Huawei P10 Plus: Wie gut ist die neue Kamera?

Die neuen Smartphones von Huawei kommen in den nächsten Wochen in die Schweiz. Ein erster Eindruck.

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Vor zwei Wochen ging in Barcelona mit dem Mobile World Congress die grösste und wichtigste Fachmesse rund um den Mobilfunk über die Bühne. Handyhersteller versuchen sich dort mit allerhand Neuheiten und Features zu übertrumpfen (Von Mäusen und Zombies). Doch wichtiger als Ankündigungen sind Verkaufstermine. Die besten Neuheiten nützen nichts, wenn sie erst nach Monaten in die Läden kommen. Wer weiss, ob bis dann die Konkurrenz nicht längst wieder etwas Neues vorgestellt hat.

Was das Tempo angeht, hat heuer Huawei die Nase vorn. Das neue Huawei P10 (650 Franken) soll schon nächste Wochen auf den Schweizer Markt kommen. Das grössere P10 Plus (800 Franken) soll am 7. April parat sein. Zum Vergleich: Das neue Sony-Handy ist erst im Juni erhältlich. Der «Tages-Anzeiger» hatte bereits die Möglichkeit, die neuen Huawei-Smartphones auf ihre Alltagstauglichkeit zu testen. Abgesehen von der Grösse und dem Preis unterscheiden sich die zwei Geräte nur leicht. Das P10 Plus hat einen Bildschirm mit höherer Auflösung, mehr Arbeitsspeicher (128 GB statt 64 GB), einen grösseren Akku und eine etwas lichtstärkere Kamera.

Was die Software angeht, ist bei solchen ersten Eindrücken jeweils eine gewisse Vorsicht angebracht, da für gewöhnlich kurz vor dem Verkaufsstart noch Updates ausgeliefert werden.

Falsch platzierter Scanner

Trotzdem machen die beiden Geräte schon jetzt einen vielversprechenden Eindruck. Rein optisch und haptisch gefällt das elegante Glas- und Metall-Design. Hier spielt Huawei inzwischen, wie man es bei dem Preis nicht anders erwarten darf, in der Top-Liga. Besonders löblich: Huawei ist über den eigenen Schatten gesprungen und verzichtet auf einen Firmenschriftzug oder ein Logo auf der Front. Ein Haar in der Suppe findet sich aber trotzdem: Das P10 ist nicht wasserdicht.

Die grösste Überraschung war der neue Fingerabdrucksensor. Anders als beim Vorgängermodell, und wie bei Android-Handys Standard, befindet sich der Scanner neu unterhalb des Bildschirms und schaut aus wie ein Home-Knopf. Das ist umso erstaunlicher, als heuer mit Samsung und Apple wohl die letzten Verfechter eines Home-Buttons diesen verschwinden lassen dürften.

Bei den ersten Versuchen mit dem Huawei wirkte der Scanner unlogisch und falsch platziert. Zumal darüber auf dem Bildschirm die virtuellen Knöpfe für Back, Home und Multitasking angezeigt werden. Ein Blick in die Niederungen der Einstellungen schaffte schliesslich Abhilfe. Unter «Navigationstasten» gibt es die Möglichkeit, den Fingerabdruckscanner zur Bedienung des Smartphones zu nutzen. Leicht drücken bringt einen eine Ebene zurück, fest drücken zeigt den Home-Bildschirm, und von der Seite wischen zeigt die Multitasking-Ansicht.

Fehlender Mut

Nach einer Viertelstunde hat man sich daran gewöhnt und nach einem Tag möchte man den Bedienkomfort nicht mehr missen. Schade traut sich Huawei nicht, die Funktion standardmässig zu aktivieren. Nur so macht der Scanner auf der Front wirklich Sinn. Aber da nun randlose Handybildschirme wie beim LG G6 oder dem nächsten Galaxy von Samsung alle Knöpfe auf der Front verdrängen, sollte es nicht überraschen, wenn beim Huawei P11 schon wieder ein neues Bedienkonzept vorgestellt wird.

Ansonsten machen die neuen Smartphones einen schnellen und zuverlässigen Eindruck. Apps gehen sofort auf, und der Akku verspricht, wie bei der Konkurrenz, bei moderatem Gebrauch einen Tag zu halten.

Zuverlässige und schnelle Kamera

Das beste Kaufargument bleibt aber die Leica-Doppelkamera. Wie schon bei den Vorgängern macht es Spass, damit zu fotografieren. Hobbyfotografen werden die manuellen Möglichkeiten gefallen, und Gelegenheitsknipser können sich über einen inzwischen ausgereiften, schnellen und zuverlässigen Automatikmodus freuen.

Bei experimentellen Funktionen wie dem Porträt-Modus, der den Hintergrund unscharf stellt, sind die Ergebnisse je nach Lichtverhältnissen ähnlich durchzogen wie beim iPhone 7 Plus von Apple: manchmal bestechend und manchmal unbrauchbar. Doch die Software wird bei beiden dank Updates zusehends besser. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.03.2017, 09:14 Uhr

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