Eric Weber will für die SVP antreten

Der Basler Politquerulant Eric Weber schrieb ein bizarres Bewerbungsmail an Christoph Blocher – und erhielt Antwort.

Der Moment der Abwahl: Eric Weber bei den Basler Grossratswahlen 2016.

Der Moment der Abwahl: Eric Weber bei den Basler Grossratswahlen 2016. Bild: Kostas Maros

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Nach der Abwahl aus dem Basler Grossen Rat sucht sich Eric Weber (bisher Volks-Aktion gegen zuviele Ausländer und Asylanten in unserer Heimat, VA) eine neue politische Heimat. Er schrieb eine E-Mail an das Sekretariat der SVP Schweiz und bot an, «die mir ausgestreckte Hand gerne entgegen zu nehmen», da seine VA nun nicht mehr gegen die SVP antreten werde. Er sei der «letzte Mohikaner» von über 250 Kantonsräten, die die VA einst gestellt hätten, als «Vorläufer der SVP».

Im Mail jammert Weber, das linke Wahlbüro habe ihm bei den Wahlen die nötigen 100 Stimmen «gestohlen». Er schreibt: «Nun habe ich ab Januar 2017 keine Arbeit mehr. Vom RAV werde ich nur 300 Franken pro Monat erhalten, da diese die Pauschale als Grossrat nicht mit einrechnen, sondern nur das Sitzungsgeld.»

Er möchte nun bei der SVP «mitmachen», führt Weber aus. «Ich bin ein altes Wahlkampf-Ross, sammle gerne viele Unterschriften, schreibe gute Texte.» Weber fragt an, ob im Generalsekretariat der SVP in Bern eine Stelle frei sei. Oder allenfalls in Zürich. Als Lohnvorstellung nennt Weber 1000 Franken pro Monat. «Das würde mir vorerst reichen.»

Aufnahme bei SVP nicht vollzogen

Vom Generalsekretariat erhält Weber eine Antwort, unterzeichnet von Christoph Blocher: «Ihre Einstellung finde ich grossartig. Statt als ‹letzter Mohikaner› zu resignieren, suchen Sie nach neuen Wegen. Das freut mich, mit Ihnen einen neuen Mitkämpfer in der SVP zu wissen. Darf ich Sie in dieser Angelegenheit bitten, sich ans SVP-Generalsekretariat zu wenden.» SVP-Generalsekretär Gabriel Lüchinger bestätigt den Versand der Antwort gegenüber der BaZ. Unklar ist, ob Blocher wirklich bewusst war, wer sich da aus Basel gemeldet hat. Und noch ist eine Aufnahme Webers bei der SVP nicht vollzogen.

Weber hingegen jubelt bereits: «Grossrat Eric Weber ist nicht zu vernichten,» schreibt er in einer Medienmitteilung über sich selbst. In drei Jahren werde er auf der Liste der SVP im Kleinbasel kandidieren. Es sei aber noch offen, ob Weber als Parteiloser oder als SVP-Mitglied kandidiere. «Auf den Listen der Linken finden sich auch immer viele Parteilose und zahlreiche Polit-Spinner.»

Und dann folgt das «Highlight» der Weberschen Medienmitteilung: «Unser Staatspräsident Christoph Blocher ist der beste Politiker in unserem Lande. Ich hoffe, er bleibt uns noch 20 Jahre erhalten.» Er habe der SVP «versprochen, sich zu mässigen».

Als seine erste Amtshandlung werde Weber der SVP Basel Anfang Februar rund 500 Mitglieder-Anschriften der VA übergeben. Damit sei dann seine bisherige Partei aufgelöst und in der SVP aufgegangen. (amu)

Erstellt: 24.01.2017, 11:15 Uhr

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