Die UBS sucht die Zusammenarbeit mit Spitzenmuseen

Die Grossbank nutzt die Art Basel als globale Kunst-Plattform und schickt die eigene Kunstsammlung auf Reisen.

Spitzenkunst in Bankenbesitz. Das 1988/1990 entstandene Doppelporträt einer Frau mit Hund von Lucian Freud gehört zur UBS Art Collection.

Spitzenkunst in Bankenbesitz. Das 1988/1990 entstandene Doppelporträt einer Frau mit Hund von Lucian Freud gehört zur UBS Art Collection. Bild: UBS Art Collection

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Seit 1994 ist die UBS der Hauptsponsor der Art Basel. Eingefädelt hatte die Partnerschaft Hans-Ueli Götz, der bei seinen Vorgesetzten mit dieser damals neuen Form eines Kultursponsorings anfänglich nicht nur auf Begeisterung stiess. Inzwischen ist die UBS stolz, Partner der Art Basel zu sein und nutzt heute auch die beiden anderen Kunstmessen in Miami Beach und in Hongkong als Plattform.

Die Begleitung der wichtigsten Kunstmesse der Welt durch die UBS hat sich im Laufe der Jahre verändert. Früher wurde die Art eher als Kunden- event genutzt, bei der die Gäste durch die Messe begleitet und in der eigenen Lounge verpflegt wurden. Nachdem das Art Banking aufgegeben und inzwischen durch das von Patricia Amberg geleitete Art Competence Center ersetzt worden ist, steht mehr die Pflege des Netzwerkes in der Kunstwelt im Vordergrund als die Ankaufsberatung im Sinne einer längerfristigen Investition.

«Kunst ist ein wichtiger Teil der vielfältigen Sponsoring-Aktivitäten von UBS. Unser Engagement bei der Art Basel basiert auf einer langjährigen, vertrauenswürdigen Zusammenarbeit mit den Organisatoren», sagt Björn Wäspe, der für das Sponsoring zuständige Managing Director der UBS. Dass sich die UBS seit Jahrzehnten für Kunst interessiert und engagiert, manifestiert sich auch in der umfangreichen Kunstsammlung, die inzwischen rund 30 000 Bilder umfasst. Davon haben etwa 8000 Werke Museumsqualität, wie Irene Zortea erklärt, sie ist für die UBS Art Collection verantwortlich. Mit der Übernahme der US-Bank Paine Webber im Jahr 2000 bekam die Sammlung der UBS einen qualitätsvollen Zufluss.

Ständig neue Ankäufe

Heute hängen die über die letzten 50 Jahre gesammelten Werke in 837 Gebäuden in 56 Ländern oder lagern in Depots. Nicht alle Kunstwerke können in den Räumlichkeiten der UBS gezeigt werden. «Darstellungen von Themen wie beispielsweise Religion zeigen wir nicht, weil wir die Empfindungen unserer Kunden nicht stören wollen», sagt Irene Zortea. Die UBS kauft auch laufend neue Kunstwerke an. Wie gross das Budget dafür ist, mag Zortea nicht verraten. Was gekauft wird, entscheidet ein Art Board, dem unter anderen der Direktor der Fondation Beyeler, Sam Keller, angehört. Manchmal werden auch weniger hochkarätige Bilder aus der Sammlung verkauft, beispielsweise an Mitarbeiter die über Jahre hinweg mit diesen Werken ihren Arbeitsalltag verlebt haben. «Wir lassen in diesem Fall eine unabhängige Schätzung erstellen und bieten das Bild dem Mitarbeiter zu diesem Preis an», erklärt Irene Zortea. Der Erlös dieser Werke fliesst wiederum in die UBS Art Collection.

Spitzenwerke der UBS Art Collection werden auch gerne auf Reisen geschickt. 2005 waren Teile der Sammlung in der Fondation Beyeler in Riehen zu sehen, in der Galleria d’Arte Moderna di Milano ist gerade die Ausstellung «Don’t shoot the painter» eröffnet worden, die über 100 Werke von 90 international bekannten Künstlern der vergangenen 60 Jahre umfasst, von Basquiat über Clemente, Gursky, Hirst, Richter bis zu Gilbert & George.

Die UBS sucht ganz bewusst die Partnerschaft mit renommierten Kulturinstitutionen in der ganzen Welt. Besonders eng ist die Zusammenarbeit mit der Solomon R. Guggenheim Foundation, die 2012 begonnen hat und Ankäufe, ein Erziehungsprogramm sowie Ausstellungen beinhaltet.

An der jetzigen Art Basel hat die UBS eine weitere Kooperation bekannt gegeben. Für eine Ausstellung von Papierarbeiten des 2011 verstorbenen Künstlers Lucien Freud im Louisiana Museum of Modern Art bei Kopen- hagen stellt die UBS rund 30 grafische Arbeiten sowie ein grandioses Ölbild zur Verfügung. Ein Teil der Werke sind in der UBS-Lounge ausgestellt, sodass die Gäste dort einen Vorgeschmack auf die Ausstellung bekommen, die im September in Dänemark eröffnet wird. (Basler Zeitung)

Erstellt: 20.06.2015, 13:38 Uhr

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