Kultur

Neue Vorwürfe gegen «Wunderkind» Hegemann

Aktualisiert am 11.02.2010 87 Kommentare

Ein Berliner Filmstudent behauptet, Hegemann habe Teile seines Films wortwörtlich abgeschrieben. Trotzdem wurde sie inzwischen für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Nach den Plagiatsvorwürfen der letzten Tage, soll die 17-jährige Erfolgsautorin Helene Hegemann nun auch Teile eines Filmes abgekupfert haben. Das behauptet der Berliner Filmstudent Benjamin Teske.

Hegemann habe für ihre Kurzgeschichte «Die Spiegelung meines Gesichts in der Erschaffung der Welt» Teile seines Films «Try a little tenderness» mit Cosma Shiva Hagen und Adolfo Assor in den Hauptrollen geklaut, so der 26-Jährige. Der Film ist eine Adaption der Kurzgeschichte «Un peu de tendresse» des französischen Autors Martin Page, es geht darin um eine lebensgefährliche Begegnung eines alten Mannes mit einer jungen Frau. «Der zweite Teil von Hegemanns Story», so Teske gegenüber der Tageszeitung «Die Welt», «ist komplett eine Kopie von unserem Film, sowohl die Sätze, als auch die Formulierungen und der Ablauf der Handlung.»

Hegemann wurde in der letzten Woche vorgeworfen, sie habe Teile ihres aktuellen Romans bei dem Autor Airen und seinem Werk «Strobo» abgeschrieben. Inzwischen werden übers Internet immer mehr Quellen bekannt, aus denen Hegemann sich bedient hat. Die Liste reicht von Malcolm Lowry – für den ersten Satz des Buches – und David Foster Wallace über Rainald Goetz und den Blogger Airen bis zu Kathy Acker. Der Ullstein Verlag, bei dem das Buch herausgekommen ist, hat indessen angekündigt, eine von Hegemann selber verfasste Liste ihrer Quellen zu veröffentlichen und bemüht sich derzeit um eine nachträgliche Abdruckgenehmigung für die umstrittenen Passagen.

Trotz der Plagiatsvorwürfe wurde die junge Bestseller-Autorin inzwischen für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Erstellt: 11.02.2010, 11:48 Uhr

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87 Kommentare

Lukas Orellano

08.02.2010, 14:37 Uhr
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Was für eine Frechheit! Ich habe "Axolotl Roadkill" letzte Woche bestellt und ärgere mich jetzt so darüber, dass ich "Strobo" gleich auch noch bestellt habe. Der Autor hat Unterstützung verdient. Antworten


Mari Wunderli

08.02.2010, 12:35 Uhr
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eher peinlich?- Wenn Kritiker auch nicht mehr lesen und sich weiterbilden wie kann man dann etwas bewerten? An unserer Uni wäre ein Student glatt herausgeflogen wenn man ihn beim Plagiat erwischt hätte- jetzt wird die Authorin noch berühmt und gefeiert? Ein neuer Tiefpunkt in der Literatur. Antworten



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