Mehlwürmer in der Falafel

Die Mensa der Universität Basel bot am Dienstag ihr erstes Gericht mit Insekten an.

Wo sind denn da die Mehlwürmer? Ganz normal und appetitlich sah der Insektenfalafel aus. Bild: SV Schweiz

Wo sind denn da die Mehlwürmer? Ganz normal und appetitlich sah der Insektenfalafel aus. Bild: SV Schweiz

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Nach Hitzbergers Insektenburger folgte nun auch die Mensa der Universität Basel dem Insektentrend und bot ein Gericht mit Insekten an. Am Dienstagmittag konnten die Studenten zwischen einer Falafel mit Mehlwürmern oder einem Klöpfer mit Speck und Käse wählen.

Auch wenn die Wahl vielen Studenten nicht schwer zu fallen schien, gab es doch einige die sich mutig an das neue kuriose Gericht wagten. Aber wer auf eine Falafel gehofft hatte, in der Mehlwürmer dekorativ über weisse Joghurtsauce gestreuselt werden, wurde enttäuscht. Die aufregende Insektenfalafel sah genauso aus wie jede andere Falafel.

Genauso ernüchternd sei sein Geschmack gewesen. «Gut - völlig normal», beschrieb ihn ein Student, auch wenn der erste Biss etwas Überwindung gekostet hätte. Die Falafel war mit 12 Franken (für Studenten) eins der teureren Gerichte in der Mensa. Sind Insekten demnach gar kein günstiges Essen der Zukunft? SV Schweiz bestätigte, dass die Preise für essbare Insekten - anders als gedacht - recht hoch seien.

Steigende Preise seit 1.Mai

Gerade in den letzten Wochen seien die Preise aufgrund des grossen Interesses noch um ein Vielfaches gestiegen. Denn die Zulassung von Insekten zum menschlichen Verzehr ist relativ neu. Erst seit dem 1. Mai sind drei Arten von Insekten für den menschlichen Verzehr gesetzlich zugelassen: Mehlwürmer, Grillen und Wanderheuschrecken.

SV Schweiz ergriff diese Möglichkeit und bot die Insektenfalafel im Rahmen einer Streetfood-Woche in rund zehn Mensen in der Schweiz an. Die verwendeten Mehlwürmer kamen dabei aus Holland und wurden von der Firma In-Snekt in der Schweiz verarbeitet.

Superfood der Zukunft

Auch in Zukunft sind andere Gerichte mit Insekten möglich. «Wünscht ein Auftraggeber in seinem Restaurant ein Insektenmenu, so gehen wir gerne darauf ein.», sagte Marion Münstermann, Pressesprecherin von SV Schweiz.

Nun liegt es also an den Studenten und ob bei ihnen die Neugier den Ekel überwiegt. Mit ungesättigten Fettsäuren, viel Eisen, Mineralien und Vitamine wären die Insekten theoretisch für die Studenten ein echtes Superfood fürs Gehirn. (Basler Zeitung)

Erstellt: 09.05.2017, 15:33 Uhr

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