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«Wir haben eure Steuergelder für den Rettungsschirm»

Von Christian Lüscher. Aktualisiert am 17.11.2011 3 Kommentare

Schlechte PR für die Bank of America: Ein Unbekannter hat auf Google Plus ein Unternehmensprofil eröffnet und spöttische Beiträge und Fotos publiziert.

In verbissener Pose: Der inzwischen pensionierte CEO Ken Lewis auf Google Plus.

In verbissener Pose: Der inzwischen pensionierte CEO Ken Lewis auf Google Plus.

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Kaum hat Google (GOOG 591.53 -2.01%) sein soziales Netzwerk Google Plus für Unternehmen und Marken geöffnet, hat bereits das erste Unternehmen eine grössere Identitätskrise. Eine unbekannte Person hat anfangs Woche still und heimlich eine Online-Dependance für Bank of America eröffnet.

Dabei publizierte die Person auf der vermeintlichen Profilseite keine Nettigkeiten. Im Gegenteil: Die Fotogalerie zeigte eine Reihe unvorteilhafter Bilder des mittlerweile pensionierten CEO Ken Lewis. Auch die Einträge waren von spöttischer Natur. So hiess es beispielsweise: «Heute Abend grosse Firmenparty im zwangsversteigerten Haus.» Weiter: «Wir haben eure Steuergelder für den Rettungsschirm bekommen, während eure Hypotheken steigen.» Oder: «Wir sind entschlossen, so viel Geld wie möglich zu machen aus Wucher, Bestechung, Insiderhandel, Erpressung und Kartengebühren.» Makaber las sich auch die Verlautbarung, dass die Occupy-Wall-Street-Demonstranten den Mund halten sollen, ansonsten würde man ihre Konten sperren.

Die spöttischen Fotos und Beiträge waren alles andere als vorteilhaft für das kriselnde Unternehmen, das im Moment generell keine gute PR hat. So verspekulierte sich die Bank of America in der Finanzkrise, musste mit Milliarden von Dollar gerettet werden und baute in diesem Jahr Tausende Stellen ab.

Inzwischen hat das Unternehmen reagiert und eine offizielle Seite auf Google Plus eröffnet. Der Fall zeigt allerdings, dass Marken und Unternehmen vor diffamierenden Social-Media-Aktionen nicht geschützt sind. Der Fall birgt gar eine gewisse Ironie: Google räumte der Sicherheit und Verifizierung von Profilseiten grossen Stellenwert ein. Pseudonyme oder Fakes wolle Google nicht dulden, hiess es bei der Lancierung des Network. Auf Google Plus, so scheint es, kann aber jeder nach wie vor machen, was er will, solange man auf die offizielle Geschäftsseite verlinkt. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.11.2011, 14:52 Uhr

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3 Kommentare

Fred Büchi

17.11.2011, 21:10 Uhr
Melden 16 Empfehlung

Dem Internet sei Dank, dass an die Oberfläche gelangt, was längst vermutet wurde. Antworten


Ursi Brock

17.11.2011, 17:52 Uhr
Melden 12 Empfehlung

Leider leider ist es tatsächlich so das sich zahllose Top CEO's am ehesten dadurch ausweisen können wie man die Staaten und die Bürger maximal abzockt. Einmal mit dem Ausspielen beim Steuerwettbewerb, das andere mal beim Standortwettbewerb und gerne auch bei den möglichst miesesten Arbeitsbedingungen. Soll sich jemand wundern das Arbeit auf Abruf so zunimmt... übel das ganze. Antworten



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