Fast zwei Millionen «Zombie-PCs» entdeckt

Aktualisiert am 22.04.2009 3 Kommentare

Ukrainische Cyberterroristen bauen eines der grössten aktiven Botnetze der Welt – ein Grossteil der kompromittierten Computer gehört Regierungsbehörden.

Cyber-Kriminalität ist vor allem in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion sehr verbreitet.

Cyber-Kriminalität ist vor allem in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion sehr verbreitet.

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Botnetz

Unter einem Botnetz (oder Botnet) versteht man ein Netzwerk aus mehreren infizierten Computern, die von einem «Master-Server» ferngesteuert werden und auf Aktionsbefehle warten. Ein einzelner Teilnehmer-PC an so einem Netzwerk wird als Bot bezeichnet. Sein Besitzer ahnt meist nichts davon, sein PC ist «enteignet» durch den Hacker, der im Hintergrund dessen Dienste ausführt.

Das Sicherheitsunternehmen Finjan hat eines der grössten aktiven Botnetze der Welt entdeckt. Rund 1,9 Millionen Computer in den USA, Grossbritannien und anderen Ländern seien bereits durch Übergriffe von Cyber-Kriminellen zu ferngesteuerten «Zombie-PCs» geworden, teilte die US-Firma im Rahmen der RSA Security-Konferenz mit, die dieser Tage in San Francisco über die Bühne geht.

Ein Grossteil der kompromittierten Computer gehöre dabei zu Regierungsbehörden, von denen 77 rund um den Globus betroffen seien. Laut Angaben Finjans hätten Nachforschungen ergeben, dass das Botnetz bereits seit Februar von einer Gruppe aus der Ukraine betrieben wird, die aus sechs Personen besteht. «Die Cyber-Gang kann auf den infizierten Computern aus der Ferne so gut wie alles mögliche anstellen», heisst es in einem Blogposting auf der Finjan-Homepage.

Behörden sind beliebtes Ziel

Mit 1,9 infizierten Rechnern weise das von Finjan aufgespürte «Zombie-PC-Netzwerk» laut Security-Experte Christoph Hardy eine durchaus beachtliche Grösse auf. Dass der Grossteil der kompromittierten Computer zu Regierungsbehörden gehöre, sei hingegen keine grosse Überraschung. «Behörden, die unter anderem auch für die Sicherheit zuständig sind, sind generell ein besonders beliebtes Ziel für Hacker. Hinzu kommt das Problem, dass solche Institutionen dafür bekannt sind, eher zurückhaltend im Umgang mit Sicherheits-Patches zu sein. Das wissen die Cyber-Kriminellen natürlich und nutzen es schamlos aus», erläutert Hardy.

Auch die Herkunft der mutmasslichen Übeltäter sei wenig überraschend. «Es ist ein bekanntes Problem, dass Cyber-Kriminalität in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion sehr weit verbreitet ist. Die Betroffenen haben zum Teil eine sehr gute Ausbildung und werden von der Chance auf schnelles Geld angelockt», sagt Hardy.

Wenn Antivirensoftware nichts mehr nützt

Wie gross derzeit die Angst vor Botnetz-Attacken ist, hat erst kürzlich die Aufregung um Conficker gezeigt. Der erwartete Internet-Supergau ist aber bislang ausgeblieben. «Conficker ist ein klassisches Beispiel für eine moderne Malwareform, die auf verschiedene Aspekte setzt und ein neues Bedrohungs-Level für die IT-Infrastruktur in Unternehmen und privaten Haushalten entstehen lässt. Diese Bedrohung kann man mit einer einfachen Virenschutz-Software nicht mehr loswerden», so Hardy. (rek/pte)

Erstellt: 22.04.2009, 15:00 Uhr

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3 Kommentare

Ronnie König

22.04.2009, 12:58 Uhr
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Ich fordere die Behörden auf, wieder Brieftauben einzuführen! Dann haben wir nicht nur den Salat, sondern auch noch schmackhafte Tauben dazu! Antworten


max lüscher

22.04.2009, 14:28 Uhr
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Welche Software und Computer Firma hat schon Interesse daran das es keine Viren mehr gibt. Das währe ein Umsatzminus von 20 % Ich habe gelesen das es möglich währe das ein Computer nur mit Programmen arbeitet die er kennt und fremde ausschliesst. Das kommt wohl dann wen einmal das Internet weltweit für Wochen zusammenbricht. Es gibt noch andere Möglichkeiten gegen Viren aber das bringt keinen Umsatz von neuen Produkten. Antworten



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