Kultur

High Heels und Hornbrillen – Basel im Kunstrausch

Von Joel Gernet. Aktualisiert am 14.06.2011 3 Kommentare

Seit heute Morgen wuselt es in den Messhallen wieder wie in einem Bienenkorb: Die 42. Art Basel hat ihre Pforten geöffnet – am ersten Tag dürfen allerdings nur Auserwählte vom heissbegehrten Kunstnektar naschen.

1/42 Grossspurig: An der Art 42 Basel wurden keineswegs nur kleine, flache Werke verkauft. Diese Blumen-Plastik am Stand von Victoria Miro aus London gehörte noch zu den kleineren der grossen Exponaten.
Bild: Joël Gernet

   

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Eindrücke von der Art Unlimited 2011

Eindrücke von der Art Unlimited 2011
Morgen öffnen die Tore zum alljährlichen Kunsthappening in Basel: Ein auserwähltes Publikum konnte bereits einen Blick auf die Art Unlimited werfen.

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«Sinn mr wieder e mol do», meint die adrett angezogene Dame beim Smalltalk zu ihrer Kollegin. Mit ihrem breiten Baseldeutsch und dem schlichten Kleidchen wirkt sie am Preview der Art Basel wie eine Exotin. Englisch ist angesagt. Und grelle Outfits. Wer am Rheinknie das Jahr hindurch als Exot aus der Masse hervorstechen würde, geht in der Artwoche fast schon unter.

Aber nur fast, sonst wäre mir der bebrillte Herr im knallbunten, kitschgen Hawaii-Anzug nicht aufgefallen. Auf Englisch hole ich mir die Foto-Erlaubnis ein. Der Herr posiert artig und lässt sich ablichten. Beim anschliessenden Gespräch stellt sich heraus, dass es sich um den Basler Künstler Hanspeter Hofmann handelt. Habe ich mich getäuscht und Basel ist während der Art gar nicht so international, wie ich mir das erhofft habe? Sind wir sogar jetzt, während der weltweit wichtigsten Kunstmesse, ein Kaff?

Knopf im Ohr

Die Entwarnung folgt sofort: «It's on hold», zischt ein Herr im Anzug neben mir auf Englisch ins Telefon. Am anderen Ende der Leitung ist offenbar ein Kunstsammler, der quasi via Televoting mitbietet um eines der heissbegehrten, zeitgemässen Kunstwerke im ersten Stock der Halle 2. Das Objekt der Begierde sei noch etwa eine Stunde lang für einen anderen Interessenten reserviert, danach könne man zuschlagen, flüstert er dem Geldgeber durchs Telefon zu. Es herrscht Hektik – dabei hat der sogenannte Preview für VIPs und Medien erst vor knapp dreissig Minuten begonnen.

Der hibbelige Herr ist nicht der einzige seiner Gattung: Auffällig viele Personen wuseln am Dienstagmorgen mit Ipad in der Hand und Knopf im Ohr durch die Messehallen – wild gestikulierend. Er oft mit Hornbrille, sie meist in High Heels. Diese sind auch das bevorzugte Fusskleid der eleganten Damen an den Empfangs-Tischen der einzelnen Galerien, die als Gegenmittel zu den gestressten Kunsthändlern eine Extraportion Gelassenheit an den Tag zu legen. Und ganz viel Charme. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.06.2011, 16:24 Uhr

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3 Kommentare

Thorsten Möller

15.06.2011, 17:00 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Foto 7/42 ist der absolute Kandidat für das beste Foto der letzten 10 Jahre - Tränen gelacht! Wunderbar gesehen vom Fotograf. Antworten


Peter Petersen

15.06.2011, 08:50 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Eine eigene interessante Welt und doch irgendwie jenseits .. Antworten