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«Das Genie hinter Steve» übernimmt Apples Geschäfte
Von Anatol Heib. Aktualisiert am 16.01.2009
Steve Jobs hat am Mittwoch aus gesundheitlichen Gründen eine Auszeit von sechs Monaten angekündigt. Vor einer Woche erst hatte der Apple-Chef mitgeteilt, dass er an Hormonstörungen leide. Das Anlegermagazin Barron’s schätzt, dass Apple um bis zu 20 Milliarden US-Dollar an Wert verliert, wenn Steve Jobs das Unternehmen verlassen würde.
In der IT-Szene wird bereits über einen möglichen Jobs-Nachfolger spekuliert. Als einer der Favoriten gilt Timothy Cook, der nun während Jobs Abwesenheit das Tagesgeschäft leitet. Schon einmal sprang der 48-jährige für Jobs ein, als dieser sich 2004 wegen Bauchspeicheldrüsenkrebs behandeln lassen musste.
Auch ein Workaholic
Cook, der 1998 von Compaq zu Apple kam, ist die Nummer zwei und gilt in der Branche als einer, der solide Arbeit leistet. Er ist verantwortlich für Fertigung und Verkauf der Apple-Produkte. Bei seinem Amtsantritt kämpfte das Unternehmen aus Cupertino ums Überleben. Cook steigerte die Effizienz, schloss eigene Produktionsstätten und liess die Geräte bei Auftragsfertigern produzieren. Federführend war der Mann im Hintergrund offenbar zuletzt auch beim Geschäft mit dem iPhone. Er gilt wie Jobs als Workaholic, der auch gerne mal mitten in der Nacht eine E-Mail verschickt.
Cook, der als analytisch und detailversessen beschrieben wird, dürfte bei Auftritten vor der Apple-Fangemeinde vielleicht nicht die Begeisterungsstürme eines Steve Jobs auslösen. Aber als wichtiges Mitglied im Apple-Management ist er Branchen-Experten einer, der den Konzern permanent effizienter und schlagkräftiger macht. «Cook hat über ein Jahrzehnt im sehr exklusiven Zirkel von Jobs zugebracht, dabei hat er zweifelsohne einiges über die Entwicklung und Einführung erfolgreicher Produkte gelernt», sagt Apple-Kenner Tim Bajarin der «Financial Times Deutschland». «Jobs ist eine Identifikationsfigur, aber es geht auch ohne ihn weiter», ist Branchen-Kenner Gabriel Bartholdi von der Zürcher Kantonalbank (ZKB) überzeugt. Das US-Magazin «Fortune» nannte Cook kürzlich sogar «das Genie hinter Steve».
«Entscheidend sind die Produkte»
Die Börse dürfte in den nächsten Wochen weiter sensibel auf Meldungen aus dem Apple-Konzern reagieren. Gabriel Bartholdi von ZKB rechnet damit, dass das Tief wohl noch nicht erreicht ist. Die Aktie werde deswegen von der ZKB nicht anders bewertet. «Für uns ist entscheidend, welche Produkte Apple in den nächsten Monaten präsentiert und ob das Unternehmen Trends setzen kann. Nur so kann Apple das angekratzte Vertrauen der Anleger wieder gewinnen.» Der Konzern habe schon zuvor durch die Finanzkrise Probleme bekommen. «Die Leute geben weniger für Elektronikgeräte aus. Das betrifft aber die gesamte Branche.» (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 16.01.2009, 00:45 Uhr





















































































