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«Wir haben diese Figuren gesehen und gedacht: Das wird nichts»
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Als der geistige Vater Will Wright seine Sims in Aachen dem deutschen Team von Electronic Arts vorstellte, erntete der Entwickler erst mal skeptische Blicke. «Er war hellauf begeistert, und wir haben nur diese Figürchen gesehen und gedacht: Das wird nichts», erinnert sich eine damalige Mitarbeiterin. Dabei war Wright als Entwickler der Städtesimulation SimCity (1989) immerhin schon eine feste Grösse in der Branche.
Warum wurde die digitale Puppenstube trotz der eher schlichten Grafik zu einem so grossen Verkaufserfolg? «Weil die Sims die Kreativität ansprechen», antwortet der Marketing-Direktor von Electronic Arts (EA) in Deutschland, Dirk Schülgen. «Man kann sich dort ausleben, seine eigenen Träume leben.»
80 Millionen Downloads
Dem Sims-Hersteller gelang es zudem, die Spieler in einer Community zusammenzuführen, in der sie selbst gestaltete Gegenstände für die Spielwelt ebenso austauschen wie Fotogeschichten oder YouTube-Videos. Die dafür eingerichteten Server verzeichneten nach Angaben von EA bislang 80 Millionen Downloads.
Mit neuen Gegenständen und Situationen - entweder im Einzelverkauf oder als Erweiterungspaket - wachsen die Spielmöglichkeiten ins Unendliche. Bereits im August 2000 gab es das erste Erweiterungspaket mit dem Titel «Das volle Leben». Bisher sind insgesamt 26 solcher Ergänzungen erschienen. Die Sims 2 im Jahr 2004 und die aktuellen Sims 3 vom vergangenen Jahr haben die Basis von Grund auf erneuert. Die Sims 3 sind zudem gleichzeitig für Windows und Mac erschienen.
Jungs müssen sich nicht schämen
Die Sims sprechen besonders Mädchen und junge Frauen an. Marketing-Chef Schülgen schätzt ihren Anteil auf 55 bis 60 Prozent. «Das ist im Vergleich zu anderen Spielen immens.» Aber die Jungs müssen sich auf dem Schulhof nicht schämen, wenn sie über ihre Sims sprechen und nicht über World of Warcraft. «Jeder findet seinen eigenen Weg in dieses Spiel», sagt Schülgen. Die einen konzentrierten sich auf die soziale Interaktion, andere auf das Bauen und Einrichten von Häusern. Aber auch die dunklen Seiten der eigenen Persönlichkeit könnten mit den Sims ausgelebt werden.
Die Code-Bastler unter den Sims-Spielern entwickeln eigene, oft sehr spezielle Erweiterungen, die allerdings auch zu Software-Problemen führen können. Am bekanntesten ist wohl der «Nackt-Patch» für Spieler mit voyeuristischen Neigungen.
Einbruch bei der älteren Generation
Mit dem Spiel sind auch die Spieler in die Jahre gekommen. Wie bei anderen Computerspielen gebe es zwar einen gewissen Einbruch bei den über 50-Jährigen, erklärt Schülgen. «Aber wir haben viele Spieler der ersten Stunde behalten. Diese haben mittlerweile Familie, da wächst jetzt schon die nächste Sims-Generation heran.» Bei bislang 48 Auszeichnungen, darunter in Deutschland der «Tommi» und die «Giga-Maus», gelten die Sims als besonders familienfreundlich.
Obwohl alle Sims in ihrer eigenen Sprache Simlisch brabbeln, ist das Spiel in 22 Sprachen übersetzt und in 60 Ländern verfügbar. «Deutschland ist im Verhältnis zur Einwohnerzahl einer unserer stärksten Sims-Märkte weltweit», erklärt Schülgen. Genaue Verkaufszahlen nach Ländern nennt Electronic Arts nicht.
Pferde und Hochzeit gross im Kurs
Wie geht es weiter mit den Sims? Zum Geburtstag erscheinen zwei neue Erweiterungen: Die «Luxus-Accessoires» bieten den Sims ein besonders schickes Zuhause, und das Paket «Erstelle einen Sims» erweitert die Möglichkeiten der individuellen Figurengestaltung.
In Deutschland gebe es eine besonders grosse Nachfrage nach den beiden Themen Pferde und Hochzeit, sagt Schülgen. Sind das die nächsten Erweiterungen? Der Marketing-Chef möchte da noch nichts verraten, ist sich aber sicher: «Es wird mit den Sims weitergehen und spannend bleiben.» (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 05.02.2010, 06:43 Uhr
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