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Wenn die Fotos aus der Reihe tanzen

Von Matthias Schüssler. Aktualisiert am 12.07.2010 1 Kommentar

Digitale Bilder machen viel Freude, aber manchmal sorgen sie auch für Scherereien. Die drei grössten Ärgernisse – und wie man Abhilfe schafft.

Ein derartiger Gelbstich bekommt auch dem amerikanischen R&B-Superstar Rihanna nicht gut.

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Die analoge Fotografie mit Filmrolle und Abzügen auf Papier feiert dieser Tage ein fröhliches Comeback. Längst sind es nicht nur Nostalgiker, die Polaroidkameras aus den 70er-Jahren wiederentdecken oder mit einer Mittelformatkamera Rollfilm belichten. Zu ihnen gesellen sich vermehrt Enthusiasten, die als Kontrast zur digitalen Perfektion die Fotografie als klassisches Handwerk schätzen und betreiben. Es gibt indes auch computerbedingte Ärgernisse der Digitalfotografie, die man mit einer analogen Kamera ausräumen könnte.

Drei häufige Probleme suchen Digitalfotografen wieder heim: Farbstiche beim Ausdrucken, das Durcheinander in der Fotosammlung und die speicherfressende Datenflut. Deswegen muss man allerdings nicht gleich wieder zur Analogkamera greifen — mit folgenden Tipps bekommt man diese Probleme in den Griff.

Ausdrucken ohne Farbstich

Farbstiche oder auch eine zu helle oder dunkle Reproduktion vergällen die Freude am Poster, am Ausdruck oder an der Belichtung komplett. Es passiert immer wieder, dass Bilder, die am Bildschirm toll aussehen, auf Papier falsch herauskommen. Schuld ist dann der Bildschirm, an dem das Foto bearbeitet wurde. Wenn dieser die Helligkeit oder Farben falsch wiedergibt, werden Bilder nicht verbessert, sondern verfälscht.

Das lässt sich zuverlässig durch eine Monitorprofilierung vermeiden. Ein Messgerät stellt Abweichungen fest und erstellt zur Kompensation ein Profil. Ein solches Gerät ist etwa der Spyder 3 Express von Datacolor, der im Fachhandel für knapp 100 Franken erhältlich ist.

Kostenlos geht es bei Windows 7 mit der Bildschirm-Farbkalibrierung. Dieses Hilfsprogramm starten Sie, indem Sie im Startmenü «dccw» ins Suchfeld eingeben. Mit der Farbkalibrierung stellen Sie den Monitor nach Augenmass ein. Nicht so präzis wie per Messgerät, aber besser als gar nichts. Für ältere Windows-Versionen gibt es unter www.hex2bit.com/products ein Gratis-Tool.

Richtiges Sortieren

Das Anliegen ist simpel: Der Fotograf will seine Bilder in einer sinnvollen Reihenfolge vorzeigen. Umso ärgerlicher, dass diese bei der Weitergabe oft durcheinandergeraten und digitale Alben in Unordnung ankommen.

Dass eine scheinbar so banale Sache nicht klappt, hat ihren Ursprung in der Art und Weise, wie Computer Dateien verwalten. Der Explorer von Windows und der Finder des Mac listen Dateien nicht in einer festen Reihenfolge auf. Sie sortieren sie wahlweise nach einem Dateimerkmal wie Name, Dateigrösse oder Änderungsdatum. Sie können Datei-Icons auch manuell per Maus aufreihen. Diese Anordnung bleibt jedoch nicht erhalten, wenn Sie Bilder auf CD brennen, auf ein USB-Speichermedium kopieren, per Mail versenden oder in einem Bildbetrachtungsprogramm ansehen. Kurz, die Sortierungsarbeit ist für die Katz.

Es gibt drei Lösungen dieses Ärgernisses. Der erste Weg ist eine Ad-hoc-Lösung: das Sortieren anhand des Aufnahmedatums. Dieses ist in den sogenannten Exif-Daten gespeichert. Das ist jener Datensatz, in dem die Kamera nebst dem Zeitpunkt des Klicks auch Blende, Belichtungszeit, Fokusmethode und andere Dinge festhält. Um diese Angaben bei Windows zu nutzen, wechseln Sie im Explorer in die Detailansicht. Der Menübefehl ist bei XP «Ansicht > Details». Bei Windows 7 klicken Sie für den «Details»-Befehl auf die Schaltfläche «Ansicht ändern» am rechten Ende der Symbolleiste. Fügen Sie der Ansicht die Spalte mit dem Aufnahmedatum hinzu: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Spaltenkopf der Detailansicht, wählen Sie «Weitere» aus dem Kontextmenü und anschliessend «Aufnahmedatum» (bei XP «Bild aufgenommen am») aus der Liste aus. Klicken Sie zu guter Letzt auf den Spaltenkopf «Aufnahmedatum».

Damit die chronologische Sortierung bei der Weitergabe erhalten bleibt, benennen Sie die Bilder nach dem Aufnahmedatum. Verwenden Sie als Dateiname Aufnahmejahr, -Monat, -Tag, -Stunde und -Minute, zum Beispiel «20100712-080000.jpg». Bei der normalerweise üblichen Dateinamenssortierung bleibt die Chronologie gewahrt. Für die passenden Namen sorgt beispielsweise das kostenlose Programm AntRenamer (www.antp.be). Öffnen Sie die Rubrik «Datei», und ziehen Sie die umzubenennenden Dateien in die Liste. Kopieren Sie sie vorher, wenn Sie die Originaldateien behalten möchten. Wechseln Sie zur Rubrik «Bearbeiten». Wählen Sie die Kategorie «Benutze Exif-Daten». Das Namensmuster ist %datetime%%ext%. In der Vorschau überprüfen Sie die neuen Dateinamen und klicken auf «Start».

Knifflig wird es, wenn Sie eine manuelle Sortierung anstreben. Das ist kein abwegiger Gedanke, sondern naheliegend, um Bilder thematisch oder nach dramaturgischen Kriterien zu gliedern. Bilder manuell zu sortieren und zu nummerieren, ist in Profi-Programmen wie Adobe Lightroom möglich.

Wenn Sie kein solches Werkzeug griffbereit haben, gibt es unter Windows diesen etwas hemdsärmligen Kniff: Verwenden Sie die Darstellung als Miniaturansicht. Unter «Ansicht > Symbole anordnen nach» schalten Sie die Option «Automatisch anordnen» aus und die Option «Am Raster ausrichten» ein. Stellen Sie die Fotos in der gewünschten Folge von oben nach unten und dann von links nach rechts zusammen. Klicken Sie die erste Datei links oben mit der rechten Maustaste an und wählen «Umbenennen» aus dem Kontextmenü. Betiteln Sie sie zum Beispiel mit «Bild». Wenn Sie die «Enter»-Taste drücken, benennt Windows alle anderen Dateien um und nummeriert sie fortlaufend in der vorgegebenen Reihenfolge.

Bei Windows 7 müssen Sie das auf dem Desktop tun, weil nur hier die freie Anordnung der Fotos möglich ist. Ist Ihnen dieser Weg zu mühsam, dann geben Sie Ihre Fotos nicht als offene Dateien weiter. Präsentieren Sie sie stattdessen als Diaschau, als Webgalerie oder als Fotobuch. Alle modernen Bildverwaltungsprogramme bieten dafür luxuriöse Exportoptionen. Bei Webgalerien auf Picasa (picasaweb.google.com) erscheinen Fotos in der Reihenfolge des Upload.

Speicherplatz sparen

Beim Fotografieren kommen riesige Datenmengen zusammen. Diese zu verwalten und zu sichern, ist ein enormer Aufwand. Manch fleissiger Fotograf rüstet seine Hardware auf. Ein Speichersystem wie der Drobo (www.drobo.com) sichert auf bis zu vier Festplatten zuverlässig Dutzende von Terabytes.

Wer kein Geld in neue Hardware investieren will, kann als Alternative die Datenmenge in Grenzen halten: Passen Sie die Fotoeinstellungen den Gegebenheiten an. Schiessen Sie immer so kleine Dateien wie möglich und so gute Qualität wie nötig. Schuld an riesigen Datenmengen ist das Rohdatenformat (RAW). Die meisten Bilder müssen nicht auf diese Weise archiviert werden. Das RAW- Format ist flexibel bei der Bearbeitung und Korrektur. Darum nutzen Sie es bei schwierigen Verhältnissen, oder wenn Sie wissen, dass Sie ein Bild intensiv nachbearbeiten werden.

Ansonsten reicht das JPG-Format aus. Auf diese Weise gespeichert, belegt ein Foto nur den Bruchteil des Speicherplatzes einer RAW-Datei. Selbst eine starke JPG-Komprimierung, welche die Dateigrösse weiter verringert, stört bei Bildern mit dokumentarischem Charakter nicht. Einige Kameras bieten die Möglichkeit, gleichzeitig in RAW und JPG zu fotografieren. So entscheiden Sie nachträglich bei der Bearbeitung, ob Sie ein Bild in der bestmöglichen Qualität archivieren oder ob die kompakte JPG-Qualität reicht. Löschen Sie beim Sichten der Aufnahmen somit wahlweise entweder die RAW- oder die JPG-Datei.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.07.2010, 21:20 Uhr

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1 Kommentar

Kurt Brüschweiler

12.07.2010, 16:01 Uhr
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Zur Grösse der Fotos möchte ich aber doch noch einige Gedanken hinzufügen. Als ich in die Digitalfotografie einstieg, hatte ich nach der Emfehlung gehandelt - so gross wie nötig. Dies war für mich ein schlechter Ratgeber, denn wie soll dies vor dem Klick wissen! Sinnvoller ist, die bestmögliche JPG-Auflösung zu wählen und nachher aufgrund des Verwendungszwecks die Bilder verkleinern. Antworten



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