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So spielt sich Nintendos 3-D-Konsole

Von Anatol Heib. Aktualisiert am 22.03.2011

Hunde, die ihre Pfoten aus dem Bildschirm zu strecken scheinen, und Arbeitskollegen, die durchs Büro fliegen: Nintendo lanciert im März eine portable 3-D-Spielkonsole. baz.ch/Newsnet konnte sie bereits ausprobieren.

1/6 Nintendo-Präsident bei der Präsentation der 3DS-Konsole im April dieses Jahres.
Bild: Keystone

   

Fakten zum 3DS

Die verschiedenen DS-Konsolen wurden seit der Lancierung vor sieben Jahren weltweit 150 Millionen Mal verkauft. Mit der neuen Variante kann neben speziell konzipierten 3D-Games (13 sind zum Start erhältlich) auch die normalen DS-Games abspielen. Die 3DS-Konsole wird mit einer 2 GB SD-Speicherkarte ausgeliefert. Die Standby-Zeit wird mit ein bis zwei Tagen angegeben. Je nach Einstellungen (Helligkeit, Wifi etc.) beträgt die Betriebszeit vier bis sechs Stunden. Die Konsole dient auch als Musikplayer und spielt Songs im MP3- und AAC-Format ab. Via drahtloser Internetverbindung lädt man sich in einem Web-Shop beispielsweise Gameboy-Klassiker herunter.

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Die dritte Dimension im Kino, auf dem heimischen Fernseher, in Digitalkameras – und jetzt neu auf der portablen Spielkonsole: Mit Nintendos ( 112.39 -1.41%) Mini-Spielkonsole 3DS, die ab 25. März in der Schweiz erhältlich ist, kann man dreidimensionale Games ohne Spezialbrille spielen.

Die Konsole besteht wie bisherige DS-Modelle aus zwei Bildschirmen. Der untere Display dient als Touchscreen, der mit einem mitgelieferten Stift bedient wird. Der obere Screen im Breitbildformat lässt die dreidimensionalen Bilder von blossem Auge sehen.

Figuren ragen aus dem Game heraus

Für den Effekt sorgen zwei Linsen, die an den Seiten eingebaut sind. Beim Test gelingt der Konsole tatsächlich ein überzeugender Tiefeneffekt: Man blickt wie durch ein Fenster in eine Welt, Figuren oder Gegenstände ragen teilweise sogar leicht aus dem Spiel heraus. Insgesamt wird aber deutlich, dass die 3DS-Konsole vor allem mit dem räumlichen Blick nach innen arbeitet. Effekte wie im Kino, wo Objekte aus der Leinwand springen, darf man nicht erwarten. Zudem spielt sich die 3-D-Action auf einem kleinen Bildschirm ab.

Der 3-D-Effekt funktioniert nur, wenn man im richtigen Winkel auf den Bildschirm guckt. Das ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Hält man den 3DS nicht richtig, sieht man alles doppelt (das gilt ohnehin für alle, die dem Spieler zuschauen). Bei Auf- und Abwärtsbewegungen zeigt sich die Konsole tolerant. Bewegt man sie nach links oder rechts, ist der Effekt schnell weg. Doch nach einigen Spielsessions hat man den Dreh raus. Wer will, kann mit einem Regler die Stärke des 3-D-Effekts verändern – oder ihn komplett ausschalten: Alle 3-D-Games werden auch in 2-D dargestellt. Zudem spielt die Konsole alle normalen DS-Games ab.

Die Hauskatze in der Hardware

Die Qualität der 3-D-Effekte variiert je nach Spiel. Besonders gelungen ist die Haustier-Simulation «Nintendogs&Cats». Mit dem Touchscreen streichelt man seine Vierbeiner, die darauf die Pfoten nach dem Spieler strecken – und hier hat man auch mal das Gefühl, dass diese aus dem Bildschirm herausragen. Auch eine Vorversion von «Legend of Zelda» oder das Flugzeugspiel «Pilotwings Resort» nutzen 3-D gut – Distanzen lassen sich insgesamt leichter einschätzen. Beim Fussballgame «Pro Evolution Soccer» hat man zwar wirklich das Gefühl, mitten auf dem Rasen zu stehen, kehrt aber mangels Übersicht schnell wieder in die klassische Ansicht zurück.

3-D-Effekt mit Kindersicherung

Nach dem ersten Test einiger Games fühlt man sich etwas müde, die Augen wirken angestrengt - man muss sich zuerst an den Effekt gewöhnen. Nintendo empfiehlt, nach einer Stunde eine Pause von 20 bis 30 Minuten einzulegen. Beim zweiten Testlauf ist die ideale Sichtposition auf Anhieb gefunden, und die Anstrengung der Augen verflogen. Kinder unter sieben Jahren sollten 3-D-Inhalte indes nicht konsumieren. Mit einem Passwort kann man die Funktion wie auch andere Inhalte – zum Beispiel den Zugang zum Web-Shop – schützen.

Wenn das Wohnzimmer zur Spielumgebung wird

Besonders beeindruckend waren die vorinstallierten Games mit Augmented Reality – Spiele laufen quasi in der realen Umgebung ab. So funktioniert es: Man legt eine der sechs mitgelieferten Spielkarten (sie dienen als Orientierungspunkt für die am Gehäusedeckel eingebaute 3-D-Kamera) auf den Tisch und richtet die Konsole auf sie – und plötzlich erscheint auf dem Bildschirm eine dreidimensionale Spielfigur, die sich in der realen Umgebung bewegt (in unserem Beispiel der Bürotisch). Je nach Game bauen sich auf dem Tisch (oder wo man die Karte auch immer hinlegt) auch Berge für eine Minigolf-Welt auf, oder das Pult steht plötzlich unter Wasser. Die Technik funktioniert sogar, wenn man die Karte auf die Hand oder irgendein Objekt legt. Dank Bewegungssensoren kann sich sogar hinter das Objekt bewegen.

Noch witziger ist das Game, welches Porträtbilder nutzt. Man fotografiert einfach die Kollegen mit der eingebauten 3DS-Kamera – und deren Gesichter fliegen danach als Ballons durchs Livebild der Kamera, die man zum Platzen bringen muss. Und – das ist der Clou – als Hintergrund des Games dient auch hier die reale Umgebung, die sogar zu Bruch gehen kann; sei es nun das Büro, das Wohnzimmer oder der Garten. Die Verbindung von virtueller und realer Welt hat beim Testen fast noch mehr überzeugt als die 3-D-Games.

Eingebauter Bewegungssensor

Die Konsole ist ab Werk mit viel Technik und Software ausgestattet. An der Aussenseite des Gehäusedeckels ist eine 3-D-Kamera integriert, auf der Innenseite eine für 2-D-Fotos im JPG-Format (nur in VGA-Auflösung). Der eingebaute Bewegungssensor wird für Spiele oder zum Beispiel den Schrittzähler genutzt, der Statistiken der täglich zurückgelegten Meter erstellt.

Im Hauptmenü, dessen Symbole wie Apps fürs iPhone angeordnet sind, lässt sich die Helligkeit einstellen. Neu und praktisch ist die Home-Taste – mitten im Spiel kann man so ins 3DS-Menü wechseln und etwa mit einer Notizzettel-Funktion Anmerkungen zu Spielen schreiben. Ab Werk sind auch alle Angaben zum Umgang mit dem Gerät integriert.

Für den 3DS nennt Nintendo keinen empfohlenen Verkaufspreis. Die Preise bewegen sich in der Schweiz je nach Anbieter zwischen 329 und 349 Franken. Spiele werden 69 Franken kosten. Die Konsole erscheint am 25. März in den Farben Aqua Blue und Cosmos Black. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.03.2011, 16:34 Uhr

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