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Thür: 300 Beschwerden bei Google
Thür und Google müssen noch einige Fragen klären: Street View im Visier. (Bild: Keystone)
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Wie Google mitteilte, wurde die Anonymisierung konkret bisher nur bei jeweils einem von 20'000 betrachteten Panoramabildern verlangt. «In den meisten Fällen wurden die Bilder innert Stunden entfernt», sagte ein Google-Sprecher am Montag auf Anfrage.
Er gehe davon aus, dass 300 Beschwerden bei Google eingegangen seien, sagte der Eidg. Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte Hanspeter Thür auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Diese Zahl habe er von einer zuverlässigen Quelle bei Google erfahren und er finde das viel. Bei ihm seien 30 Mails eingetroffen.
Auflagen abgesprochen
Der oberste Datenschützer der Schweiz hatte Google bereits wenige Tage nach Aufschaltung des Online-Dienstes aufgefordert, Street View für die Schweiz unverzüglich vom Netz zu nehmen. Der Dienst erfülle derzeit die abgesprochenen Auflagen zum Schutz der Privatsphäre nicht.
Google hatte sich vor der Einführung mit Thür darauf verständigt, dass sensible Daten wie Gesichter oder Autonummern anonymisiert werden. Für Thür liegt das Grundsatzproblem des Dienstes darin, dass zu viele Gesichter erkennbar seien.
Am Montag kam es laut einer Mitteilung von Google zu einem Gespräch zwischen Thür und dem Konzern. Ein Google-Sprecher sprach von einem «guten Gedankenaustausch». Zu einer Lösung kam es aber offenbar nicht. Der Sprecher gab an, dass Google in weiteren Gesprächen seine Anwendungen zum Schutz der Privatsphäre demonstrieren wolle. Thür war am Montagabend nicht erreichbar für eine Stellungnahme.
40 Ratsuchende in Zürich
In Zürich sei man vor allem beratend tätig und habe die Anrufer an die entsprechenden Stellen verwiesen, sagte eine Sprecherin des Zürcher Datenschützers Bruno Baeriswyl auf Anfrage. Rat gesucht hätten rund 40 Privatpersonen, Unternehmen sowie öffentliche Stellen. Zuständig seien jedoch Google sowie der Datenschützer Thür.
Street View ist eine Erweiterung von Google Maps. Der Dienst wurde am letzten Dienstag in der Schweiz lanciert. Virtuell via Internet besucht werden können sieben Schweizer Städte. (cpm/sda)
Erstellt: 24.08.2009, 19:02 Uhr
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