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Das nächste Kommunikationsmittel im Web

Aktualisiert am 11.08.2009

Die Kommunikation im Netz verschiebt sich - Myon-ID stellt die Frage «Streamst Du schon oder bloggst Du noch?» und will das nächste Kommunikationsmittel im Netz entdeckt haben.

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Vor drei oder vier Jahren habe noch jeder versucht, im Web möglichst unentdeckt zu bleiben und allenfalls mit einem Nickname in Erscheinung zu treten, sagt der Internet-Unternehmer Mario Grobholz. Jetzt aber setze sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass aus den verschiedensten Quellen ohnehin Inhalte über die eigene Person ins Netz gelangten. Dann entstehe das Bedürfnis, diese Inhalte auch aktiv zu gestalten.
Bild: Myon-ID.de

   

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«E-Mail war gestern», sagt der Internetunternehmer Mario Grobholz, der die Plattform Myon-ID betreibt. «Dann kam die Instant-Kommunikation mit Messaging. Die nächste Generation sind Content- und Activity-Streams.»

Wer bei Twitter oder Facebook aktiv ist, kennt diese ständig erneuerte Liste mit persönlichen Mitteilungen aus dem eigenen Leben oder den Exkursionen im Netz. Aus dem stetig wachsenden Kreis der fürs eigene Profil registrierten Onlinekontakte kommen Kommentare dazu, was nach der Beobachtung von Grobholz auch die Funktion der Blogs verändert hat.

Inzwischen laute für viele die Frage schon: «Streamst Du schon oder bloggst Du noch?» Die Kommunikation verlagere sich an andere Orte, das Blog bleibe aber «wichtig als Content Repository, als ein Platz, an dem Inhalte, erstellt, gespeichert und gepflegt werden».

Mini-Blog senkt Schwelle zum Veröffentlichen

Entsprechend hat jetzt auch das 2007 gegründete Portal das «Streaming» neu eingeführt. Die Statuszeile ist nicht auf die 140 Twitter-Zeichen beschränkt. Ein Mausklick auf «Erweitert» bringt ein grösseres Eingabefenster auf den Bildschirm mit Formatierungsfunktionen für Texte und Buttons zum Einfügen von Fotos, Videos oder Google-Map-Karten. Was hier eingegeben wird, erscheint dann im «Stream» des persönlichen Profils und lässt sich wie bei Facebook kommentieren oder mit «gefällt mir» kennzeichnen. «Die Schwelle zum Publizieren wird so erheblich gesenkt», sagt Myon-ID-Geschäftsführer Grobholz.

Vereinfacht wird auch der Transport fremder Web-Inhalte ins eigene Profil. Dafür gibt es ein «Bookmarklet», das als Browser-Lesezeichen abgespeichert wird. Nun kann man auf jeder beliebigen Webseite Texte, Bilder und Videos mit der Maus markieren, die dann in den Stream von Myon-ID geschoben werden und sich dort mit persönlichen Anmerkungen ergänzen lassen. Eine weitere Möglichkeit, um das Mini-Blog mit Inhalten zu füttern, ist die E-Mail an eine mit dem Profil verknüpfte Adresse.

Die Einträge bei Myon-ID können auch automatisch getwittert werden, wobei sie bei Bedarf auf den entsprechenden Umfang geschrumpft werden. Ausserdem kann man die Streams von anderen Portalen bei Myon-ID zusammenführen, so dass dort dann auch der Twitter-Fead oder die Facebook-Statuszeilen erscheinen.

«Reputationsmanagement» zwischen Facebook und Xing

Die Erweiterungen sind für Grobholz wichtige Ergänzungen für das persönliche «Reputationsmanagement» mit Myon-ID. Die Idee dahinter ist das Bedürfnis, die im Netz über die eigene Person auftauchenden Inhalte sortieren zu können. Nach der Anmeldung zeigt die Web-Anwendung alle Internetinhalte an, in denen der eigene Name auftaucht. Diese lassen sich dann für das bei Myon-ID gestaltete Profil gezielt löschen oder an vorderer Stelle platzieren.

Vor drei oder vier Jahren habe noch jeder versucht, im Web möglichst unentdeckt zu bleiben und allenfalls mit einem Nickname in Erscheinung zu treten, erklärt der Geschäftsführer. Jetzt aber setze sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass aus den verschiedensten Quellen ohnehin Inhalte über die eigene Person ins Netz gelangten. Dann entstehe das Bedürfnis, diese Inhalte auch aktiv zu gestalten. «Man will eine Position einnehmen, um als Experte für ein bestimmtes Thema sichtbar zu werden», erklärt Grobholz. «Wenn ich als Experte nicht gefunden werde, bekomme ich weder Kontakte noch Kunden.»

Mit Myon-ID will Grobholz die Nische zwischen Mammut-Plattformen wie Facebook und speziellen Business-Portalen wie Xing besetzen. «Natürlich sind wir lange nicht so gross und bekannt wie diese Netzwerke, entwickeln uns aber nach Plan.» Zurzeit sind nach Angaben des Geschäftsführers an die 50'000 Nutzer angemeldet. Das künftige Wachstum werde unter anderem von der Deutschen Telekom gesichert, die Ende vergangenen Jahres zusätzliches Venture-Kapital zur Verfügung gestellt habe.

Im Herbst ist dann der erste Schritt zur Internationalisierung geplant. «In den USA ist das Thema Personal Branding schon etwas weiter», erklärt Grobholz. «In Deutschland sind wir da noch am Anfang.» (rek/ap)

Erstellt: 11.08.2009, 12:39 Uhr

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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.