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«Wenn Apple das extra macht...»

Von Reto Knobel. Aktualisiert am 09.08.2010

Nach Antennenproblemen nun Frust über Lieferengpässe: Der Swisscom-Chef kritisiert Apple massiv. Wie sieht es bei der Konkurrenz aus? baz.ch/Newsnet hat sich umgehört.

Im Regen stehen gelassen: Wer jetzt ein iPhone 4 will, braucht viel Geduld.

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Carsten Schloter ist der Kragen geplatzt. In einem Interview mit der «SonntagsZeitung» kritisiert der Swisscom-Chef Apple: (AAPL 562.29 -0.54%) «Es war nicht möglich, vor der Lancierung das neue iPhone 4 zu reservieren. Das frustriert die Kunden total.»

Sein Unternehmen hätte zehnmal mehr Geräte absetzen können, als es von Apple erhalten hat. «Auch ein sehr erfolgreiches Unternehmen muss sich überlegen, wie man eine Markteinführung eines neuen Geräts optimal gestaltet, dass der Kunde am Ende des Tages zufrieden ist.» Apple müsse schauen, dass es nicht den «Bodenkontakt zu den Kunden verliert».

Ein grosser Hype

Auch die Konkurrenz ist verärgert: «Wir danken unseren zahlreichen Kundinnen und Kunden für ihre Geduld», sagt Orange-Sprecherin Therese Wenger. Sie bestätigt Berichte von Kunden, wonach es auch bei Orange bei der Auslieferung des iPhone 4 zu grossen Wartezeiten gekommen sei.

Nicht die Wartezeit an sich, auch die ungenügende Kommunikation ist ein Problem: Denn wie lange Orange seine Kunden noch vertrösten muss, weiss auch der Mobilfunkanbieter nicht. «Die Wartezeit hängt ausschliesslich von den regelmässigen Lieferungen von Apple ab», so die Mediensprecherin.

Und die Erfahrungen bei Sunrise? «Wir setzen alles daran, unseren Kunden baldmöglichst weitere iPhone 4 ausliefern zu können», so Sunrise-Chef Oliver Steil. Die Schlangen vor den Sunrise-Shops und der grosse Andrang auf die Website haben ihn nicht überrascht: «Mit dem Launch des iPhone 4 ist es Apple abermals gelungen, einen grossen Hype um das Gerät zu entwickeln.» Der Erfolg gebe Apple aber recht.

Warten bis Weihnachten?

Kleinere Unternehmen, die mit Apple zu tun haben, geben sich weniger diplomatisch. Ihre Kritik bringen sie aber nur anonym an – sie wollen es sich mit dem grössten Computerkonzern der Welt ganz einfach nicht verscherzen. So sagt ein in der ganzen Schweiz tätiger IT-Händler gegenüber baz.ch/Newsnet, dass er per Mail oder telefonisch «täglich Dutzende Kunden beruhigen» müsse. «Wie ist es möglich, dass ein reiches Land wie die Schweiz, wo Hunderttausende iPhones im Umlauf sind, so knapp beliefert wird? Wenn Apple das extra macht, müssen die Verantwortlichen über die Bücher.»

Ein anderer Hardwarespezialist, telefonisch von baz.ch/Newsnet kontaktiert, sagt nur: «Wir versprechen gar nichts mehr, denn im schlimmsten Fall bekommen wir erst vor Weihnachten neue Geräte. Aber eben: Wir wissen überhaupt nichts.» Der Apple Premium Reseller Dataquest warnt seine Kunden bereits, bevor sie das Geschäft betreten. Beim Eingang zur Filiale Luzern steht kurz und bündig (und grammatikalisch nicht ganz korrekt): «iPhone 4 nicht Lager».

Das gilt übrigens auch für den Apple-Store an der Bahnhofstrasse in Zürich: Sowohl am vergangenen Donnerstag als auch am Montag bekamen potenzielle Käufer immer die gleiche Antwort: «Das Gerät ist momentan nicht lieferbar.» (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.08.2010, 13:32 Uhr

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