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Was dem Siegeszug der E-Books in der Schweiz im Wege steht

Elektronische Bücher und die entsprechenden Lesegeräte sind in der Schweiz noch keine Massenprodukte. An der Technik liegt das nicht.

1/10 Kindle 3
Der Kindle 3 hat mit 19 auf 12 Zentimetern die Abmessung eines schmalen Taschenbuchs.

   

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Kampf um E-Book-Leser

Kampf um E-Book-Leser
Apple, Amazon, Sony und viele andere Hersteller kämpfen mit ihren Lesegeräten um die Gunst der Leser.

Nicht unelegant: Kindle-Reader. (AFP)

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Dem Büchergestell droht in naher Zukunft nicht dasselbe Schicksal, welches das CD-Regal bereits ereilt hat: Bücher sind von der Digitalisierung weit weniger bedroht als Tonträger. Denn obwohl die Technologie für die elektronischen Bücher grundsätzlich funktioniert, obwohl sie verfügbar und einigermassen erschwinglich ist, steht ihrem Durchbruch noch einiges im Weg.

Selbst wer willig ist, sich einen relativ teuren E-Book-Reader anzuschaffen, und bereit ist, für ein E-Book einen ähnlich hohen Preis wie für ein gedrucktes Buch zu bezahlen, sieht sich mit einem vergleichsweise kleinen, aber wenig übersichtlichen Angebot konfrontiert. Dazu kommen diverse Kopierschutz-Modelle und E-Book-Formate, mit denen man sich herumschlagen muss.

Geringer Absatz

So verwundert es wenig, wenn die Absatzahlen von E-Books noch bescheiden sind. Ein E-Book-Hit erreicht in der Schweiz Verkäufe im «zwei-, maximal dreistelligen Bereich», wie András Németh von Orell Füssli bestätigt. Vielen Leuten sei ausserdem das Konzept des E-Books noch gar nicht bekannt, trotz ausgiebiger Berichterstattung in den Medien. Laurent Wendling von Buch.ch sieht vor allem bei den E-Book-Readern «Verbesserungspotenzial sowohl beim Preis wie bei der Bedienung» und erwartet diesbezüglich «bedeutende Veränderungen in den kommenden Monaten».

Books.ch (Orell Füssli) hat rund 18'000 Titel im Angebot, Buch.ch deren 17'000. Beide Läden bieten vorwiegend deutsche E-Books an und sehen ein gesundes Wachstum in diesem Geschäftssegment, wenn auch auf bescheidenem Niveau. Gefragt sei vorwiegend Unterhaltungsliteratur, gefolgt von Ratgebern und Sachbüchern. Die deutschsprachigen Verlage agieren noch zurückhaltend, vor allem kleinere Häuser. Die Grossen legen unterdessen sehr viele Neuerscheinungen auch als E-Book vor, haben aber wegen des geringen Absatzes wenig Interesse, alte Titel elektronisch anzubieten.

Geräte an Shops gekoppelt

Kostenlose, DRM-freie E-Books gibt es zwar in Hülle und Fülle, doch besteht das Angebot aus ausrangierter Literatur, bei der niemand mehr Urheberrechte geltend macht (siehe beispielsweise Gutenberg.org mit 33 000 E-Books). Wer seinen Reader also mit aktueller Literatur füllen möchte, ist auf gute Shops angewiesen. Denn immerhin entscheidet man sich mit der Wahl des Readers auch an den daran gekoppelten Laden.

Derzeit stehen grob gesagt drei E-Book-Welten zur Auswahl: Amazon mit dem Kindle (Nachteil: praktisch nur US-Literatur in Englisch), iBooks von Apple mit dem iPad (Nachteil: Das Schweizer E-Book-Angebot ist unbrauchbar, da quasi inexistent). Oder einen Reader von Sony, Iriver oder Bookeen, die etwas umständlicher sind, aber einem den Weg in die Schweizer E-Book-Shops mit ihrem kleinen, aber immerhin deutschsprachigen Angebot öffnen.

Der ultimative Reader fehlt

Weltweit der meistverkaufte E-Book-Reader ist der Kindle (ab 190 Fr., siehe rechts), mit dem man an den Kindle-Shop von Amazon gebunden ist. Der bietet zwar eine riesige Auswahl an Titeln (mit 450 000 ein Vielfaches von dem, was es an deutschen Titeln gibt), davon sind allerdings weniger als 500 in Deutsch. Elegant am Kindle ist, dass man die E-Books direkt und drahtlos mit dem Gerät kaufen kann. Ein schlauer Schachzug von Amazon ist es ausserdem, dass man die proprietären Kindle-E-Books dank entsprechenden Apps auch auf iPhone/iPad und Android-Handys (sowie am PC und Mac) lesen kann. Amazon will letztlich vor allem die E-Books verkaufen, das eigene Gerät ist nur Mittel zum Zweck.

Die globale Nummer zwei und in der Schweiz beliebt sind die E-Book-Reader von Sony (es gibt Modelle ab 199 Fr.). Sony betreibt einen E-Book-Shop, man kann aber auch bei anderen Anbietern (u. a. Buch.ch oder Books.ch) einkaufen. Seine E-Books muss man allerdings etwas umständlich erst auf den PC oder Mac herunter laden und dann via USB auf den Reader kopieren.

Auch auf dem iPad könnte man Bücher lesen

Mit Geräten des koreanischen Herstellers Iriver (ab 299 Fr.) funktioniert der Einkauf ebenso. Das neuste Modell, soeben an der IFA vorgestellt, verfügt über einen Touchscreen und ist in diversen Farben erhältlich.

Mit dem Bookeen Cybook (ab 370 Fr.) kann man u. a. E-Books bei Buch.ch erstehen und via PC/USB-Kabel laden. Eine Spezialität des Gerätes: Es kann Texte im Hoch- oder Querformat darstellen.

Das iPad (ab 650 Fr.) wäre trotz seines vergleichbar hohen Gewichts ein brauchbarer E-Book-Reader mit Farb- und Touchdisplay sowie direktem Download auf das Gerät – wenn es denn im Schweizer iBook-Store auch tatsächlich aktuelle E-Books zu kaufen gäbe. Immerhin kann man dank der Kindle-App jene E-Books auch auf dem iPad lesen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.09.2010, 10:01 Uhr

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17 Kommentare

B runo E berhard

07.10.2010, 07:54 Uhr
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Ich besitze einen Kindle 3 und bin begeistert. Direktimport von USA hat problemlos und seltsamerweise ohne Zoll geklappt. Habe bis jetzt nichts gefunden, was darauf nicht angezeigt werden könnte. Kann fast alles konvertiert oder von Benutzer Bemühungs Systemen bereinigt werden. Danach durch Calibre durchjagen und drauf ists. Antworten


Leo Baumgartner

08.09.2010, 14:55 Uhr
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Ich besitze einen iPad und einen Kindle Reader. Für Bücher ist der iPad absolut untauglich, der Kindle hervorragend. Ich wundere mich auch, dass gerade Leute die iTunes-hörig sind immer wieder mit dem Vorschlaghammer auf diejenigen hauen, die ebenfalls DRM-Inhalte anbieten (seien es nun halt Bücher). Und übrigens - der Kindle zeigt problemlos auch Dateien im PDF- und/oder MOBI-Format an. Antworten


Adrian Engler

06.09.2010, 14:45 Uhr
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Die Hauptsache bei E-Book-Readern ist, dass sie ein gutes Display haben, das nicht leuchtet und somit für die Augen ähnlich angenehm ist wie Papier und mit dem Lesen bei verschiedenen Lichtverhältnissen möglich ist. Normale Computerbildschirme, zu denen auch der Display eines iPad und ähnlicher Geräte gehören, erfüllen diese Anforderung nicht - für das Lesen ganzer Bücher sind sie ungeeignet. Antworten


Marco De Micheli

06.09.2010, 14:32 Uhr
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Den E-Books gehört zweifellos die Zukunft - nur kann es durchaus noch 4-6 Jahre dauern bis zum Durchbruch. Der Massenmarkt entsteht dann, wenn Preise bei Büchern und Geräten massiv fallen - und das werden sie. Und die Vorteile sind einfach zu klar: Einfacher, schneller Wireless-Bezug, Kapazitäten, Ökologie, wegfallende Materialkosten, Produktion und Distribution, mediale Funktionen, Mobilität u.m Antworten


Markus Eigener

06.09.2010, 14:09 Uhr
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@alle: E-Reader sind praktisch und umweltfreundlich! Jeder, der viel liest kennt das Problem mit den gedruckten Büchern... @Igor Metz: E-Books mit Freunden tauschen geht ganz offiziell und legal. Einfach mal googeln! Antworten


Stefan Werner

06.09.2010, 12:30 Uhr
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Der Verlag O'Reilly (www.oreilly.com) vertreibt seine e-books in verschiedenen Formaten von pdf bis epub. Man kann und darf sie ohne weiteres auf verschiedene Geräte herunterladen. Es gibt also durchaus auch Verlage, bei denen das Kundeninteresse berücksichtigt wird. Antworten


Igor Metz

06.09.2010, 11:36 Uhr
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Ein Killerkriterium für mich: meine Bücher kann ich mit Freunden tauschen. Mit eBooks geht das nicht. Antworten


Peter Enis

06.09.2010, 10:37 Uhr
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Nein, das IPad ist kein brauchbarere E-Book Reader, das weiss jeder der schon mal eines in der Hand gehabt hat. Der Bildschirm des IPads ist wie eine normaler Computerbildschirm, er leuchtet!!! Antworten


Peter Thommen

06.09.2010, 10:11 Uhr
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In der ganzen langen "Übergangszeit" werden wohl viele Jahrgänge dem regelmässigen Lesen "verloren". Schade um diese Möglichkeit zu meditieren und sich seine "Hirnsoftware" upzudaten. Antworten


Silvan Egger

06.09.2010, 09:48 Uhr
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Ich habe mein Kindle seit etwa 4 Monaten und bin immernoch begeistert davon. Ich lese viel mehr, da ich es immer dabeihabe und falls nötig überall und zu jederzeit ein neues Buch kaufen kann. Egal ob zu Hause oder in den Ferien in Japan. Zum lesen extrem angenehm. Dass es praktisch nur englische Bücher gibt stört mich nicht. Ich kann aber verstehen, dass dies für viele ein No Go ist. Antworten


Martin Holzherr

06.09.2010, 09:27 Uhr
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Spezialisierte EBook-Reader werden immer nur ein Nischendasein fristen. Die Zukunft ist durch das iPad vorgegeben, denn es kann viel mehr. Das iPad hat eine neue Gerätekategorie begründet. Viele ähnliche Tablets - z.B. basierend auf Android - werden den Markt in Kürze überschwemmen. Auf diesen Geräten surft man und man legt sich auch eine Bibliothek an - wenn man zu den Lesern zählt. Antworten


Jan Holler

06.09.2010, 09:07 Uhr
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Es ist nur eine Frage der Zeit, bis "Raub"kopien und gehackte Reader Lesern möglicht macht, auch wirklich auswählen zu können. Diese digitalen Fesseln will niemand. - Und genaus unausweichlich wird das Gejammer der Konzerne über die bösen "Raub"kopierer ertönen. Die Industrie lernt in diesen schnellen Zeiten zu langsam, wie schon bei den MP3. - Ich kaufe sicher keinen proprietären Reader. DRM? No! Antworten


Ramon Paxus

06.09.2010, 08:59 Uhr
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Im Artikel findet merkwürdigerweise der aktuelle kompletteste e-reader keine Erwähnung. der nook von Barnes & Noble verwendet wie moderne Handy das Android Betriebssystem und ist dementsprechend flexibel, jedoch ohne die nervige DRM Probleme. Ausserdem ist das immense Angebot von B&N dem von Amazon praktisch ebenbürtig. Antworten


Reto Frei

06.09.2010, 08:58 Uhr
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Aha und woran liegt es denn jetzt, dass es weder bei Amazon noch im iTunes Book Store Bücher in Deutsch gibt? Irgendwie beantwortet der Artikel die Frage nur halb. Die Verleger schlafen, sind nicht innovativ aus Angst oder mangelnde Bereitschaft sich der neuen Situation anzupassen und werden sich nachher bei uns ausheulen, weil wir uns die Bücher eben woanders organisieren. Siehe Musikindustrie. Antworten


Peter Möckli

06.09.2010, 08:40 Uhr
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Genau dieser Blödsinn mit der Bindung an einen bestimmten Shop, die verschiedenen, inkompatiblen E-Bookformate und Kopierschütze muss endlich beendet werden. Ich werde mir erst dann einen E-Bookreader zulegen, wenn ich damit bei jedem Anbieter E-Books beziehen und damit lesen kann. Genau, wie ich mir jetzt das gewünschte Buch mal bei Orell Füssli, mal bei Ex Libris kaufe... Antworten


Wolfgang Hürlimann

06.09.2010, 08:39 Uhr
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Es fehlt weder an Hard-, noch Software. Hindernisse sind die enormen Kommunikationskosten in der CH. Dazu kommt ein technisch überholtes Übertragungsnetz. Skandinavien setzt auf LTE, viel schneller, ohne Netzlücken und zum Teil kostenlos. Studien zu PISA und Wettbewerbsfähigkeit beweisen das. Hier wird der Markt durch Verleger, Kommunikationsanbieter und Logistik gebremst. Fortschritt verboten! Antworten


Thomas Ernst

06.09.2010, 08:32 Uhr
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Ich besitze einen Kindle und ich glaube ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht so viele Buecher gekauft wie jetzt. Einziger Nachteil ist das Roaming ueber AT&T weswegen keine Bilder in Zeitschriften mitgeliefert werden und natuerlich das ausschliesslich englischsprachige Angebot. Antworten



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