Koma-Glotzen in bester Gesellschaft

Abonnenten des Streamingdienstes Netflix wenden täglich zwei Stunden auf, um mit ihren Serienlieblingen mitzufiebern.

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Wenn Sie sich am Ende der letzten Folge von «The Walking Dead» einerseits aufregen, dass Sie nun schon wieder auf die nächste Staffel warten müssen, und Sie sich andererseits schämen, dass Sie die ganze Staffel innerhalb von nur weniger als einer Woche durchhaben – keine Angst, Sie sind in bester Gesellschaft. Denn laut einer neuen Netflix-Studie ist Binge-Watching (Koma-Glotzen) nämlich ganz normal. Viele möchten nicht eine Woche warten, sondern wollen gleich mehrere Episoden am Stück schauen.

Netflix-Abonnenten brauchen nicht länger als eine Woche für die Staffel ihrer Lieblingsserie

Der Streamingdienst hat in seiner Studie die Daten von mehr als hundert Serien in 190 Ländern ausgewertet. Die Resultate zeigen: Die meisten Abonnenten haben nicht länger als eine Woche, bis sie eine Staffel bis zum Ende durchgeschaut haben. Und pro Tag würden die Fans von «Breaking Bad» und Co. ganze zwei Stunden ihren Serienfreunden widmen. Neben den allgemeinen Nutzungszahlen hat das Team ebenfalls ausfindig gemacht, durch welche Sendungen regelrecht hindurchgefegt wird und welche Sendungen genossen werden. Überraschend: Das Politdrama «House of Cards», durch das Netflix eigentlich berühmt geworden ist, steht eher am unteren Ende der Binge-Watching-Skala.

Thrillerserien werden verschlungen, Politdramen genossen

Denn während das Publikum von Horror-, Science-Fiction- und Thrillerserien wie «Sons of Anarchy» oder «Orphan Black» nur vier Tage für eine neue Staffel braucht und diese während zwei Stunden und 30 Minuten am Tag regelrecht verschlingt, nehmen sich Fans von komplexeren Komödien und Politdramen mehr Zeit zum Verschnaufen und Geniessen. Das Publikum von «Orange Is the New Black» verbringt beispielsweise zwei Stunden lang täglich vor dem Laptop. Die gemütlichsten Binge-Watcher aber sind diejenigen, die sich mit Politdramen oder historischen Dramen auseinandersetzen. Für das Ende einer Staffel von «House of Cards» brauchen die Zuschauer nämlich ungefähr sechs Tage und wenden «nur» eine Stunde und 45 Minuten pro Tag dafür auf. Doch wieso wird die Sendung, die wie keine andere für Binge-Watching steht, nicht verschlungen? Es mache Sinn, dass sich die Zuschauer mehr Zeit nähmen, um alle Intrigen und die Strategie von Frank Underwood mitzubekommen, meint Ted Sarandos, Chief Content Officer, zu «Stern».

Die Netflix-Binge-Skala zeigt, dass die Menschen immer häufiger durch mehrere Episoden einer Serie hindurchfegen. Da der Streamingdienst seine Eigenproduktionen immer als ganze Staffeln hochlädt, bietet er natürlich die beste Voraussetzung dafür. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.06.2016, 16:22 Uhr

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