Kultur
Deutscher Verlag zieht aus Angst vor Islamisten ein Buch zurück
Der Düsseldorfer Droste-Verlag verzichtet aus Angst vor islamistischen Bedrohungen auf den Verkauf eines Ehrenmord-Krimis. Der Roman «Wem Ehre gebührt» von der unter dem Pseudonym W.W. Domskay schreibenden Autorin Gabriele Brinkmann sollte laut Verlagsvorschau im August erscheinen und wird jetzt zurückgezogen. Brinkmann zeigte sich in der «Bild am Sonntag» empört über die Entscheidung des Verlags.
Wie «Der Spiegel» berichtete, hat Verleger Felix Droste das Buch vorab von einer Expertin auf «Stellen prüfen lassen, die die Sicherheit meiner Mitarbeiter und meiner Familie beeinträchtigen könnten». Dabei sei eine Textpassage am Ende des Buches als gefährlich identifiziert worden, berichtet das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf einen Schriftwechsel zwischen Droste und Brinkmanns Agentin. «Spätestens seit den Mohammmed-Karikaturen weiss man, dass man Sätze oder Zeichnungen, die den Islam diffamieren, nicht veröffentlichen kann, ohne ein Sicherheitsrisiko einzugehen» wird Droste zitiert.
Dem Bericht zufolge weigerte sich die Autorin, bestimmte Dialogpassagen zu ändern. «Da geht es mir ums Prinzip», sagte Brinkmann der «Bild am Sonntag» zufolge. Sie nannte es einen «Skandal, dass ein Verleger bei so etwas den Schwanz einzieht. Das ist vorauseilender Gehorsam». (oku/ap/)
Erstellt: 04.10.2009, 23:08 Uhr





