Schweizer Premiere Websperren – so lassen sie sich umgehen

Der Zugang zu ausländischen Online-Casinos wird gekappt. Das lässt sich leicht überwinden.

Blockierte Internetsites: Mit Webbrowsern und neuen Adressen können Sperren umgehen werden. Foto: Keystone

Blockierte Internetsites: Mit Webbrowsern und neuen Adressen können Sperren umgehen werden. Foto: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

In China bekommt der gewöhnliche Internetnutzer nur zu lesen, was die Partei zulässt. Die hoch entwickelten Filtersysteme des Landes ermöglichen es sogar, die Kommunikation zu bestimmten Themen anhand von Stichwörtern zu unterbinden. So weit will die Schweiz nicht gehen. Hier sollen Internet­anbieter auf Anordnung der Behörden lediglich den Zugang zu bestimmten Sites sperren. Entweder kann der Nutzer eine IP-Adresse (Zahlenreihe, an der sich die Geräte erkennen) nicht mehr erreichen, oder der Aufruf eines DNS-Namens (zum Beispiel www.casinoxy.com) ist nicht mehr möglich. Auf das Sperren von IP-Adressen eines Landes setzen beim sogenannten Geoblocking auch die Anbieter von Serien oder Fernsehsendungen, wenn sie nicht wollen, dass ihre Inhalte weltweit konsumiert werden können.

Umfrage

Schweizer Websperre für ausländische Internet-Casinos. Das ist ...

richtig so.

 
16.9%

Zensur und voll daneben.

 
55.3%

wohl nutzlos, weils umgangen werden kann.

 
27.8%

3309 Stimmen


Umgehen lassen sich beide Methoden relativ leicht. Gemäss einem Gutachten der Universität Zürich im Auftrag der Schweizer Digitalbranche ist nur «bescheidenes technisches Wissen» nötig. Ein Nutzer kann zum Beispiel über die Einwahl in ein Virtuelles Privates Netzwerk (VPN) verschleiern, wo er wohnt. Eine solche Funktion ist in einigen Webbrowsern standardmässig eingebaut.

Die Anbieter von gesperrten Inhalten wiederum können ihre Zugangsdaten innert kürzester Zeit anpassen. Die Behörden müssen deshalb ständig neue Adressen blockieren lassen, wenn die Sperre tatsächlich eine Wirkung haben soll. (ldc)

Erstellt: 02.03.2017, 09:13 Uhr

Artikel zum Thema

Schweiz bricht Tabu und sperrt Websites

Mit dem neuen Geldspielgesetz wird in der Schweiz erstmals eine Netzsperre eingeführt. Ist dies erst der Anfang? Mehr...

Ausländische Online-Spiele sollen gesperrt werden

Online-Casinos aus dem Ausland umgehen das Schweizer Glücksspiel-Verbot. Dieses einträgliches Geschäft will das Parlament jetzt mit einer Netzsperre unterbinden. Mehr...

Das Immobilien-Portal für Basel und die Region

Kommentare

Das Immobilien-Portal für Basel und die Region

Die Welt in Bildern

Hinter den Kulissen: Models werden an der Moskauer Fashion Week geschminkt uns posieren für Selfies (24. März 2017).
(Bild: Maxim Shipenkov) Mehr...