Der Elke-Test: Was taugt das erste Google-Handy?

Das Nexus One kann jetzt auch Multitouch und überzeugt sowohl hinsichtlich Nutzerführung und Design. In der Funktionalität hat der potentielle «iPhone-Killer» allerdings noch Defizite.

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Schneller als erwartet hat das am 5. Januar in den USA vorgestellte Nexus One von Google den alten Kontinent erreicht. Noch vor kurzem rechnete man in Europa erst im Frühjahr oder Sommer 2010 mit dem potenziellen «iPhone-Killer». Wird das Nexus One tatsächlich den momentanen Smartphone-Marktführer Apple von seinem Thron stossen können?

Ja, lautet die Antwort vieler ausländischer Tester. Denn das Google-Handy sei billiger, habe den besseren Bildschirm und sei mindestens so gut ausgestattet wie das iPhone. Ausserdem verfüge es über Neuheiten, wie beispielsweise Spracherkennung, die es in dieser Form bisher auch bei der härtesten Konkurrenz noch nicht gibt.

Wie reagiert Apple auf die Multitouch-Unterstützung?

Ein weiteres Argument: Beim Release Anfang Jahr verfügte das Smartphone des Suchmaschinenriesen noch über keine Multitouch-Unterstützung, nun hat Google aber angekündigt, mit einem Update den so genannten «Pinzetten-Griff» einzuführen, mit dem zum Beispiel ein Foto vergrössert werden kann. Anlässlich der Präsentation des Nexus One hatte das Unternehmen noch argumentiert, aus patentrechtlichen Gründen auf Multitouch-Unterstützung zu verzichten – nach dem Update darf man auf Apples Antwort gespannt sein.

Weiter fällt auf: Der AMOLED-Touchscreen mit einer Auflösung von 480 mal 800 Pixeln auf dem 3,7-Zoll-grossen Display begeistert mit satten Farben. Ein kleiner Nachteil ist die Sonnenreflexion. Hält man das erste Handy mit «Google-Brand» im falschen Winkel zur Sonne, erkennt man auf dem Display kaum mehr etwas. Sehr viel ausgereifter (auch im Vergleich etwa zum Magic-Handy des gleichen Herstellers HTC) hingegen kommt die Fotokamerafunktion des Nexus One daher. So lassen sich mit der 5-Megapixel-Kamera einfach und schnell Bilder in guter Qualität machen.

Leicht und schlank

Ein weiteres Plus des Smartphones ist definitiv das Betriebssystem Android OS 2.1, mit dem Spracherkennung möglich ist. Damit können Texte und Wörter nicht nur über die virtuelle Tastatur eingegeben werden, sondern auch via Diktat. Verzichten muss man jedoch auf das Eingeben von Schimpf- und Fäkalwörtern, welche von einem Filter blockiert werden (bazonline.ch/Newsnetz berichtete).

Auch äusserlich bietet das Smartphone einiges: So ist es zwar minim grösser als das iPhone, dafür ist der Bildschirm auch grösser als beim Konkurrenten. In der Tiefe ist das Nexus One etwas schlanker, was sich auch auf das Gewicht des Smartphones auswirkt – leichte 130 Gramm.

Outlook-Kalender-Synchronistation nicht möglich

Fazit: Das erste Handy mit dem «Google-Brand» macht bis auf die leichten Outdoor-Nachteile des Displays und fehlender Outlook-Kalender-Synchronistation einen wirklich überzeugenden Eindruck. Ob es aber wirklich zur echten Apple-Konkurrenz taugt, werden die Verkaufszahlen zeigen.

Technische Daten zum Google Nexus One: Quadband UMTS-Mobiltelefon mit 3,7-Zoll-AMOLED-Touchscreen, 5-Megapixelkamera mit Autofokus, Mediaplayer, AGPS mit Google Maps, Wifi, Bluetooth 2.1. Interner Speicher 512 MB RAM, 512 MB ROM. Das 130 Gramm schwere Handy kostet im Handel ohne Abo 829 Franken. Es ist auch mit Abos von Swisscom, Orange und Sunrise erhältlich (ab 149 Franken, zum Beispiel mit Swisscom für 24 Monate). Das Testgerät wurde von Digitec.ch zur Verfügung gestellt. (bazonline.ch/Newsnetz)

Erstellt: 04.02.2010, 16:44 Uhr

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