Digital
Facebook blockt Apples Musik-Netzwerk
Apple-Chef Steve Jobs kündigte am Mittwoch Ping an, ein soziales Netzwerk für Musik. Nutzer können damit ihren Lieblings-Künstlern und Freunden folgen und deren iTunes-Aktivitäten, Updates, Fotos und Lieblingslieder ähnlich wie in Facebook ( 31.91 -3.39%) oder Twitter anzeigen lassen und kommentieren. Ping soll auch alle Funktionen enthalten, die man von Facebook kennt: Man legt ein Profil an, vernetzt sich mit Freunden, zeigt Fotos, gibt Statusmeldungen ein und teilt Videos mit anderen. «Facebook und Twitter treffen iTunes», sagte Steve Jobs.
Apple (AAPL 562.29 -0.54%) verknüpfte Ping durch die Nutzung der offenen Programmierschnittstelle auch mit Facebook. Ziel: iTunes-Kunden, die Ping verwenden, können auf Facebook nach Gleichgesinnten suchen. Doch die Option, den Ping-Account mit dem grössten sozialen Netzwerk zu verbinden, ist seit Donnerstag blockiert. Dem Bericht von AllThings Digital zufolge haben die beiden Konzerne über den Zugriff verhandelt, wurden sich aber nicht mehr rechtzeitig einig. Steve Jobs bezeichnete die Bedingungen von Facebook kurz nach seiner Keynote am 1. September als «lästig».
Erhöhter Datenverkehr als Begründung
Normalerweise ist laut Allthings Digital keine Zustimmung von Facebook nötig, um die Entwickler-Schnittstelle (API) des Netzwerks zu nutzen. Aber das Unternehmen behält sich eine Blockade vor, wenn Nutzungsbedingungen verletzt werden. Dies ist im Falle von Ping offenbar geschehen: Facebook begründet die Sperre gemäss der «New York Times» damit, dass der Datenaustausch zwischen den beiden Plattformen zu gross werden könnte - iTunes zählt 160 Millionen Nutzer. Die damit verbundenen zu erwartenden Datenmengen könnten sich negativ auf die Seitenstabilität auswirken, so Facebook. Erhöhtes Datenvolumen erkennt Facebook bei Diensten mit mehr als 100 Millionen Seitenaufrufen pro Tag. «Wir arbeiten mit Apple um das Problem zu lösen. Wir haben in der Vergangenheit erfolgreich zusammengearbeitet und möchten das auch in der Zukunft», teilt Facebook mit.
Ob Facebook Apples Ping als Attacke auf das eigene Netzwerk sieht? Durch Ping gefährdet scheint derzeit eher Myspace, das sozialen Netzwerk mit Schwerpunkt Musik. Das Portal hat in den letzten Monaten massiv Mitglieder verloren. Einige Tech-Blogger gehen gar davon aus, dass Ping dem serbelnden Myspace den Todesstoss versetzen könnte.
Die Reaktionen auf Apples Ping-Ankündigungen waren bisher weitgehend neutral. Techcrunch.com schreibt. «Wir lieben es noch nicht, aber wir hassen es auch nicht.» Man müsse abwarten, habe aber bei den Privatsphäre-Einstellungen schon jetzt Vorteile gegenüber Facebook. Das «Wall Street Journal» fragt sich, ob Ping irgendjemanden interessieren wird. Und es könne auch peinlich werden, wenn manche Nutzer ihren Musikgeschmack zeigen würden. Die «New York Times» sieht in Ping jedenfalls keinen Facebook-Konkurrenten. Die «New York Times» sieht Ping nicht als Facebook-Konkurrenten: Apples Ziel sei vordergründig, die Verkäufe von Musik und Videos in iTunes zu unterstützen. (ah)
Erstellt: 03.09.2010, 14:06 Uhr






















































































