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Der Stöpsel-Test: Mit den passenden Kopfhörern tönt es besser
Von Matthias Schüssler. Aktualisiert am 15.03.2010
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Hygiene und Reinigung
Von PC-Tastaturen und Telefonhörern weiss man, dass sie sich mit der Zeit in regelrechte Biotope verwandeln, die teils unhygienischer als Toilettensitze sind. Viele Leute ekeln sich erst recht vor Ohrstöpseln. Doch zu deren Hygiene gibt es bisher kaum wissenschaftliche Studien, wie auch der Oberarzt der Abteilung für Infektiologie und Spitalhygiene am Kantonsspital St. Gallen, Philippe Rafeiner, bestätigt.
Jugendliche teilen ihre Kopfhörer gerne, etwa zum gemeinsamen Musikhören. Dabei würden gefährliche Krankheitserreger übertragen, wird verschiedentlich gewarnt. Philippe Rafeiner vergleicht die Bedenklichkeit eines Kopfhörertauschs allerdings mit der des Händeschüttelns: In beiden Fällen werden Keime und Bakterien ausgetauscht – in der Regel ohne weitere gesundheitliche Folgen. Keime und Bakterien gibt es überall auf der Haut, also auch im äusseren Gehörgang.
Mit der Zeit lagert sich auf den Kopfhörern Ohrenschmalz ab. Das ist unappetitlich und kann die Klangqualität beeinträchtigen. Daher sollte man die Kopfhörer ab und zu reinigen. Die Gummiaufsätze sind in der Regel leicht abnehmbar, man kann sie problemlos mit etwas Warmwasser und falls nötig mit einem leichten Spülmittel reinigen. Bevor man sie wieder aufsetzt, sollte man sie vollständig trocknen lassen. Verzichten sollte man hingegen auf Desinfektionsmittel. Der Effekt einer Desinfektion ist ohnehin nur kurzfristiger Natur: Es werden zwar Keime vernichtet, damit entsteht aber bloss Platz für eine rasche erneute Keimbesiedlung. Zudem könnte sich eine Desinfektion durch eine Reizung des Gehörgangs eher kontraproduktiv auswirken, so Rafeiner. Von Zeit zu Zeit kann man die Gummikappen ausserdem ganz ersetzen.
Ablagerungen am Lautsprecher kann man mit einem trockenen Wattestäbchen entfernen, nicht empfehlenswert (und dennoch ab und zu im Internet angepriesen) ist es, dabei Wasser oder Reinigungsmittel zu verwenden.
Das grösste Gesundheitsrisiko im Zusammenhang mit Kopfhörern bleibt letztlich die Schädigung des Gehörs durch zu lange und zu laute Nutzung. (rcz)
Kopfhörer stellen die Verbindung zwischen dem MP3-Player und dem Gehörgang her und sind somit unverzichtbar für den Konsum von Musik, Hörbüchern sowie Podcasts. Sie sind natürlich noch viel mehr - nämlich Accessoires des digitalen Lifestyles und Abkapselungsinstrument für Pendler und ÖV-Benutzer. Gute Kopfhörer müssen folglich nicht nur gut klingen, sondern auch bequem sein, bei stundenlangem Tragen nicht drücken, selbst beim Sport solide sitzen und Umgebungsgeräusche fernhalten. Diese Aufgaben werden sehr unterschiedlich erfüllt, wie unser Test von vier Modellen zeigt. Die getesteten Kopfhörer stammen aus der Kategorie «In-Ear-Kopfhörer», umgangssprachlich auch Ohrstöpsel genannt. Sie bieten durchs Band weg eine überzeugende Klangqualität. Und sie verschonen, anders als offene Kopfhörer, die Umgebung mit akustischem Abfall.
Das Klangwunder von Bose
Obwohl die Testmodelle allesamt klanglich überzeugen, gibt es bei der Tonqualität einen klaren Sieger: Die TriPort-Ohrstöpsel von Bose klingen klar und knackig. Ein ausgewogener Klang mit kraftvollen Bässen, die nie dumpf wirken. Wer der Soundqualität oberste Priorität einräumt und dafür den teuersten Preis zahlt (ca. 139 Franken im günstigsten Angebot), ist bestens bedient.
Die Hörer werden wie üblich mit Polsterkappen in drei verschiedenen Grössen geliefert. Aus dieser Auswahl wählt man die Polster, die am besten in die Ohren passen. Tragekomfort und der sichere Sitz werden weitgehend von den anatomischen Merkmalen des Trägers bestimmt. Je nach Situation sind ausserdem andere Hörer gefragt. Satt sitzende Stöpsel fallen beim Sport weniger heraus und reduzieren den Umgebungslärm, fühlen sich aber wie ein Fremdkörper an. Bei Bose-In-Ear-Headphones stecken die Hörer nicht so tief im Gehörgang. Entsprechend eignen sie sich für Träger, die das Gefühl des Verkorktseins nicht mögen. Allerdings sind die Bose-Kopfhörer relativ gross und machen sich in der Ohrmuschel breit. Das empfinden nicht alle Träger als angenehm, und der Umgebungslärm ist gut zu hören.
Vorbildlich ist Bose beim Zubehör. Es gibt nicht nur ein Täschchen, sondern auch einen Clip und ein Nackenband, und es ist sogar möglich, für verlorene Polsterkappen Ersatz zu bekommen.
Günstige Allrounder von Philips
Die SHE9800 sind im Netz für unter 60 Franken erhältlich. Ihr Klang zeichnet sich vor allem durch ein schönes Stereobild aus, fällt aber im Vergleich zum teureren Bose-Kopfhörer etwas ab: Sowohl bei den Bässen als auch den Höhen ist er deutlich weniger prägnant. Dieser Kopfhörer blockt den Umgebungslärm gut ab, ohne komplett abzudichten. Auch hier ist es Geschmackssache, ob man die relativ grossen Ohrhörer in den Ohrmuscheln verträgt oder sie als unangenehm empfindet. Leider verheddert sich das Kabel des Philips-Modells leicht, und es produziert im Ohr laute Scheuergeräusche, wenn es auf Textilien reibt. Ausserdem sind die Polsterkappen schwer über den Hörer zu stülpen, was den Vorteil hat, dass die Kappen nicht verloren gehen. Der günstige Preis macht diese kleinen Schwächen aber wett.
Schicker Sportlicher von Sennheiser
Die CX380 Sport II sind auf Läufer, Velofahrer und Wanderer zugeschnitten. Nur 12 Gramm schwer, schweiss- und wasserabweisend und mit einem Clip zur Befestigung. Die Aussengeräusche werden gut gefiltert. Der Klang - recht ausgewogen, mit etwas wenig Höhen - fällt vor allem durch seine Lautstärke auf. Im direkten Vergleich zum Kopfhörer von Philips (PHG 14.31 0.07%) kann man beim iPod die Lautstärke zwei Stufen zurückdrehen. Das hören diejenigen Anwender gern, denen der iPod mit seiner niedrigen Lautstärkebegrenzung zu wenige Dezibel hergibt.
Äusserlich fällt der CX380 (ca. 70 Franken) durch seine orange Färbung und die Zickzackbügel auf. Das Design ist eine angenehme Abwechslung zu dem Schwarz-Metallic-Einheitslook der anderen Modelle. Die Lärmdämmung ist gut, aber nicht überragend. Auf Dauer tragen sich die Sennheiser-Hörer eher unbequem. Das kann daran liegen, dass bei unserem Testmodell Polsterkappen in nur einer Grösse vorhanden waren; normalerweise gibt es sie in drei Grössen.
Flexible Winzlinge von Sony ( 13.3 -3.34%)
Die MDR-AS40EX von Sony sind die kleinsten der getesteten In-Ear-Kopfhörer. Sie sitzen satt im Ohr, dämpfen den Aussenlärm ausgezeichnet und bieten ordentlichen Sound. Sony überzeugt zum einen mit dem günstigen Preis (unter 50 Franken) und zum anderen mit dem Zubehör: Für das von Haus aus kurze Kabel gibt es eine Verlängerung und einen Clip zum Fixieren. Wirklich gelungen ist die Idee mit den Bügeln. Sie verbessern den Halt der Hörer markant. Sie sind abnehmbar und werden in drei Grössen mitgeliefert. Nur 12 Gramm wiegen diese Sport-Kopfhörer von Sennheiser. Der Philips SHE9800 blockt den Umgebungslärm gut ab. Diese Ohrenstöpsel von Sony bieten viel für wenig Geld. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 15.03.2010, 12:28 Uhr






















































































