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Muss Google seine Kameras tieferlegen?

Der Schweizer Datenschutzbeauftragte Hanspeter Thür erachtet die strengeren Massnahmen von Google Street View Japan als interessant.

Zu viel Aussicht: Die Kamerahöhe der Street-View-Aufnahmewagen löst Diskussionen aus.

Zu viel Aussicht: Die Kamerahöhe der Street-View-Aufnahmewagen löst Diskussionen aus.
Bild: Keystone

Google Japan musste auf Druck der Regierung Verbesserungsmassnahmen für ihr Programm Street View vornehmen. Auch Google Schweiz hat nach Gesprächen mit dem eidgenössischen Datenschutzbeauftragten Hanspeter Thür konkrete Verbesserungsvorschläge unterbreitet, wie beispielsweise die öffentliche Ankündigung einer Aufnahmefahrt.

Wie Hanspeter Thür gegenüber baz.ch/Newsnet ausführt, werte man die Vorschläge von Google Schweiz aus. Man werde «in den nächsten Tagen» das Resultat der Abklärungen bekannt geben.

Thür bestätigt auch, dass das Problem der hochgestellten Kameras, die unter Umständen Einblick in den geschützten Privatbereich ermöglichen, thematisiert worden seien. Um Einblicke in Wohnbereiche zu verhindern, mussten in Japan zahlreiche Panoramaaufnahmen mit einer 40 Zentimeter tiefergelegten Kamera noch einmal aufgenommen werden.

Google habe aber hauptsächlich dafür zu sorgen, dass keine aufgenommenen Gesichter und Auto-Kennzeichen mehr zu erkennen seien, meint Hanspeter Thür. Würde diese Vorgabe erfüllt, sei die Gefahr von missbräuchlichen Zweitverwendungen der Bilder, wie sie in Japan bereits vorgekommen sind, weitgehend gebannt.

Google Japan als künftiger Standard?

Wie die künftigen Verbesserungen von Google Schweiz konkret aussehen könnten, zeigt das Beispiel Japan. So muss die öffentliche Ankündigung einer Aufnahmefahrt mit einer Informationsbroschüre für die betroffenen Einwohner der Gegend ergänzt werden. Darin wird erklärt, wie die Opfer von Panoramaaufnahmen sich an Google wenden und die Bilder entfernen lassen können. Zusätzlich wurde von Google ein Callcenter für Beschwerden eingerichtet.

Als erstes der neun Länder, in denen Street View angeboten wird, bekämpft Japan die missbräuchliche Zweitverwendung der Bilder, indem sich Google selbst um die Entfernung von schädigenden Panoramaaufnahmen auf den Webseiten von Drittpersonen kümmern muss. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.09.2009, 12:14 Uhr

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