Hintergrund

«Das ist das Ende, meine Freunde»

Nach der Schliessung von Megaupload geht die Angst um: Mit Btjunkie.org hat nun eines der grössten Bittorrent-Portale den Betrieb eingestellt.

Nichts geht mehr: Btjunkie funktioniert nicht mehr.<br> Screenshot: Btjunkie.org

Nichts geht mehr: Btjunkie funktioniert nicht mehr.
Screenshot: Btjunkie.org

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen», heisst es auf dem Portal Btjunkie, «aber wir haben uns entschlossen, den Betrieb freiwillig einzustellen»: Mit diesen Zeilen wird seit kurzem begrüsst, wer das Bittorrent-Portal Btjunkie.org ansteuert.

Der Entschluss kommt wenige Tage nach einem wegweisenden Urteil des Obersten Gerichtshofs in Schweden. Dieser wies letzte Woche die Berufung der Pirate-Bay-Gründer Fredrik Neij, Peter Sunde und Carl Lundström ab. Das Trio muss nun Haftstrafen absitzen: Acht Monate Gefängnis für Sunde, vier Monate für Lundström und zehn Monate für Neij lautet das definitive Verdikt. Hinzu kommt eine Geldstrafe von umgerechnet 6,3 Millionen Franken.

Die Angst vor der US-Justiz

Nach der Verhaftung der Megaupload-Betreiber um den gefallenen Internetstar Kim Schmitz hatten bereits andere Filesharing-Dienste wie Uploaded.to oder Filesonic.com ihr Angebot stark eingeschränkt. Der Rückzug von Btjunkie.org kommt daher nicht überraschend – zu gross ist die Angst, in die Fänge der US-Justiz zu geraten.

Der im Januar in Neuseeland festgenommene Kim Schmitz bleibt derweil bis auf weiteres in Auckland in Haft. Ein Berufungsgericht lehnte einen Freilassungsantrag auf Kaution ab. Der 38-jährige Schmitz alias Dr. Kimble wirft der neuseeländischen Polizei Gewalt vor. Er sei bei der Festnahme «mit Gewalt auf den Boden geworfen und ins Gesicht geschlagen» worden, wird Schmitz von «Torrentfreak» zitiert.

(rek)

Erstellt: 06.02.2012, 12:53 Uhr

Artikel zum Thema

«Dann wäre die Cloud am Ende»

Interview Thomas Hoeren hat diverse Filesharing-Urteile gefällt. Für Rapidshare besteht ein «grosses Risiko», geschlossen zu werden, sagt der Rechtsprofessor. Der Feldzug der US-Justiz gegen Megaupload könnte für alle Speicherdienste gefährlich werden. Mehr...

«Dafür muss nicht das FBI eingeschaltet werden»

Interview Nach dem Ende von Megaupload verzeichnet das Zuger Unternehmen Rapidshare eine Zunahme der Seitenaufrufe. Man biete einen «völlig legalen Service» an, sagt Firmenchefin Alexandra Zwingli im Interview. Mehr...

Das Tauschgeschäft im Internet wird gefährlich

Die US-Justiz hat die Fileshare-Plattform Megaupload geschlossen. Rapidshare in Zug bleibt aktiv. Sie ist nun eine der grössten verbleibenden Fileshare-Sites. Mehr...

Bildstrecke

Kim Schmitz – dick im Internetgeschäft

Kim Schmitz – dick im Internetgeschäft Die US-Behörden haben die Website des Internetdienstes Megaupload geschlossen. Die Verantwortlichen wurden verhaftet.

Blogs

Sweet Home Die perfekte Villa

History Reloaded Der Sound der Schweiz

Die Welt in Bildern

Männchen machen für einen Heiligen: Auf den Hinterbeinen bahnen sich Pferd und Reiter ihren Weg durch die Menschenmenge in Ciutadella auf der spanischen Insel Menorca. Das ist Brauch während des San-Juan-Fests – und wer die Brust des Tieres streicheln kann, soll vom Glück gesegnet werden. (23. Juni 2017)
(Bild: Jaime Reina) Mehr...