Kaserne erhält mehr Geld, Morin die Prügel

Der Grosse Rat hat die Subventionen für das Kulturhaus Kaserne erhöht. Die Regierung hat indes eine Kompensation beim Theater Basel angekündigt. Das sorgte für Empörung.

10 Millionen für die Kaserne: Der Kanton subventioniert den Kulturbetrieb.

10 Millionen für die Kaserne: Der Kanton subventioniert den Kulturbetrieb. Bild: Christian Jaeggi

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Die Kaserne bekommt insgesamt gut zehn Millionen Franken für die Jahre 2017 bis 2020, wie der Grosse Rat am Mittwoch deutlich beschloss. Das sind 1,6 Millionen mehr als bisher.

Die Regierung hatte eine gestaffelte Erhöhung der Subvention um 100'000 Franken im Jahr 2017 und je 500'000 Franken in den Jahren 2018 bis 2020 beantragt. Damit solle die Kaserne Stabilität und Handlungsspielraum erhalten können, argumentierte der für die Kultur verantwortliche Regierungspräsident Guy Morin vor dem Parlament.

Morin sprach von einer «erfreulichen Erfolgsgeschichte» der Kaserne unter der Leitung von Carena Schlewitt. Das Haus habe viel Renommée und Ausstrahlung gewonnen und sei heute eine «unverzichtbare Einrichtung» in Basel, eine «zentrale Stätte» für die freie Szene. Die Saläre seien jedoch heute teils sehr tief und daher anzuheben.

Einzig die SVP lehnte die Erhöhung ab. Mit mehr Staatsmitteln Billette zu verbilligen, sei falsch. Es sei auch eine «unseriöse» Vorlage; man dürfe nicht eine Kulturinstitution gegen eine andere ausspielen - die Regierung hatte eine spätere Teilkompensation der Kaserne-Erhöhung mit weniger Geld für das Theater Basel angekündigt.

Prügel für Morin

Just diese Ankündigung und die ungelenke Kommunikation dazu löste diversen Widerspruch im Saal aus - wobei alle ausser der SVP die Kaserne lobten und deren Subventionsaufstockung befürworteten. Die LDP mahnte, das Theater Basel erlebe bereits eine «kalte Kürzung», mit gekappten Kleinausgaben und wegen einer Bausanierung gekürzten Energie-Mitteln.

Die FDP begrüsste das Kompensationsprinzip: Wenn man Prioritäten neu setze, bedeute dies auch Posterioritäten zu setzen; das Kulturbudget dürfe nicht einfach immer ansteigen. Derweil mahnte die GLP, höhere Billettpreise könnten das Ziel der Kaserne gefährden, mit differenzierten Preisen verschiedene Publika anzuziehen.

So blieb der SVP-Antrag, die Kaserne-Subvention auf dem bisherigen Niveau von 2,1 Millionen im Jahr zu belassen, am Ende erfolglos; er wurde mit 68 gegen 16 Stimmen abgelehnt. In der Schlussabstimmung wurde die Subventionsvorlage dann mit 73 gegen 11 Stimmen unterstützt.

Theatersubvention 2018 auf dem Tisch

Morin wehrte sich für seine kargen Informationen, Finanzplanung sei eben Regierungssache. Die Exekutive habe seinem Departement den Auftrag zur Teilkompensation erteilt. Heute sei aber noch völlig unklar, wie das dann genau umgesetzt wird. Das Parlament bekomme Mitte 2018 eine Vorlage für 2019; dann könne man konkret diskutieren.

Schlewitt hatte übrigens im September nach zehn erfolgreichen Jahren ihren Abgang bei der Kaserne per Sommer 2018 angekündigt. Sie übernimmt dann die Intendanz im Europäischen Zentrum der Künste Hellerau in Dresden. (amu/sda)

Erstellt: 14.12.2016, 17:22 Uhr

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