«Google, das sind Kleptomanen und Parasiten»

Das «Wall Street Journal» des Medienmoguls Rupert Murdoch bietet seine Inhalte bereits kostenpflichtig an. Über Google lassen sich die Artikel aber immer noch finden. Jetzt zieht Murdoch einen nächsten Plan aus der Schublade.

«Kleptomanen und Parasiten»: News-Corporation-Chef Rupert Murdoch.

«Kleptomanen und Parasiten»: News-Corporation-Chef Rupert Murdoch.
Bild: Keystone

Der Medienkonzern News Corporation des Multimilliardärs Rupert Murdoch steckt in der Krise. Im Geschäftsjahr 2008/2009 fiel ein Verlust von fast 3,4 Milliarden Dollar an. Ein Jahr zuvor hatte die News Corp. noch mehr als 1,1 Milliarden Dollar Gewinn erzielt. Der australische Medienmogul Murdoch macht Suchmaschinen und Nachrichtenaggregatoren mitverantwortlich für die Krise seines Unternehmens, zu dem grosse Zeitungen wie das «Wall Street Journal», «New York Post», «The Sun» und «The Times» gehören.

Vor allem Google kritisiert er mit harten Worten. In einem Interview mit dem TV-Sender «Sky News Australia» spricht Murdoch von «Kleptomanen und Parasiten». «Das sind Leute, die einfach alles aufsammeln und unsere Geschichten klauen.» Neben Google erwähnt Murdoch auch die Nachrichtenseiten von Microsoft und Ask.com.

Der viertgrösste Medienkonzern der Welt erwägt die Sperrung der eigenen Medienwebseiten für Google und andere Suchmaschinen. Murdoch macht im Interview aber nicht klar, warum die relativ einfache technische Operation noch nicht umgesetzt worden ist.

«Das ist eine grosse Baustelle»

Beim «Wall Street Journal» (WSJ) sei ein kostenpflichtiges Modell bereits umgesetzt worden, sagt Murdoch. Man könne den ersten Absatz ansehen, für den Rest müsse man bezahlen. «Wir wollen lieber weniger Nutzer, aber dann solche, die bezahlen.» Die Realität ist aber ein bisschen anders: Auf Google findet man immer noch vollständige WSJ-Artikel. Und bei diesen Artikeln gibts keine Hinweise auf Kostenpflichtigkeit.

Murdoch hatte in diesem Jahr mehrmals angekündigt, journalistische Inhalte im Internet nur noch gegen Bezahlung anzubieten. Für die Webseiten seiner Zeitungen wollte er dies Ende Juni einführen. Aus nicht erläuterten Gründen passierte aber nichts - mit Ausnahme des «Wall Street Journal». Murdoch sagt nur: «Das ist eine grosse Baustelle, das braucht Zeit.» Gemäss neuen Plänen soll als nächste Murdoch-Zeitung «The Sunday Times» Anfang 2010 auf das kostenpflichtige Modell umgestellt werden. (vin)

Erstellt: 10.11.2009, 09:56 Uhr

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