Die Bücher des Jahrzehnts
Aktualisiert am 17.12.2009 13 Kommentare
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Markus Werner: Am Hang
Ein junger Anwalt redet mit einem Fremden leidenschaftlich über eine Frau. Die Zufallsbekanntschaft erweist sich bald als gar nicht so zufällig. Ein geschickt konstruierter Roman über die Leidenschaft zu einer Frau, der schon fast kriminalistische Züge erhält.
Bild: KEYSTONE/AP
Dossier
Ein bestimmter Buchtyp dominierte in den Nuller-Jahren den internationalen Buchmarkt: Die All-Age-Literatur, also Bücher, die sowohl Kinder wie auch Erwachsene gerne lesen. «Harry Potter» aber auch die Vampirbücher von Stephanie Meyer waren auf den Bestsellerlisten rund um den Globus allgegenwärtig und sorgten trotz Internet und Mobiltelefon für einen Boom des guten alten Buches.
Schweizer Autoren konnten oder wollten nicht auf diesen Trend aufspringen. Dennoch war es ein erfolgreiches Jahrzehnt für die hiesige Literatur. Zwar fehlte ein klarer Überflieger, doch Martin Suter, Peter Stamm oder Charles Lewinsky feierten mit herausragenden Werken beachtliche Erfolge.
Digitale Revolution steht erst bevor
Bei der Buchproduktion fällt das angekündigte Ende des Ammann Verlags negativ ins Gewicht. Von Krise zu sprechen wäre trotzdem verfehlt. Mit Kein & Aber, Diogenes, dem Bilgerverlag und vielen mehr verfügt die Schweiz über eine beachtliche Zahl von leidenschaftlich und gut geführten Verlagen.
Grosses Gesprächsthema war in den letzten Jahren die Einführung digitaler Lesegeräte. Bisher konnten sich der Kindle, Sony Reader und Co. nicht durchsetzen, die Geräte sind zu teuer, das Angebot an elektronischem Lesestoff ist zu gering. Dies dürfte sich im nächsten Jahrzehnt ändern. Die Musikindustrie hat Umwälzungen bereits hinter sich: Deren Umsätze sind wegen der legalen und illegalen Downloads eingebrochen, dank neuer Vertriebskanäle ergaben sich aber auch neue Möglichkeiten, insbesondere für kleinere Anbieter. Eine Entwicklung, die in grösserem oder kleinerem Masse wohl auch der Buchbranche widerfahren wird.
Welches waren für sie die Höhe- und/oder Tiefpunkte des Schweizer Literaturjahres? Welche Werke fehlen Ihrer Ansicht nach in unserer Auswahl? Kommentare bitte unten anbringen. (rb)
Erstellt: 17.12.2009, 11:36 Uhr
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13 KOMMENTARE
...schweizer literatur und kein sterbenswörtchen von italienisch- und französischsprachigen Autoren? Faux pas!
Ein Buch, das unbedingt zu diesem Jahrzehnt gehört: "Maurice mit Huhn" von Matthias Zschokke. Mit traumwandlerisches Sicherheit trifft Zschokke in dem Buch den Nerv der Zeit. So veloren war das Individuum noch nie...
Also meiner Meinung nach, hat Martin Sutter bessere Bücher geschrieben als "Die dunkle Seite des Mondes". "Ein perfekter Freund" oder "Lila, Lila" find ich um Längen besser.
Lukas Bärfuss mit seinen Stücken: Meienbergs Tod, Die sexuellen Neurosen unserer Eltern, Der Bus, hsg. 2005, sowie Alices Reise in die Schweiz, Die Probe, Amygdala, hsg. 2007, ist herausragend. Nicht zu vergessen sein erster Roman "Hundert Tage", 2008. Er trifft das Mark unseres Gewissens, regt zum Denken an und wühlt auf. Endlich wieder einmal ein unbequemer Autor mit existenziellen Fragen.
Nicht zu vergessen: Gertrud Leutenegger mit ihrem Roman 'Matutin'
A propos Pascal Mercier (Peter Bieri): Am 16./17. Januar in Zürich und 11./12. Februar in Basel live zu sehen und hören. Infos: www.amarquartett.ch
Es fehlen die grossen Romane von Thomas Hürlimann: Fräulein Stark, Vierzig Rosen, Der grosse Kater.
Sicher nicht der Nachtzug von Bieri. Da lässt einer kein Klischee aus, aber wirklich keines; so was von langweilig. Sein Protagonist handelt und denkt auf Gymnasiastenniveau. Das Buch war so erfolgreich, weil Titel und Aura des Autors geschickt Erwartungen unserer Zeit aufgreifen, der Text aber ist eine grosser Gähner. - Meltnitz und die Essays von Peter von Matt hingegen sind grandios.
Katharina Faber mit FREMDE SIGNALE und Kaspar Schnetzlers Jahrzehntroman DAS GUTE – und natürlich - aber das käme schon einem Erdbeben gleich, die hier vorzufinden: Urs Augstburgers Bergtrilogie SCHATTWAND - GRAATZUG und WÄSSERWASSER. Auch wenn sie im »kleinen« bilgerverlag erschienen sind, ändert das nichts an ihrer Qualität.
"Nachtzug nach Lissabon" von Pascal Mercier (Peter Bieri) war wunderschön. Und auch (es ist schon eine Weile her) "Fast ein bisschen Frühling" von Alex Capus (aber gut, der ist ja nur ein halber Schweizer ;-) ).
Suter: Weynfeldt statt Dunkle Seite des Mondes. Stamm: nicht auf diese Liste. Fehlt: "Himmelreich" von Rolf Dobelli.
Ich vermisse Pascal Merciers "Nachtzug nach Lissabon", meiner Meinung nach eines der besten Schweizer Bücher des Jahrzehnts. Auch Capus "Reisen im Licht der Sterne" und "Himmelsstürmer" fand ich sehr gut.
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