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Wie Apples Tablet die Medien revolutionieren könnte
Von Leon Sanders. Aktualisiert am 06.01.2010 25 Kommentare
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Neue Infos zum Apple-Tablet
Wie Boygeniusreport.com berichtet, wurde die Blogseite mit neuen iPhone-OS-Versionen besucht. Erstens zeigte das Weblog sowohl OS 4.0 mit einem neuen Webkit an als auch die Version 3.1.3. Beides könnte man mit etwas Aufwand vortäuschen. Jedoch könnte das iPhone OS 4.0 auch ein Hinweis auf ein neues Betriebssytsem für das Apple-Tablet sein.
Zudem berichtet «Silicon Valley Insider», dass verschiedene ausgewählte Entwickler von Apple nach Kalifornien eingeladen wurden, um für eine Vorführung Ende Januar Apps vorzustellen. Das Interessante an dieser Information ist, dass die Entwickler gebeten wurden, ihre Apps mit voller Auflösung bereitzustellen. Auch diese Information deutet auf ein neues mobiles Gerät von Apple, vielleicht ein Tablet, hin.
Die Gerüchteküche um Apples (AAPL 562.29 -0.54%) Tablet-PC brodelt weiter: Laut einem Bericht des «Wall Street Journals» wird das Unternehmen das neue Gadget Ende Januar vorstellen und bereits im März verkaufen. Der Computer, der möglicherweise unter dem Namen iSlate auf den Markt kommt, soll mit einem 10 bis 11 Zoll grossen Touchscreen ausgestattet sein, zur Debatte stehen offenbar zwei Varianten, deren Aussenhülle jeweils aus verschiedenen Materialien besteht.
Es zeichnet sich ab, dass die Printmedien dadurch in den nächsten Jahren eine Revolution erfahren. Der Hintergrund: Nach den letzten schwierigen Jahren müssen sich die Verlage auf neue Geschäftsmodelle besinnen. So müssen etwa die Produktionskosten verringert und der Markt der interaktiven Online-Medien ausgebaut werden. Die Möglichkeiten sind immens – die Gefahren einer Industrialisierung der Print-Medien jedoch ebenso.
Stellen wir uns eine Zeitung in 20 Jahren vor: Wir sitzen morgens in der S-Bahn und haben anstatt Papier ein Gerät in der Hand, welches nicht nur den Zugriff auf eine, sondern praktisch jede Zeitung ermöglichen wird. Eine vollständig elektronische Zeitung bietet beispielweise die Möglichkeit, einen Artikel nebenbei mit Videos oder Links auf andere interessante Artikel zum Thema anzureichern.
Andererseits birgt der «ständige Redaktionsschluss» die Verpflichtung, zu jedem Zeitpunkt die aktuellsten Nachrichten zu veröffentlichten, die Gefahr von Qualitätseinbussen. Auf Marketing-Seite sind die Möglichkeiten dank der elektronischen Medien jedoch viel umfangreicher: Der Anzeigenmarkt in einer Zeitung kann absolut exakt auf den Kunden zugeschnitten werden.
Apple in Verhandlung mit Medienkonzernen
In den letzten Monaten sind einige interessante Gerüchte um Apple und das Ziel, viele Medien in das Tablet-Konzept einzubinden, aufgetaucht: Seit Juni 2009 steht Apple offenbar in Gesprächen mit verschiedenen Medienkonzernen. Mit diesen wird um die Veröffentlichung verschiedenster Inhalte auf einem «neuen Gerät» verhandelt. Von Disney bis zur «New York Times» sollen sich alle Medienfacetten in iTunes finden lassen.
Wie die Seite Gizmodo.com berichtet, hat Apple in den letzten Monaten auch verschiedene Geschäftsführer von Zeitschriftenkonzernen eingeladen, um mit ihnen über interaktive Zeitschriftenkonzepte zu verhandeln, welche auf iTunes verkauft werden würden.
Die Idee ist auch wirtschaftlich durchaus interessant: Der Prozess der Leistungserbringung am Kunden könnte dramatisch verkürzt werden. Eine Zeitung müsste nicht mehr über die klassischen Absatzwege – also beispielsweise über einen Kiosk – vertrieben werden, sondern könnte direkt elektronisch zum Kunden geschickt werden. Die Einsparpotenziale sind gross: Momentan dauert es Jahre, bis eine Druckmaschine abgeschrieben ist. Diese Druckzentren könnten bei einem grossflächigen elektronischen Absatz dramatisch verkleinert werden.
Neue Möglichkeiten auch für Bücher
Auch für die grossen Verlage könnte der Absatz elektronischer Bücher neue Pforten öffnen. Momentan wird speziell teure Fachliteratur oftmals gebraucht weiterverkauft. Viele Studenten machen von dieser Möglichkeit Gebrauch. Die Verlage bekommen keinen Rappen von diesem Geschäft. Ein elektronisches Buch, das digitaler Rechteverwaltung unterliegt und nur ein einziges Mal von einer Person heruntergeladen werden kann, würde diesen Weg verschliessen. Andererseits könnte der Buchmarkt rentabler werden – dank Einsparungen in Druckereien und der zusätzlichen oben beschriebenen Einnahmen. Zudem könnten die Verlage Bücher so zu einem Bruchteil des Preises anbieten.
Nicht zuletzt könnten die Verlage auch Bücher so wesentlich interaktiver gestalten. Beispielsweise könnte man Diagramme in oben erwähnter Fachliteratur so gestalten, dass der Leser individuell die Zeitachse verändern könnte. In einem Kinderbuch über Wildtiere könnte beispielsweise beim Aufschlagen einer bestimmten Seite Wolfsgeheul abgespielt werden.
Optimistischer Ausblick
Das Ziel ist somit in den nächsten Jahren, die uns bekannten klassischen Medien auf einem Gerät zu verbinden und trotzdem den Anspruch der qualitativen Hochwertigkeit zu erhalten. Im Jahr 2010 werden viele Geräte erscheinen, welche einen ersten Vorgeschmack auf diese Entwicklung geben. Das erwartete Apple-Tablet wird eine Vorreiterrolle in dieser Revolution einnehmen. Es könnte die bekannten Medien revitalisieren und ihnen neue Absatzmärkte und Innovationsmöglichkeiten eröffnen. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 06.01.2010, 16:43 Uhr
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25 Kommentare
Der Artikel klingt vielversprechend. Kann mir gut vorstellen meine Baz in Zukunft auf einem Tablett zu lesen. Und wenn es von Apple kommt ist es in der Regel auch durchdacht. Es könnte allerdings Streit geben am Frühstückstisch. Bisher konnten ich ein gelesener Bund meiner Frau weitergeben und den nächsten lesen. Das würde dann wohl nicht mehr gehen. Antworten
Solche Geräte haben sicher einer gewisse Berechtigung und sind in gewissen Fällen hilfreich. Doch hoffentlich werden die Menschen nicht zu spät merken, was sie an einem Buch haben. Wenn man auf 200 Seiten schnell herumblättern kann, etwas anstreichen kann, soviel Buchzeichen hineinlegen kann wie man will und das alles nach 20 Jahren noch da ist, dann ist das ungemein praktisch und übersichtlich. Antworten
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