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Revolutionäres Youtube-Comic erobert das Internet
Von Jan Knüsel. Aktualisiert am 24.03.2009
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So wird ein Zeichentrickfilm erstellt
So wird's gemacht
Der längste Sprung
Seit Dezember 2008 gibt es in Japan für den neuen Nintendo DSi die Gratis-Software «Ugo-Memo-Chô» (zu Deutsch: «Der bewegende Notizblock»), mit der man seine eigenen kleinen Animationen kreieren kann. Auf Englisch hat sich der Begriff «Moving Memo Animations» durchgesetzt. Im Grunde genommen ist dies nichts anders als das gute alte Daumenkino in digitalisierter Form, bei dem man zusätzlich noch den Ton aufnehmen und bei Bedarf künstlich beschleunigen kann.
Zwar ist das Touchpad des DSi klein, die Ausdrucksmöglichkeiten entsprechend limitiert, die Farbwahl beschränkt und das Interface selbst für einen Fünfjährigen leicht bedienbar. Aber genau diese Einfachheit macht die Daumenkino-Software bei Kindern und Erwachsenen in Japan zu einem riesigen Erfolg.
Ein Grosserfolg in Japan
Die simple Handhabung erlaubt es dem Nutzer seine selbst erstelltes Daumenkino im Nu online zu stellen. Nintendo hat dafür die Website «Ugomemo-Hatena» erschaffen, wo jedermann wie bei Youtube die hochgeladenen Animationen anschauen, bewerten und kommentieren kann. Die Website ist sofort auf grossen Anklang gestossen und hat regelrecht einen Boom in Japan ausgelöst. Gemäss der Online-Ausgabe der japanischen Tageszeitung «Nikkei Shimbun» wurden seit Januar schon über 100'000 Animationen hochgeladen und jede Woche kommen 30'000 Daumenkino-Filmchen hinzu. Über 800'000 Nutzer haben sich bereits auf der Website registriert. Selbst auf Youtube schwirren die Animationen mittlerweile umher.
Die Website ist ebenso einfach in zwei Kategorien unterteilt: die beliebtesten und die kürzlich hochgeladenen Animes. Vom simplen Strichmännchen bis zu fast schon professionell herausgezeichneten Charaktere findet man alles. Das Geheimnis des Erfolgs ist der Hauch des Amateurhaften in der Zeichnungsweise.
Die Heulattacken von Kleinkindern, deren hochgeladene Animationen keine Resonanz finden, sind ebenso vorgezeichnet. Nach der Musik und dem Buch hat somit auch der animierte Comic die Welt des Web 2.0 erreicht. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 24.03.2009, 12:08 Uhr
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