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Israels Video-Offensive

Von Reto Knobel. Aktualisiert am 02.06.2010

Was geschah wirklich bei der Erstürmung des Schiffs «Mavi Marmara»? Das israelische Militär hat Youtubeclips publiziert, die den Einsatz rechtfertigen sollen. Streitkräfte und Aussenministerium waren sich über die Publikation offenbar uneins.

1/6 Dieser Kurzfilm soll einen Marineoffizier bei einem Funkspruch an die «Mavi Marmara» zeigen. Er weist die Besatzung mit klaren Worten an, den israelischen Hafen Ashdod anzusteuern. Dort würden die Hilfsgüter überprüft und weitergeleitet.
Bild: Youtube.com

Israels Video-Offensive

   

Der Druck auf Israel nach dem tödlichen Militäreinsatz gegen eine Hilfsflotte für den abgeriegelten Gazastreifen wird immer grösser. Nachdem sich die USA zunächst zurückhaltend geäussert hatten, sprach sich nun auch US- Präsident Barack Obama für eine Untersuchung aus (baz.ch/Newsnet berichtete).

Kritik auch aus Israel

Auch in Israel selber wird die Militäraktion überwiegend kritisch gesehen. Nach einer repräsentativen Umfrage der Tageszeitung «Maariv» sagten 62,7 Prozent der Befragten, die israelische Armee hätte die Gaza-Flotte auf andere Weise stoppen sollen.

Das israelische Militär hat darum nun auf seinem Youtubekanal mehrere Videos veröffentlicht, welche schwere Angriffe von seiten der Aktivisten an Bord des geenterten Schiffs zeigen sollen. Der Echtheitsgehalt der Videos kann allerdings kaum überprüft werdern, Vertreter der Initiative «Free Gaza» ziehen die Authentizität natürlich ganz in Zweifel.

Laut einem Bericht der deutschen Zeitung «Die Welt» hat die Armee lange gezögert, die Aufnahmen zu zeigen. Die militärische Führung fürchtete offenbar einen Imageverlust – wenn weltweit zu sehen sei, wie eine israelische Eliteeinheit zusammengeschlagen werde, sei das wenig schmeichelhaft. Das Aussenministerium hingegen habe die Aufnahmen so schnell wie möglich verbreiten wollen.

Ausländische Aktivisten abgeschoben

Israels Marine hatte am Montag die sechs Schiffe der Gaza-«Solidaritätsflotte» im Mittelmeer angegriffen, um sie an der Fahrt zum seit drei Jahren blockierten Gazastreifen zu hindern. Dabei waren nach israelischen Angaben neun Aktivisten getötet sowie sieben Soldaten und 48 Passagiere verletzt worden. Die über 600 Aktivisten wurden vorübergehend festgenommen, die meisten Ausländer sollen bereits abgeschoben worden sein.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.06.2010, 15:16 Uhr

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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.