Basel
Strauss von Flusspferd in Zolli totgebissen
Von Fabian Baumann. Aktualisiert am 09.10.2008 4 Kommentare
Scheuer Blick: Den Muntjaks im Zolli sind ihre grösseren Mitbewohner noch nicht ganz geheuer. Foto Thomas Jermann
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Einen Moment lang passte der Strauss nicht auf: Der noch nicht ganz ausgewachsene Vogel rutschte aus und fiel in das Wasserbecken der Afrika-Anlage. Ein fataler Fehler, denn die dort beheimateten Flusspferde dulden keine Revierverletzungen. Eines der Tiere biss denn auch sofort zu, als es den hilflosen Strauss erblickte. Der Strauss war nicht der erste Zolli-Bewohner, der einem Flusspferd zum Opfer fiel: Vor vier Jahren biss Flusspferd Wilhelm überraschend den Zebrahengst Kalungu tot, mit welchem er jahrelang friedlich zusammengelebt hatte.
Der erneute Zwischenfall zeigt: Es ist nicht unproblematisch, mehrere Tierarten in einem Gehege zu halten. Trotzdem erfreuen sich solche tierischen Wohngemeinschaften im Zolli derzeit grosser Beliebtheit. So leben beispielsweise in der diesen Sommer eingeweihten Nashorn-Anlage nebst den Panzernashörnern auch Muntjakhirsche und Zwergotter.
Für Kuratorin Friederike von Houwald ist klar, dass der Zolli weiterhin auf Gemeinschaftsgehege mit mehreren Arten setzen muss: «Es wäre ein riesiger Rückschritt, wenn wir diese naturnahe Art der Haltung aufgeben würden.» Unfälle könne man aber nie ganz ausschliessen, sagte sie gestern am Zolli-Apéro. Es gelte daher, das Risiko zu minimieren, indem man den schwächeren Tieren Rückzugsmöglichkeiten biete.
keine Angst vor Nashörnern
In der Nashorn-Anlage, die den ersten Teil des geplanten Asienbereichs bildet, wurde für solche gesorgt: So können sich die nur 40 Zentimeter hohen Muntjaks auf mehreren dicht bewachsenen «Inseln» verstecken, für die Otter gibt es einen künstlichen Bach mit seichtem Wasser. Gerade die Zwergotter scheinen ihre Rückzugsgebiete aber nicht wirklich zu benötigen. Die vorwitzigen Tiere zeigen keinerlei Angst vor den Nashörnern und schwimmen in nächster Nähe an ihnen vorbei.
Von Houwald freut sich besonders über die Gelassenheit der tonnenschweren Dickhäuter: «Sie interessieren sich offenbar überhaupt nicht für ihre viel kleineren Mitbewohner.» Die Muntjakhirsche scheinen der Ruhe indes noch nicht so recht zu trauen. Die meiste Zeit verbringen sie im Dickicht in sicherem Abstand von den Nashörnern, was es für Zolli-Besucher schwierig macht, sie zu Gesicht zu bekommen. Dies gehört jedoch auch zum Konzept der modernen Anlage, wie von Houwald erklärt: «Die Besucher sollen sich etwas Zeit nehmen und die Tiere in einer natürlichen Umgebung entdecken.» (Basler Zeitung)
Erstellt: 09.10.2008, 15:15 Uhr
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