Falsche Liebesgrüsse aus dem Internet

Aktualisiert am 07.09.2010 3 Kommentare

Auf der Suche nach der grossen Liebe werden immer wieder Menschen von angeblich interessierten Personen abgezockt. Ein Mann schildert seine negativen Erlebnisse.

Inzwischen finden sich in jeder 25. Spam-Mail Angebote für eine Verabredung, wie die Sicherheitsfirma Message Labs berichtet. Wer darauf eingeht, erhält nach kurzer Zeit eine Nachricht des Spammers, in der dieser dem Opfer vermeintlich Vertrauliches verrät. In anderen Fällen werden Personen in Chats angesprochen. Diese Art von Spam sei sehr persönlich, attackiere menschliche Gefühle und könne auch zum finanziellen Ruin führen, erklärte Message Labs.

Vertrauen gewinnen

Die Masche ist stets die gleiche, wie Arte TV in einer Dokumentation über Liebe im Internet anhand eines Falles aus Frankreich aufgezeigt hat. Das vermeintliche Opfer, ein geschiedener Ehemann, wird in einem Chat von einer Frau aus Südamerika angesprochen, die auch gleich ihr Bild mailt. In einer ersten Phase baut sie eine soziale Bindung zum Opfer auf – sie mailen regelmässig und chatten. Irgendwann schlägt sie vor, ihn in Frankreich zu besuchen. Das sei aber nur möglich, wenn er das Visa bezahle. Der Mann überweist das Geld. Nun soll er auch noch den Flug bezahlen. Auch dies tut er.

Vergeblich am Flughafen gewartet

Am Tag der Ankunft wartet er fast 24 Stunden am Flughafen – vergeblich. Die Frau schreibt am Abend, dass sie den Flug verpasst hat. Es folgen weitere Geldforderungen, aber der Mann wird jetzt misstrauisch und bricht den Kontakt ab. Fast 4000 Euro hat ihm die falsche Freundin über Wochen abgeknöpft. Die Identität der Frau war von den Cyberkriminellen erfunden.

Anfällig seien vor allem einsame und verletzliche Menschen. Bei unerwarteten Mails von unbekannten Absendern sei generell Misstrauen geboten, so Message Labs. Schwierig sei das aber bei Kennenlern-Portalen, da sich Spammer nicht so schnell entlarven lassen, räumen die Experten ein. So hätten sich jüngst eine ganze Reihe japanischer Frauen zu Wort gemeldet, die vermeintlichen britischen Männern auf den Leim gegangen waren.

Verlockung Sex, Liebe oder Geld

Bereits früher zielte die berüchtigte Nigeria Connection auf dem Postweg mit gefälschten Briefen auf einsame Herzen ab, sagt Marc Henauer von der Schweizer Melde- und Analysestelle Informationssicherung. Das Ganze habe sich nun einfach ins Web verlagert. Man kenne Fälle, in denen eine Frau aus dem Ausland vorgibt, das Foto der Zielperson gesehen zu haben und sich verliebt zu haben, sagt Henauer weiter. «Im Internet muss man genauso vorsichtig und misstrauisch sein wie in der realen Welt. Zudem weiss man ja nie wirklich, ob sich hinter einem Bild oder Namen auch wirklich die betreffende Person befindet», so Henauer. (ah/dapd)

Erstellt: 07.09.2010, 12:04 Uhr

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3 Kommentare

peter stoffel

07.09.2010, 12:53 Uhr
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da gibt es eine ganz einfach loesung: als schein auf das gespraech eingehen und die person so lange wie moeglich beschaeftigen! wuerden das alle machen, waere es schnell vom tisch. dassselbe gilt fuer socken, pflanzen und buerostuehle - einfach falsche bestellungen platzieren! Antworten


Ueli Schönfelder

07.09.2010, 13:07 Uhr
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Ob Enkel-Trick, Schneeballsystem, Hütchen-Trick, Nigeria-Connection oder Cyberkriminalität, dafür braucht es immer dumme Menschen, die trotz aller Warnungen darauf hereinfallen. Da bekanntlich die Dummheit nicht ausrottbar ist, wird es immer so weitergehen. Wie sagte Einstein: "Zwei Dinge sind unendlich ... Antworten



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