Kultur
Starautor auf geentertem Gaza-Schiff
Aktualisiert am 31.05.2010 48 Kommentare
Die «Sofia»: Auf diesem Schiff befand sich Henning Mankell. (Bild: shiptogaza.se)
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Gestern Abend hat Eva Bergman, die Frau Henning Mankells, ihren Mann zum letzten Mal am Satelitentelefon erreicht. Seither ist der Funkverkehr abgebrochen. «Natürlich sind wir besorgt», sagt sie der schwedischen Zeitung «Aftonbladet». Aber sie gibt sich auch kämpferisch. Laut der Zeitung befand sich Mankell auf dem schwedischen Frachtschiff «Sofia», das heute Vormittag um ca. 5 Uhr von der israelischen Armee geentert wurde. Gemäss der Organisation «Free Gaza» habe es Mankell erst nach einem 48 Stunden dauernden Katz-und-Maus-Spiel mit den zyprischen und türkischen Behörden in Zypern an Bord geschafft.
Ob es auf Mankells Schiff Verletzte gab, ist nicht bekannt. Auch bei seinem deutschsprachigen Verlag, dem Hanser-Verlag, weiss man nichts über den Zustand des Schriftstellers. «Wir warten sehnsüchtig auf eine Nachricht», sagt Pressesprecherin Christina Knecht gegenüber baz.ch/Newsnet. Eva Bergman steht trotz der riskanten Mission fest zu ihrem Mann: «Die Menschen an Bord dieser Boote sind Helden», sagt sie.
Zweifelt Existenzrecht Israels an
Henning Mankell hätte heute an einer Veranstaltung des «Tages-Anzeigers» in Zürich lesen sollen. Dazu kommt es nun nicht, die Veranstaltung wird später nachgeholt. Die Reise nach Gaza dürfte dann zum grossen Thema werden. Nicht nur wegen des Zwischenfalls, sondern auch wegen den antizionistischen Ansichten, die Mankell verbreitet. «Es ist, als ob das südafrikanische Apartheidsystem vom Müllplatz der Geschichte wiederauftaucht, wohin es vor 15 Jahren abgeladen wurde», sagt der Bestsellerautor über Israel. Gaza bezeichnet er als «Freiluftgefängnis». Bereits früher zweifelte er das Existenzrecht Israel an: Es gebe «keinerlei Gründe dafür», dass 1948 die Gründung Israels «eine völkerrechtlich legitime Handlung war».
Henning Mankell gehört zu den weltweit erfolgreichsten Krimi-Autoren, von seiner Reihe mit dem kauzigen Kommissar Kurt Wallander hat er weltweit mehr als 30 Millionen Exemplare verkauft. Sein humanitäres Engagement konzentrierte sich bislang vor allem auf Afrika. Mankell wohnt heute die meiste Zeit des Jahres in Mosambik. (rb)
Erstellt: 31.05.2010, 10:59 Uhr
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48 Kommentare
Die Geschichte lehrt uns, dass immer der Stärkere obsiegt, so wird Israel auch seinen Weg gehen. Der zurzeit eingeschlagene, wird aber lang und steinig sein, wenn sich Israel immer wieder gegen die Völkergemeinschaft stellt. Was Mankel mit der ganzen Sache zu tun hat ist mir schleierhaft und gleicht doch eher einem Egotrip. Antworten















