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Der weisse Häuptling macht Hoffnung
Aktualisiert am 11.08.2011 1 Kommentar
Besondere Aufmerksamkeit geniesst seit ein paar Wochen der vermutlich erste weisse Artgenosse, der in Gefangenschaft geschlüpft ist. Das hell gefiederte Küken lockt Besucher in das Vogelschutzgebiet Pukaha im Norden von Wellington und weckt weltweit Interesse an dem Einsatz für die bedrohte Spezies.
Bei öffentlichen Auftritten des weissen Vogels herrscht gespannte Stille im Schutzzentrum. Kinder bestaunen den Jungvogel mit offenem Mund, auch Erwachsene wollen einen Blick auf den aussergewöhnlichen Kiwi erhaschen. «Er ist so süss, das hat mich richtig bewegt», schwärmt eine Besucherin. Den Maori gelten Kiwis als heilige Vögel, ihre Wertschätzung im ganzen Land ist so gross, dass die Neuseeländer sich selbst als Kiwis bezeichnen. Das Schlüpfen des weissen Kükens haben örtliche Stammesangehörige mit einer Zeremonie gefeiert.
«Es kann noch 100 Jahre dauern»
«Manukura» haben die Vogelkundler das flauschige Küken getauft - in der Sprache der Maori heisst das «vom Range eines Häuptlings». Manukura sei allerdings kein Albino, erklärt Wildhüter Tom Studholme. «Er verfügt über ein rezessives Gen, das ihn völlig weiss macht.» Die Vogelkundler können nicht vorhersagen, wann der Effekt das nächste Mal auftreten wird. «Wir können nächstes Jahr wieder ein weisses Küken bekommen, es kann aber auch noch 50 oder 100 Jahre dauern», sagt Studholme.
Der kleine «Häuptling» erinnert an einen kleinen Tennisball mit staksigen Beinen - und ist auch ein Botschafter für seine bedrohten braunen Artgenossen. «Wenn sich die Menschen für Kiwis interessieren und für den Kiwi-Schutz einsetzen, dann können wir hoffentlich den Trend beim nördlichen Streifenkiwi umkehren», sagt Wildhüter Darren Page. «Dessen Bestand geht stark zurück.»
All Eier werden eingesammelt
Auf insgesamt weniger als 70'000 Exemplare schätzen die neuseeländischen Behörden die Zahl der Kiwis im ganzen Land, manche Arten gelten noch immer als bedroht. Immerhin können die Wildhüter vom Vogelschutzzentrum Pukaha jetzt Erfolge melden. 14 Küken sind in diesem Jahr bereits in dem Kiwi-Schutzzentrum geschlüpft. Seit 2005 waren es im Schnitt nur zwei pro Jahr gewesen. In dem 2001 eingerichteten Waldstück halten Fallen und Köder die Feinde der Kiwis fern. Die nachtaktiven Vögel bewegen sich frei, alle Eier, die sie legen, werden eingesammelt und ausgebrütet, damit sich keine Fressfeinde wie Hunde und Katzen darüber hermachen. Wenn sich die Küken eigenständig bewegen können, werden sie im Schutzraum ausgesetzt.
Ob Manukura allerdings jemals in Freiheit leben wird, ist noch offen. Der auffallend hell gefiederte Kiwi könnte eine leichte Beute für seine Feinde sein, sagt Wildhüter Page. Und schliesslich ist der weisse Artgenosse auch etwas ganz Besonderes für seine Pfleger. «Das weisse Küken hat für uns hier alles auf den Kopf gestellt», sagt Kathy Houkamau. Dank Manukura hätten sich die Besucherzahlen verdopplet. «Auf einmal haben wir eine Weltberühmtheit bei uns und jeder will sie sehen.» (bru/AFP)
Erstellt: 11.08.2011, 12:03 Uhr
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