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«Ich liebe Polanski, und ich hasse die Schweiz»
Umstrittener Autor: Yann Moix auf dem Cover seines Buches.
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Yann Moix
Yann Moix hat in Frankreich mehrere preisgekrönte Bücher veröffentlicht. Als Regisseur wurde er vor allem mit dem Film «Podium» (2004) bekannt. Moix ist in seiner Heimat nicht unumstritten; er gilt als Polemiker und Polterer.
«Die Meute» heisst das neue, schweiz-kritische Buch des französischen Autors und Regisseurs Yann Moix. Als Kostprobe schickt Moix bereits jetzt heftige Beleidigungen gegen die Schweiz durch die Medien: «Ich liebe Polanski, und ich hasse die Schweiz» lautete der Titel des Buchauszugs, den die Zeitschrift «La Règle du Jeu» am Montag abdruckte.
In seinem Vorabdruck bezeichnet er die Schweiz als «Hure», als «unnütz» und «fundamental antisemitisch». Das Land «vermiete sich». «Sie öffnet die Beine, wenn ein Nazioffizier vorbeikommt oder eine grosse Macht wie bespielsweise heutzutage unsere Freunde aus den Vereinigten Staaten.» Als Ausgangspunkt für seine Polemik wählt Moix die Verhaftung seines Kollegen Roman Polanski in Zürich. Diese zeugt laut dem Autor von der feindlichen Haltung, die das Land gegenüber Juden und Künstlern hege. Moix bestreitet, Polanski persönlich zu kennen.
«Mehr ein Sauhund als die Sauhunde»
Gegenüber «Le Matin» nennt der Regisseur die Schweizer gar «Sauhunde» und sagt: «Ich verabscheue die Schweiz». Er habe das Land noch nie geliebt, es sei ein «Gestapoland». «Was mich am meisten nervt, ist diese Art der Neutralität, hinter der man sich versteckt, um sich nie engagieren zu müssen», sagte er dem Westschweizer Blatt in einem Interview. «Am Schluss ist man mehr ein Sauhund als die Sauhunde.» Natürlich habe sich auch Frankreich nicht immer korrekt verhalten – dies aber zumindest offen und nicht unter dem Deckmantel einer angeblichen Neutralität.
«Bekunden unser Verständnis»
Die französische Botschaft in der Schweiz kritisiert das Buch: Der verletztende Ton des Autors disqualifiziere diesen, liess sie gegenüber französischen Medien verlauten. «Wir bekunden unsere Sympathie und unser Verständnis für jene unserer Schweizer Freunde, die zu Recht schockiert sind von diesem Werk, von dem man gut denken kann, dass es besser nie erschienen wäre», heisst es. (oku)
Erstellt: 04.02.2010, 19:00 Uhr






