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Die Facebook-Falle
Von Reto Knobel. Aktualisiert am 23.06.2010 27 Kommentare
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«Facebook hat ein ernstes Problem, wenn sich die Negativkritik fortsetzt», sagt Marketing-Spezialist Martin Radelfinger.
Im Februar 2010 wurde Facebook ( 31.91 -3.39%) sechs Jahre alt. Das Netzwerk, verkündete die Zentrale im kalifornischen Palo Alto, habe jetzt 400 Millionen Nutzer. Keine fünf Monate später hat Facebook die Schallmauer durchbrochen: Die beliebteste Internetseite der Welt zählt aktuell eine halbe Milliarde Mitglieder, zwei Millionen davon leben in der Schweiz.
500 Millionen Nutzer – nicht nur diese Zahl beeindruckt. Letztes Jahr hat Gründer Mark Zuckerberg mit seinem Portal 800 Millionen Dollar Umsatz erwirtschaftet, dieses Jahr wird mit grosser Wahrscheinlichkeit die 1-Milliarden-Dollar-Grenze erreicht. Jeden Monat laden Facebook-Mitglieder drei Milliarden Fotos hoch und schreiben 25 Milliarden Kommentare, die 30'000 Firmenserver müssen monatlich 570 Milliarden Pageviews verarbeiten.
Mark Zuckerberg in Cannes
Wen überrascht es, dass Mark Zuckerberg sich gern im Ruhm sonnt? Zum Beispiel in Frankreich. Am 23. Juni wird er am Cannes Lions International Advertising Festival zur Medienperson des Jahres gewählt. Den Auftritt wird der 26-jährige Jungmilliardär allerdings auch nutzen müssen, um wichtige Kontakte mit der Werbeindustrie zu knüpfen. Denn für ein Unternehmen dieser Grösse ist der Gewinn – laut US-Medien ein zweistelliger Millionenbetrag – zwar stabil, aber nicht überragend. Vor allem die grossen Konsumgüterhersteller meiden Facebook als Werbeplattform. Für eine Seite, die praktisch nur von Werbeeinahmen lebt, ein unhaltbarer Zustand.
Zuckerberg, so die Kritiker, habe keine stringente Geschäftsidee. Trotz oder gerade wegen der Beliebtheit des sozialen Netzwerks – warum sich um eine Strategie kümmern, wenn einem die Nutzer in Scharen zulaufen? «Der Grossteil der Leute, die die wichtigen Entscheidungen treffen (was die Werbeausgaben anbelangt), ist nicht bei Facebook vertreten», lautet die Kritik von Richard Pinder von Publicis Worldwide in der «Financial Times». Die Werber hätten «Angst vor Facebook. Zuckerberg sollte erklären, was Facebook ist und warum es so gut funktioniert».
Wie entwickelt sich das Image?
Immerhin: Anfang 2010 schalteten unter anderem AT&T, Ford und der Blackberry-Produzent RIM Werbung auf Facebook und das Unternehmen selbst gibt sich optimistisch, habe sich die Zahl der Werbenden auf dem Netzwerk in den letzten anderthalb Jahren doch vervierfacht.
Doch genügt das im immer dynamischer werdenden Markt der Internetwerbung? Welches sind die Hauptprobleme? Martin Radelfinger, Managing Director vom Online-Marketing-Spezialisten Adlink Media, weist vor allem auf die sogenannte User-Generated-Content-Problematik hin: «Es ist nicht voraussehbar, neben welchen Inhalten Werbung erscheint. Für Werbekunden könnten so Imageschäden entstehen.»
Das Image hängt auch von der Entwicklung der Datenschutzproblematik ab. Facebook musste in den letzten Wochen und Monaten aufgrund lascher Privatsphäreeinstellungen viel verbale Prügel einstecken. Die Nutzer scheint das bislang nicht gross zu stören – aber vielleicht die Unternehmen, die auf Facebook werben wollen. «Facebook hat ein ernstes Problem, wenn sich die Negativkritik fortsetzen sollte», ist Radelfinger jedenfalls überzeugt.
Wenig auf Werbung geklickt
Generell sei die Akzeptanz von Werbung im Social-Media-Umfeld «eher niedrig»: Denn bei Facebook könne Werbung «nicht sehr auffällig nur am Rande platziert werden». Das Portal biete zudem kein Subscriptionsmodell – Facebook habe «keine Möglichkeit, über seine Mitglieder Geld zu verdienen», die Seite sei «kein Abo-Modell».
Radelfinger weist nicht zuletzt darauf hin, dass Nutzer von Sozialen Netzwerken zu wenig auf Werbung klicken: «Der Facebook-Nutzer wird durch die Inhalte und Aktivitäten vom Werbecontent abgelenkt – er postet, chattet und so weiter. Werbung steht bei Facebook einfach nicht im Vordergrund, deshalb bleiben die Clicrates auch relativ niedrig.» Martin Radelfingers Fazit: «Facebook ist ein momentaner Hype. Und die Sicherheit der Werbebranche, damit umzugehen, fehlt noch weitgehend.»
Mark Zuckerberg wird in Cannes Antworten auf die wichtigsten Fragen der wichtigsten Geldgeber finden müssen. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 23.06.2010, 06:12 Uhr
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27 Kommentare
Wartet mal ab. Sobald FB für die kritische Masse nicht mehr zu entbehren ist, wird eine Abo-Version kommen die (nahezu) frei von Werbung ist und bessere Performance sowie Verfügbarkeit aufweist während die gratis-Version via Werbung und schlechterem System-Mgmt. zunehmend unattraktiv werden wird. Ob diese Rechnung dann allerdings auch aufgeht wird sich zeigen.. Antworten
Warum nicht unterteilen in Mitglieder und Premium-Mitglieder? Bei den einfachen Mitgliedern könnte die Anzahl der einzustellenden Fotos, Textzeichen, Mails, Chat etc. beschränkt sein. Die Premium-Mitglieder hätten "full Access". Mit 2 bis ? CHF pro Monat wäre man dabei. Antworten
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.




