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Das Geheimnis des «iGod»
Von Anatol Heib. Aktualisiert am 14.04.2011 12 Kommentare
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Jobs Präsentationstricks
Über den Autor
Carmine Gallo arbeitet als Coach für Top-Führungskräfte und unterstützt sie bei Vorträgen, Interviews, Präsentationen, Roadshows, Lesereisen und Produkteinführungen. Vor seinem Buch «Was wir von Steve Jobs lernen können» (Redline Verlag, 37 Franken) schrieb er den US-Bestseller «Presentation Secrets of Steve Jobs».
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«Erfolgreich präsentieren» wie Steve Jobs: So manches Seminar wirbt mit dem Apple-Chef. Seine Produktpräsentationen gelten als Musterbeispiel dafür, wie man Inhalte so präsentiert, dass sie beim Publikum einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Eine seiner Regeln: Der Mensch kann maximal drei oder vier Informationsbruchstücke gleichzeitig verarbeiten und in seinem Kurzzeitgedächtnis speichern. Jobs portioniert die Beschreibung neuer Produkte und Ideen denn auch oft in drei Schlüsselpunkte.
Was den Firmenchef antreibt
Doch welche Gedanken und Lebenseinstellungen leiten den Firmenchef? Autor Carmine Gallo, der Führungskräfte coacht und bereits Jobs' Präsentationstricks unter die Lupe nahm (siehe Infobox), versucht in seinem soeben erschienenen Buch «Was wir von Steve Jobs lernen können» die Antworten zu liefern. Im Kern geht es um sieben Prinzipien. Diese leitet der Autor aus einer Analyse von Jobs' Aussagen während der letzten 30 Jahre ab – ergänzt durch Berichte ehemaliger Apple-Mitarbeiter und Experten, die das Unternehmen seit Jahrzehnten hautnah miterlebt haben.
Die sieben Prinzipien von Steve Jobs
1. Tu das, was du liebst: Steve Jobs sei ein Leben lang seinem Herzen gefolgt, was in seinen Augen den entscheidenden Unterschied ausmacht.
2. Hinterlasse Spuren im Universum: Jobs hat es laut Gallo verstanden, Gleichgesinnte zu gewinnen, die seine Vision teilten und dabei halfen, seine Ideen in weltverändernde Innovationen umzusetzen. «Die Apple-Rakete wurde stets von Leidenschaft angetrieben und Jobs’ Vision legte das Ziel fest.»
3. Bring dein Gehirn auf Hochtouren: Innovation kann nicht ohne Kreativität existieren und für Steve Jobs ist Kreativität ein neu Zusammenfügen von Informationen.
4. Verkauf Träume, nicht Produkte: Für Jobs sind die Käufer von Apple-Produkten keine Konsumenten. Es sind Menschen mit Träumen, Hoffnungen und Ambitionen. Seine Produkte sollen dazu beitragen, diese Träume zu verwirklichen.
5. Sag Nein zu tausend Dingen: Einfachheit ist laut Jobs der Schlüssel zu wahrer Raffinesse. Vom Design des iPod bis zum iPhone, von der Verpackung der Apple-Produkte bis zur Funktionalität der Apple-Website – Innovation ist in seinen Augen, entbehrliche Dinge auszumerzen, damit die unentbehrlichen für sich selbst sprechen.
6. Schaffe einzigartige, unvergessliche Erfahrungen: Jobs habe Apple (AAPL 562.29 -0.54%) Stores zum «Goldstandard» gemacht, an dem sich die Qualität des Kundendienstes messe. Der Apple Store sei durch die Einführung einfacher Innovationen, die jedes Unternehmen übernehmen könnte, um eine tief verwurzelte und dauerhafte emotionale Kundenbindung zu entwickeln, zum besten Einzelhändler der Welt geworden.
7. Beherrsche die Botschaft: Jobs hat es verstanden, Produkteinführungen zur Kunstform zu erheben. Man kann die besten Ideen haben, doch wenn es nicht gelingt, andere dafür zu begeistern, ist die Innovation zum Scheitern verurteilt.
Keine Kompromisse
Darüber hinaus kommen im Buch auch Wirtschaftsführer, Bildungsexperten und Inhaber kleiner und mittelständischer Unternehmen zu Wort. Das tut dem Buch gut, denn sonst erhält man wirklich den Eindruck, dass Steve Jobs der allwissende Guru sei.
Gallos Buch liest sich stellenweise wie ein typisches Motivationsseminar aus den USA: Begeisterung hier, Begeisterung da – immer und überall ist alles möglich. Nach der Vorstellung jedes Prinzips, dem jeweils zwei Kapitel gewidmet sind, folgen die «iLektionen» – Tipps für die Leser wie zum Beispiel: «Tun Sie das, was Sie lieben. Sollten Sie Ihre wahre Berufung noch nicht gefunden haben, suchen Sie weiter. Geben Sie sich nicht mit weniger zufrieden.»
Genau diese Kompromisslosigkeit hat Steve Jobs offenbar schon früh verinnerlicht. Zur Enttäuschung seiner Adoptiveltern verliess er 1972 das College. Er sah darin keinen Sinn mehr. In seinem einzigen Semester nahm er an einem Kalligrafie-Kurs teil – aus nur einem Grund: Er fand ihn faszinierend.
Diese Schriftenschulung hat den Macintosh geboren. Jobs: «Zehn Jahre später, als wir den ersten Macintosh Computer entwickelten, fiel mir alles wieder ein. Und wir machten davon Gebrauch. Der Mac war der erste Computer mit einer optisch ansprechenden Typografie. Wenn ich diesen einen Kurs nicht besucht hätte, wäre der Mac niemals mit multiplen Schriftarten oder proportional verteilten Fonts ausgestattet worden.»
Es sind diese Passagen in Gallos Buch, die dafür sorgen, dass es mehr ist als nur ein «So werden Sie erfolgreicher»-Ratgeber. Man erfährt spannende Geschichten von Apple – von der Gründerzeit bis zur iPad-Lancierung. Das Buch fasst auch viele Zitate von Jobs zusammen, die man so vielleicht noch nie gelesen hat. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 14.04.2011, 11:30 Uhr
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12 Kommentare
Da gibt es nichts zu rütteln: Steve Jobs ist ein genialer Typ! Solche Leute sind ihr Gewicht in Gold wert. Es sind Leute mit einer Vision, sie sind auch mit dem "Macher-Gen" und einer phantastischen Ausstrahlung ausgerüstet. Ein richtiger Anführer seiner Zunft! Und ein Mann, der das Wort "unmöglich" nicht kennt. Ich bewundere ihn! Antworten
Und jetzt die die wichtigste Frage: Würde jemand wie er einen Job in der Schweiz bekommen? Und zwar ohne Fragen wie "Haben Sie schon erfolgreiche Produkte erfunden?" Wer schweizer Unternehmen kennt, der kennt die Antwort: Ein Steve Jobs wäre in der Schweiz ziemlich Job-los. Leider. Antworten
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