So steigen Sie aus Facebook aus

Aktualisiert am 08.12.2011

Das Löschen von Benutzerkonten im Internet ist meist kompliziert. Und selbst wenn dies gelingt, eliminieren Webdienste meist nicht alle Daten. Lesen Sie hier die wichtigsten Tipps für Netzwerk-Müde.

Sind alle Daten nach Auflösung eines Accounts gelöscht?
Das ist vor allem in sozialen Netzwerken wie Facebook eine komplizierte Frage.

Sind alle Daten nach Auflösung eines Accounts gelöscht? Das ist vor allem in sozialen Netzwerken wie Facebook eine komplizierte Frage.
Bild: AFP

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Konsumentenschützer und Politiker fordern seit längerem vehement ein «Recht auf Vergessen» für persönliche Daten im Internet. Doch es ist schwierig, Inhalte restlos zu beseitigen, wenn sie einmal in das Netz eingespeist wurden. Besondere Schwierigkeiten macht Konsumenten einer Umfrage zufolge das dauerhafte Löschen von Benutzerkonten.

1. Wieso ist das Löschen von Benutzerkonten schwierig?
Die Konsumentenschützer beklagen, dass die Anbieter von Internetdiensten wie den beliebten sozialen Netzwerken ihren Kunden den Ausstieg erschweren, indem sie die Kündigungsoption regelrecht verstecken. Viele Kunden hätten berichtet, wie schwer es ihnen gefallen sei, in den Kontoeinstellungen oder anderswo die richtige Stelle zu finden, um den Prozess zu starten. Etliche beschrieben es demnach auch als abschreckend, dass eine Kündigung nicht immer per Mausklick möglich sei, sondern teils das Abschicken einer E-Mail erfordere.

2. Wie können Internetnutzer beim Löschen von Accounts am besten vorgehen?
In der Tat ist es bisweilen nicht sonderlich einfach, die Kündigungsoption zu finden. Am schnellsten geht es meist, in der Hilferubrik des Anbieters – zum Beispiel bei den häufig gestellten Fragen (FAQ) – nach «kündigen» oder «löschen» zu suchen. Dort sollte die Prozedur beschrieben sein, oder sie kann von dort direkt gestartet werden. Dabei müssen die Nutzer aufpassen, ob ihr Konto tatsächlich unwiderruflich gelöscht wird. Das beliebte soziale Netzwerk Facebook etwa bietet gut auffindbar nur die Möglichkeit, ein Konto zu deaktivieren – die Daten bleiben komplett erhalten und können wiederhergestellt werden. Das Löschen eines Kontos ist nur auf dem Umweg über die FAQ möglich.

3. Sind alle Daten nach Auflösung eines Accounts gelöscht?
Das ist vor allem in sozialen Netzwerken eine komplizierte Frage. Facebook etwa sichert Kunden die Löschung des Kontos zu. Das Unternehmen betont aber, dass Inhalte eines ehemaligen Nutzers, die dieser zuvor mit anderen geteilt hat oder die von anderen kopiert wurden, auch nach der Kündigung weiter auf deren Profilen zu finden sind. Zwar wird die Identität des Ex-Nutzers nicht länger mit diesen Informationen verknüpft, statt seines Namens und Profilfotos erscheint die unpersönliche Anzeige «Anonymer Facebook-Nutzer». Aber auf Fotos wäre eine Person noch zu erkennen, von ihr verfasste Kommentare blieben lesbar.

4. Sind gelöschte Daten anderweitig im Internet wieder auffindbar?
Es besteht immer die Möglichkeit, dass Informationen auch nach dem Löschen eines Benutzerkontos an anderer Stelle im Netz weiter existieren und damit einsehbar sind. Suchmaschinen wie Google etwa speichern alte Versionen von Netzinhalten eine Zeit lang. Es gibt auch Anbieter, die alte Seitenversionen zu Archivzwecken dauerhaft speichern. Wer einzelne Daten löscht, aber nicht sein komplettes Konto, kann auch nicht davon ausgehen, dass sie damit wirklich vernichtet sind: Bei Facebook beispielsweise sind solche Daten dann zwar nicht mehr einsehbar – sie liegen aber weiter auf den Facebook-Servern.

5. Was raten oder fordern Konsumentenschützer?
Sie fordern gesetzliche Vorgaben für Internetanbieter, damit diese den Kündigungsprozess vereinfachen. Ganz oben auf der Wunschliste steht die verpflichtende Einführung eines leicht erreichbaren, ständig verfügbaren Bedienelements auf Internetseiten, über das der Nutzer sein Konto jederzeit direkt kündigen kann. Insgesamt aber gilt vor allem der Rat, im Internet vorsichtig zu sein und möglichst keine sensiblen Informationen zu hinterlassen, um später keine bösen Überraschungen zu erleben. (rek/afp)

Erstellt: 08.12.2011, 13:28 Uhr

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