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«Mach das iPhone grösser, und du wirst die Welt beherrschen»

Immer wieder lag Alan Kay mit seinen Technik-Prophezeiungen richtig. Kein Wunder, lässt sich selbst Apple-Chef Steve Jobs von dem 70-Jährigen beraten. Wer ist der Visionär?

Sieht so ein Visionär aus? Alan Kay bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde an der spanischen Universität von Murcia Ende Januar 2010.

Sieht so ein Visionär aus? Alan Kay bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde an der spanischen Universität von Murcia Ende Januar 2010.
Bild: Keystone

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Interview mit Alan Kay


(Quelle: Youtube)

Lange bevor die ersten Laptops auf den Markt kamen, propagierte Alan Kay das Konzept des tragbaren Computers. Dynabook hiess das Projekt des heute 70-jährigen Informatikexperten. Ein leichter, kabelloser Rechner, den selbst Kinder nutzen sollten. Das war Ende der Sechzigerjahre.

Steve Jobs' Muse

Angesichts dieser visionären Fähigkeiten erstaunt es nicht, dass selbst ein Mann wie Steve Jobs bei Kay Rat holt: Wie das Portal ipad2010.org berichtet, wurde der studierte Mathematiker und Molekularbiologe nach der Präsentation des iPhones 2007 von Jobs gefragt: «Ist das iPhone verbesserungsfähig?» Kay sagte daraufhin: «Lass den Bildschirm fünf mal acht Zoll gross werden und du wirst die Welt beherrschen.» Das Resultat wurde Ende Januar 2010 präsentiert: der iPad.

Für Menschen, die sich nicht professionell mit der IT-Welt beschäftigen, ist der Informatikwissenschaftler ein unbeschriebenes Blatt. Ganz im Gegensatz zu Branchenkoryphäen wie Jobs, Steve Ballmer oder Bill Gates.

Mehr als ein Hobbymusiker

An seinem Wirkungskreis kann es nicht liegen: Der mit der Schauspielerin Bonnie MacBird verheiratete Kay arbeitete laut dem Onlinelexikon Wikipedia.org in den Sechzigerjahren an grafischen Anwendungen und verdiente sich nebenbei einen Batzen als Musiklehrer. Seiner Leidenschaft für Keyboard und Gitarre fröhnt er bis heute.

Er arbeitete für das legendäre Palo Alto Research Center, entwickelte die Programmiersprache Smalltalk, war drei Jahre lang als Chefwissenschaftler bei Atari und ab 1984 unter anderem in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Apple (AAPL 493.42 0.05%) tätig. Bis 2005 amtete er als Senior Fellow bei den Hewlett-Packard-Laboren, unterrichtete als Privatdozent an der University of California, Gastprofessor an der Universität Kyoto und Privatdozent am Massachusetts Institute of Technology.

Engagement für den «100-Dollar-Laptop»

Vor sechs Jahren präsentierte Kay zusammen mit Nicholas Negroponte, dem legendären Mitbegründer des MIT Media Labs, den so genannten 100-Dollar-Laptop vor. «Der beste Weg, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie zu erfinden», lautet das Motto des Visionärs, der immer noch berufstätig ist (als Leiter des Viewpoints Research Institute). Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die IT-Welt gut beraten ist, Kay nicht aus den Augen zu lassen. Steve Jobs hat diesen Ratschlag beherzigt. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.02.2010, 15:15 Uhr

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