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Was war zuerst, das Huhn oder das iPhone?

Von Reto Knobel. Aktualisiert am 02.06.2010 23 Kommentare

«Mein Gott, wir können ein Telefon damit bauen»: Apple-Chef Steve Jobs beschreibt in seltener Offenheit die Entstehung des iPhones und glaubt zu wissen, wie der Journalismus vor dem Untergang gerettet werden kann.

Quelle: Youtube

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Sich Konkurrenten gegenüber bescheiden zu geben, war noch nie Steve Jobs' Stärke. Auch auf der Konferenz D8 des «Wall Street Journals» teilte der Apple-Chef Seitenhiebe an Microsoft, Google (GOOG 591.53 -2.01%) und Co. aus. «Als wir noch ein Land voller Bauern waren, waren alle Autos Lastwagen – weil man sie auf einem Bauernhof gebraucht hat», so Jobs. PCs hätten zweifellos eine Zukunft, aber nur noch am Rande, so der Chef des Unternehmens, das eben erst den Verkauf von zwei Millionen iPads vermelden konnte.

Wiederholt bekam Adobe sein Fett weg. Der Software-Hersteller sei selber schuld, dass Apple (AAPL 562.29 -0.54%) nicht auf Flash setze. Flash sei nun mal veraltet und Adobe habe keine Verbesserungen präsentiert. «Wir baten darum, uns etwas Besseres zu zeigen, aber sie taten es nie.» Die Zukunft gehöre HTML 5. «Aber wir wollen keinen Tablet-Krieg wegen Flash anzetteln. Es handelt sich nur um eine technische Frage.» Sein Unternehmen habe langsam genug davon, deswegen in der Presse immer angegriffen zu werden.

Steve Jobs lässt nicht locker

Im Gespräch mit den IT-Publizisten Walt Mossberg und Kara Swisher bestätigte der Apple-Chef nochmals die Echtheit des im März verloren gegangenen iPhone-Prototypen. Laut Jobs sind die Untersuchungen noch lange nicht abgeschlossen.

Es könne durchaus sein, dass der Apple-Mitarbeiter, welcher das neuartige Apple-Handy ausserhalb des Firmengeländes testete, bestohlen worden sei. Bislang ging man davon aus, dass der Prototyp in einer Bar liegen gelassen wurde. Er, Jobs, sei sich übrigens gar nicht sicher, ob man Jason Chen, welcher das iPhone über Gizmodo.com einer breiten Öffentlichkeit vorstellte, überhaupt als Journalisten bezeichnen könne.

Obwohl einige Kollegen ihm abgeraten hätten, die iPhone-Prototypen-Story weiterzuziehen, gebe er nicht klein bei: «Das kann ich nicht. Eher würde ich kündigen.»

Wer hat den Kampf begonnen?

Gleichwohl interpretiere er die Prototypen-Affäre nicht nur negativ. «Es gibt Diebstahl. Es gibt Hehlerei. Es gibt Erpressung. Ich bin mir sicher, dass irgendwie auch Sex dabei ist», so Jobs scherzhaft. Darum sei die ganze Sache indirekt eine «grossartige Geschichte».

Zum seit Wochen schwelenden Streit mit Google gab Jobs nur ausweichend Auskunft. Googles Chrome-Browser sei nicht ausgereift und es sei der Suchmaschinenbetreiber, der den Kampf mit Apple suche und nicht umgekehrt. Er dementierte ausserdem Gerüchte, wonach Cupertino die Google-Suche vom iPhone werfen wolle. Die Frage, ob er sich vom ehemaligen Apple-Verwaltungsrat und Google-Chef Eric Schmidt hintergangen fühle, blockte er mit einer Gegenfrage ab. «Mein Sexleben ist grossartig. Und Ihres?»

«Das ist ziemlich surreal»

Seit Kurzem ist Apple an der Börse mehr wert als Microsoft – auch dies wollte Steve Jobs nicht gross kommentieren. «Das spielt keine grose Rolle, es ist nicht wichtig. Für viele Leute, die unsere Industrie gut kennen, ist es ziemlich surreal.»

Die grösste Überraschung des Konferenzinterviews: Apple, so Steve Jobs, habe zuerst am iPad, nicht am iPhone gearbeitet. Er habe die Idee eines Glasbildschirms gehabt, den man mit dem Finger bedienen könne. Nachdem die Entwickler einen gebaut hatten, habe er sich gesagt: «Mein Gott, wir können ein Telefon damit bauen. Also haben wir das Tablet auf die Seite gelegt und daran gearbeitet, das iPhone zu entwickeln.»

iPad als Retter des Journalismus

Das iPad könne durchaus einen wesentlichen Beitrag zur Rettung des Journalismus leisten. «Die Grundlage einer freien Gesellschaft ist eine freie Presse. Wir brauchen heute eine Kontrolle durch die Presse mehr denn je.» Viele Zeitungen hätten grosse Probleme, und er würde es nicht gerne sehen, wenn die USA zu einer «Nation von Bloggern verkommen». Nun ermögliche das iPad ganz andere Möglichkeiten als Printerzeungisse oder statische Webseiten, aber die Verlage sollten weniger dafür verlangen als für die Druckerzeugnisse. «Die grösste Lektion, die Apple beim iPad gelernt hat, ist, den Preis unten zu halten und Mengen zu verkaufen.» (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.06.2010, 11:10 Uhr

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23 Kommentare

Peter Wyss

03.06.2010, 17:14 Uhr
Melden

Ich konnte mir bisher nur wenig vorstellen, warum sich jemand ein iPad zulegen sollte. Nachdem ich es getestet habe, bin ich aber anderer Meinung. Surfen mit dem iPad ist ein Riesenspass. Die Geschwindigkeit in der Dokumente, Browser und Apps geöffnet werden ist unglaublich. Zu hause gemütlich auf dem Sofa sitzen mit dem iPad in der Hand... Kann ich mir gut vorstellen. Kaufe ich einen? Mal schauen Antworten


Mario Monaro

02.06.2010, 17:03 Uhr
Melden

Es ist unglaublich, dass immer wieder dieser Bullshit zum Thema Flash vs. HTML5 wiedergegeben wird! HTML5 und Flash haben eine (recht kleine) Schnittmenge bei der Wiedergabe von Audio und Video. Aber deswegen bräuchte niemand wirklich Flash. Flash ist die mächtigste Entwicklungsumgebung für Animationen, ZUSAMMEN mit Rich Media - nicht nur für das Web. Hört denn niemand auf die Fachleute??? Antworten



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