkeiten auf der Chrischona realisiert werden könnte», sagt Hafner. Selbst Eva Biland kann der Idee Gutes abgewinnen. Dies, obwohl sie die Schliessung der Reha Chrischona stark kritisiert und deshalb ihre Stelle als Ärztin gekündigt hat. Als Gemeinderätin von Bettingen wird sie sich aber weiterhin mit der Klinik befassen. «Von der idyllischen und privaten Lage her wäre es sicherlich ein stimmiger Ort für ein Hospiz», sagt sie. Biland weist zudem auf den nahe gelegenen Generationen-Spielplatz hin oder den «beliebtesten Schlittelhang in der Region», der neben der Klinik liegt. Das eigene Therapie-Schwimmbad wäre für ein Kinder-­Palliativzentrum ebenfalls wertvoll.

Synergien nutzen

Überhaupt ist Biland überzeugt, dass viele Synergien genutzt werden könnten: etwa die in der onkologischen Rehabilitation angebotene Musik- und Kunsttherapie, aber auch der technische Dienst oder die Küche. Offen sei, ob die aktuelle Situation mit den teilweise fehlenden Nasszellen in den Zimmern den Anforderungen eines Palliativ­zentrums genüge oder ein grös­serer Umbau nötig wäre, sagt sie. Biland ist überzeugt, dass das Bürgerspital selbst mit der Nachnutzung der Klinik hohe Investitionen haben werde. Denn neben der nötigen Mindestsanierung fielen auch Kosten für den Zusammenschluss mit dem Felix-Platter-Spital an. Allerdings steht noch nicht fest, ob das Bürgerspital weiterhin Eigentümer der Liegenschaft auf der Chrischona wäre oder diese dem Nutzer verkaufen würde.

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(Basler Zeitung)

Erstellt: 20.03.2017, 07:14 Uhr

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