Kostenlose Ferienlektüre!

Das Paperback vom Flughafenkiosk ist nicht der Weisheit letzter Schluss: Im Netz gibt es hochkarätige E-Books und Hörbücher – obendrein zum Nulltarif.

Per Tablet lässt es sich sehr entspannt durch die Weltliteratur zappen.

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Die Geschmäcker, was Ferienlektüre angeht, sind grundverschieden: Die eine nimmt sich vor, den übers Jahr aufgebauten Bücherstapel endlich zu verkleinern. Der andere deckt sich am Bahnhofkiosk oder in der Flughafenbuchhandlung mit dem ein, was der Wühltisch mit den Belletristik-Bestsellern gerade so hergibt. Um das Tablet, Smartphone oder das elektronische Lesegerät mit Büchern zum Lesen oder zum Hören zu füllen, gibt es noch einen anderen Weg – nämlich die grossen Plattformen mit gemeinfreier Literatur.

Der Pionier ist Project Gutenberg: Schon 1971 gestartet, umfasst die älteste digitale Bibliothek der Welt inzwischen um die 54'000 Titel, auch einige in Deutsch. Die von Freiwilligen digitalisierten Werke können online gelesen werden. Sie stehen auch zum Download bereit und werden für unterschiedliche Zwecke in diversen Formaten angeboten. Für die Verwendung am Mobilgerät eignet sich das Epub-Format oder alternativ Mobi.

Mit ein paar Klicks landet das Gratisbuch in der iBooks-App auf dem iPad, wo es sich komfortabel lesen lässt.

Epub lässt sich am iPad oder iPhone mit der iBooks-App benutzen, die zu den Standard-Apps von Apple gehört. Bei Android sind der Moon+ Reader und der FBReader (Gratis oder Premium für 4.50 Franken) populär. Epub lässt sich auch mit den meisten E-Book-Lesegeräten verwenden. Für den Amazon Kindle ist das Mobi-Format besser geeignet.

Der Trick für die deutschsprachige Weltliteratur

Project Gutenberg hat einen Nachahmer gefunden, der sich auf deutschsprachige Werke konzentriert. Bei Projekt Gutenberg digitalisieren und korrigieren freiwillige Helfer der Gaga-Community (das Kürzel steht für «Gemeinsam an Gutenberg arbeiten») die Bücher. Der Bezug der Bücher fürs Tablet und Lesegerät ist allerdings nicht ganz so einfach wie beim englischsprachigen Vorbild. Die Bücher können nur im Browser gelesen werden, der Erwerb auf einem USB-Stick oder einzelner E-Book-Sammlungen ist kostenpflichtig – was auch kritisiert wird. Um einzelne Bücher mobil zu lesen, gibt es aber einen kleinen Ausweg. Ein Webdienst wandelt die Bücher ins Epub-Format um. Das Video erklärt, wie das im Detail funktioniert und wie die Bücher am einfachsten aufs Tablet oder Smartphone gelangen.

Die beste Zukunftsliteratur aus der Vergangenheit bei Project Gutenberg.

Auch Hörbücher finden sich im Netz. Die Plattform librivox.org erstellt seit 2005 aus gemeinfreien Titeln Hörbücher. Um die 10'000 Werke gibt es inzwischen, die auch auf loyalbooks.com zu finden sind – das ist eine weitere Plattform, die Public-Domain-Bücher sammelt und vergleichsweise übersichtlich katalogisiert. Die Hörbücher werden von Laien eingesprochen – teils sogar relativ aufwendig mit mehreren Sprechern, wie etwa bei dem im Video gezeigten Titel «The Importance of Being Earnest» von Oscar Wilde. Nicht immer ist es eine reine Freude zuzuhören, denn oft reicht weder die Tonqualität noch die Leistung der Erzähler an das heran, was man von Audible und Co. gewohnt ist.

Flatrate für Hörbücher

Doch auch dafür gibt es einen kleinen Trick, zumindest für Spotify-Nutzer. Der Streamingdienst hat ausreichend Hörbücher und Hörspiele für die ganzen Sommerferien im Angebot. Das Video erklärt, wie man sie findet und fürs Hören am Strand aufs Gerät herunterlädt.

Zugegeben: Die gelben Büchlein aus der Reclam-Bibliothek – die dieses Jahr den 150. Geburtstag feiern – haben ihren eigenen Charme. Der Vorteil der grossen digitalen Plattformen besteht darin, dass man ausgiebige Streifzüge durch die Weltliteratur unternehmen und nach Lust und Laune auch anlesen, querlesen und durch die Werke «zappen» kann. Und ja, die kostenlosen Klassiker sind völlig legal: Das Urheberrecht läuft in vielen Ländern 70 Jahre nach dem Tod des Autors ab.

Hörbücher bei Spotify? Wo die Einstiegshilfe zu finden ist. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.07.2017, 12:46 Uhr

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In der Videoreihe «Digitale Patentrezepte» gibt Matthias Schüssler exklusiv für baz.ch/Newsnet einmal pro Woche praxiserprobte Hilfestellung zur souveränen Bewältigung des digitalen Alltags.

Falls Sie ein Anliegen haben, das sich für die Behandlung in unserer neuen Rubrik eignen würde, dann unterbreiten Sie uns das bitte über die Kommentarfunktion oder schreiben Sie an matthias.schuessler@tages-anzeiger.ch.

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