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BP kauft den Begriff «Ölkatastrophe»

Von Reto Knobel. Aktualisiert am 10.06.2010 30 Kommentare

Der durch das Umweltdesaster in den USA massiv in die Kritik geratene Konzern reserviert sich bei den Suchmaschinen Google, Bing und Yahoo die besten Plätze.

Die Site «Gulf of Mexico Response» gehört BP – und erscheint in der Google-Trefferliste ganz oben.

Die Site «Gulf of Mexico Response» gehört BP – und erscheint in der Google-Trefferliste ganz oben.
Bild: Bp.com

BP first: Resultat der Suche von «Oil Spill» auf Google.com.

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Der nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko in die Kritik geratene Konzern BP (BPAM 5.1 -0.10%) hat bei den Suchmaschinen Google, (GOOG 591.53 -2.01%) Bing und Yahoo (YHOO 15.36 0.07%) den Suchbegriff Oil Spill (Ölkatastrophe) und andere Wörter gekauft. Dieser Sachverhalt wurde vom Sprecher des Konzerns, Toby Odone, gegenüber «ABC News» bestätigt.

Der Hintergrund: Ergebnisse zu für den Ölmulti heiklen Artikeln oder Websites kommen nun in der Trefferliste erst weiter hinten. Ein Eintrag, der (zumindest auf den englischsprachigen Suchmaschinen) zuoberst erscheint, ist «Gulf of Mexico response» – die Site gehört BP und zeigt unter anderem ein Bild von Arbeitern, die einen relativ sauberen Strand an der Südküste der USA putzen. BP wird es mit dieser prominenten Platzierung massiv erleichtert, ihre Sicht der Dinge («es ist alles gar nicht so schlimm») an den Mann und die Frau zu bringen.

50 Millionen für die Imagepflege

BP hat bislang noch nicht bekannt gegeben, wie viel diese PR-Anstrengung kostet (Experten gehen von 10'000 Dollar pro Tag aus), aber erst kürzlich kritisierte der amerikanische Präsident Barack Obama den Konzern, weil dieser «50 Millionen Dollar für Imagewerbung am Fernsehen» ausgebe. Die neuste PR-Aktion dürfte die Gemüter kaum beruhigen. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters rechtfertigte sich ein Sprecher: «Wir wissen, dass Leute sich via unsere Website informieren wollen. Wir helfen ihnen nur, leichter direkt entsprechende Begriffe zu finden.»

Legal, ethisch problematisch

Google ermöglicht Firmen gegen Bezahlung die Platzierung von Suchtreffer-Links. Diese sind auf Google.com mit «Sponsored Links» gezeichnet. Sie heben sich von den normalen Suchtreffern ausserdem durch eine andere Hintergrundfarbe ab. Viele Nutzer achten allerdings nicht auf diese Unterscheidung. Vor allem, wenn diese Einträge nicht seitlich, sondern zuoberst auf der Google-Trefferliste erscheinen.

Darum wird die Kritik immer grösser, dass BP über Google die unabhängigie Berichterstattung zum Öldesaster behindert. Zumal Medien gemäss einem Bericht des «Sterns» wiederholt von BP-Mitarbeitern an einer Berichterstattung über das austretende Öl gehindert wurden. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.06.2010, 12:48 Uhr

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30 Kommentare

Mario Monaro

10.06.2010, 13:57 Uhr
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Wenn ich den Artikel richtig interpretiere, schaltet BP also Inserate auf den Suchmaschinen. So what? Damit wird die unabhängige Berichterstattung wohl nicht behindert. Dass viele Benutzer zwischen regulären und sponsored Links nicht unterscheiden widerspricht meinen Erfahrungen. Antworten


Niklas Peter

10.06.2010, 12:59 Uhr
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Was kann/darf sich ein Unternehmen, das so handelt, noch leisten? Unglaublich, ich bin frustriert. Antworten



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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.